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Beuren

30.05.2015

Der große Traum von der Profikarriere

Das Runde muss ins Eckige: In Beuren gelingt das den Nachwuchskickern bei der Ferienfußballschule augenscheinlich ziemlich gut. Für einige könnte der Traum vom Fußballprofi in Erfüllung gehen – aber bis dahin ist es ein langer Weg.
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Das Runde muss ins Eckige: In Beuren gelingt das den Nachwuchskickern bei der Ferienfußballschule augenscheinlich ziemlich gut. Für einige könnte der Traum vom Fußballprofi in Erfüllung gehen – aber bis dahin ist es ein langer Weg.
Bild: Uta Wittke

Dutzende Nachwuchskicker lernen bei der Fußballschule in Beuren – unter ihnen haben die Trainer „richtige Granaten“ ausgemacht. Doch Können allein führt nicht in die Bundesliga

Süßes Nichtstun in den Ferien? Von wegen! Für 52 junge Fußballfans aus der Region starteten die Pfingstferien ganz nach ihrem Geschmack, nämlich mit Fußball satt. Drei Tage lang drehte sich beim Fußballcamp auf dem Gelände des Sportvereins Beuren alles nur eines – Kicken, Kicken und nochmals Kicken.

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Mittagspause. Ein Haufen Sportschuhe dampft in der Sonne. „Das ist wirklich Training, bis die Socken qualmen“, kommentiert der Beurer Jugendleiter Thomas Kugler schmunzelnd. Jeden Morgen stehen die jungen Fußballer schon vor 9 Uhr auf dem Platz, abends geht das Training an zwei Tagen bis 20.30Uhr. Aber auch wenn es anstrengend ist, „die sind alle total happy“, so Kugler. Von fünf bis 14 Jahren reicht die Altersspanne der Nachwuchskicker – und alle sind mit Feuereifer bei der Sache.

„Dieser Spaß am Fußball ist einer der wichtigsten Punkte, wenn ein junger Spieler tatsächlich Karriere machen möchte“, weiß Oliver Thormählen von der Ferienfußballschule. Auch beim Camp in Beuren hat er in allen Altersgruppen Talente entdeckt. „Da sind ein paar richtige Granaten dabei“, urteilt er anerkennend, „die könnten gut auch höher spielen“. Damit sich der Traum vom Profifußball erfüllt, müsse laut Thormählen aber einiges zusammenkommen: „Die Spieler brauchen Ehrgeiz und müssen immer dazulernen wollen.“ Wichtig seien auch Trainer, die Talente erkennen und fördern. Und natürlich „eine Portion Glück“, dass man die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt trifft.

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Erfolgsgeschichten hat Thormählen in über 20 Jahren, in denen er Kinder in Fußballcamps trainiert, schon einige erlebt. Da wäre beispielsweise Fußballprofi Immanuel Höhn, der heute beim SC Freiburg spielt. „Der wollte unbedingt ins Fußballinternat in Kaiserslautern“, erinnert sich Thormählen. Dabei sei Höhn kein Ausnahmetalent gewesen, „nur“ fußballbegeistert. „Es passte menschlich aber unheimlich gut.“ Thormählen unterstützte damals den Wunsch des Buben. „Wir haben ihm ein Empfehlungsschreiben gegeben.“ Es klappte mit dem Internat – und mit der Karriere. „Jetzt spielt Höhn in der Bundesliga.“ Auch ein anderer ehemaliger Campbesucher hat Karriere gemacht: Nils Petersen (derzeit ebenfalls bei Freiburg). Mit 14 Jahren habe er noch in der C-Jugend seines Heimatvereins auf der Ersatzbank gesessen, weiß Thormählen. „Mit 18 war er Torschützenkönig in der zweiten Liga.“

Ob von den Kindern, die hier gegen den Ball treten, später mal eines die Profilaufbahn einschlagen wird, steht freilich noch in den Sternen. Die Begeisterung dafür bringen sie jedenfalls mit. Der 14-jährige Leon etwa ist fasziniert vom Training mit den Ballkanonen: „Weil die Flanken perfekt kommen“, wie er sagt. Simon und Tim, beide 14, gefällt das Techniktraining am besten. Und der erst sechsjährige Matteo findet einfach alles „super“. Aber das Beste war für ihn wohl doch, dass er beim im Rahmen der Schule ausgetragenen „Champions League“-Turnier für seine Mannschaft ein Tor geschossen hat. „Gegen Paris“, erzählt er stolz. So viel Einsatz bleibt nicht unbelohnt: „Das sind voll die fetten Medaillen“, meint ein junger Kicker anerkennend beim Blick auf die bereitliegenden Preise.

Dass nicht nur Training wichtig ist für den Nachwuchs, sondern auch der Nachwuchs wichtig ist für die Vereine, betont SVB-Jugendwart Kugler. „Hier haben viele mit angepackt“, freut er sich.

Die beiden D-Jugendspieler Fabian und Lukas hatten die Fußballschule kennengelernt und mit ihrer Begeisterung alle angesteckt. „Jetzt sind wir mehr als zufrieden“, sagt Kugler, „und die Fußballschule ist für nächstes Jahr wieder gebucht.“ Vielleicht stellt sich in einigen Jahren ja heraus, dass ein Fußballprofi einst in Beuren im Feriencamp war.

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