Von Jens Carsten Neu-Ulm. In der vergangenen Saison noch Platz 14 in der Tabelle, heuer in den Playoffs: Basketballtrainer Thorsten Leibenath hat "ratiopharm ulm" in den vergangenen Monaten auf Kurs gebracht. Und eine Welle der Begeisterung ausgelöst: Die Fans strömen in Scharen in die neue Halle, über 5500 peitschen das Team um Per Günther, John Bryant und Co. regelmäßig nach vorne. Der erste Halbfinal-Sieg gegen Würzburg ist eingefahren, die Tickets für Heimspiele sind heiß begehrt und nur schwer zu bekommen. Viele Sponsoren sind zufrieden und denken über höhere Investitionen nach. So sieht Erfolg aus - finden zumindest die Unternehmer in der Region und besuchten am Montag zahlreich ein sogenanntes Business-Frühstück des hiesigen Verbands des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (BVMW) in der Ratiopharm Arena. Dort sprach Leibenath, im April mit dem Titel "Trainer des Jahres" der Basketball-Bundesliga ausgezeichnet, über den "Weg zum Teamerfolg". Sein Credo: Motivation durch Begeisterung. Sein Geheimrezept: "Immer 100 Prozent geben und Spaß am Spiel haben." Oder etwas deutlicher: "Es ist wichtig, dass sich die Jungs auf dem Feld für die Fans den Allerwertesten aufreißen." Den unbedingten Einsatzwillen erreiche er bei seinen Spielern meist durch ermutigende Manöverkritik: "Mehr Positives als Negatives hervorheben." Durch Lob brächten Spieler deutlich bessere Leistungen, als wenn "immer nur Druck" aufgebaut werde, so Leibenath. Ein Beispiel: Der Shooting Guard Isaiah Swann. "Wenn ich ihn auf dem Feld vor allen zwölf Spielern rund mache, schaltet er ab und lässt nichts mehr an sich heran." Mehr erreiche er über ein Gespräch unter vier Augen. "Das ist zielorientierter", sagte der 37-jährige Trainer. Und fügte lächelnd hinzu: "Was nicht heißen soll, dass wir einen Freifahrtschein für Sensibelchen ausstellen." Wie er sich, die herausfordernde Halbfinalserie vor der Brust, denn selbst jeden Tag motiviere, wollte ein Zuhörer von Leibenath wissen. Der musste keine Sekunde überlegen: "In der Halle brüllen im Schnitt 5500 Leute wie verrückt für uns. Es gibt nichts Schöneres, als vor so einer Kulisse zu gewinnen." Sein Tipp an die Firmenchefs: "Suchen Sie sich Mitarbeiter, die Spaß an der Arbeit haben."
Karl-Heinz Raguse, der Regionalgeschäftsführer des BVMW, freute sich über den Andrang der Geschäftsleute beim Business-Frühstück: "Normalerweise kommen 50 bis 60 Leute, dieses Mal waren es fast drei Mal so viel." Er erklärt dies mit dem Basketball-Fieber, das von Region Besitz ergriffen habe: "Es ist sensationall, was hier passiert." Die Geschäftswelt könne sich vom Basketball einiges abgucken, glaubt Raguse: "Es ist ein schnelles, emotionales Spiel. Wir können viel Kraft mitnehmen."
Mehr Fotos vom ersten Halbfinal-Spiel finden Sie hier.
Ein Video: Isaiah Swann im Porträt.
Mehr darüber lesen Sie am Dienstag in der Neu-Ulmer Zeitung.