Landkreis. Noch vor ein paar Tagen quollen die Lager der Bekleidungsgeschäfte in der Region teilweise über, schuld daran war der bislang zu warme Winter. Die Hoffnung der Betreiber liegt nun auf Wetterhoch „Dieter“, der die Region dieser Tage in Eiseskälte hüllt. Wir haben nachgefragt, ob es durch den warmen Winter zusätzliche Angebote während des Winterschlussverkaufs gibt.
Für Maria Moser, Inhaberin des Bekleidungshauses Moser in Neu-Ulm war der diesjährige Winter bislang „eine Katastrophe“. So weiß sie schon gar nicht mehr, wo sie in ihrem 45 Quadratmeter großen Geschäft die neue Kollektion für das Frühjahr verstauen soll. „Ende dieser Woche bekomme ich nochmal neue Ware, bis dahin muss ziemlich viel raus“, sagt sie. Daher bietet sie auch spezielle Angebote zusätzlich zum regulären Winterschlussverkauf an. „Es gibt auf alles noch einmal 50 Prozent“, sagt Moser. Gewinn mache sie dann zwar keinen mehr, aber „ich brauche unbedingt den Platz“. Auch ihr hilft der eisige Dieter: „Die Verkaufszahlen der letzten Tage, als es so kalt war, stimmen einen wieder positiv, jetzt darf es nur nicht wieder wärmer werden“, sagt Moser.
In „gewisser Hinsicht“ hat auch Emil de la Torre, Inhaber des Bekleidungsgeschäfts „Blue Noon“ in Neu-Ulm ähnliche Probleme. „Die richtige warme Kleidung habe ich bislang nicht so gut verkauft“, sagt er. Dafür liefen im Gegenzug andere Artikel: So sei gerade die Übergangsbekleidung in den ersten Winterwochen gut verkauft worden. Daher sieht er kein Bedürfnis, seine Artikel nochmal zu reduzieren. „Der Winter ist noch lange nicht vorbei, und wenn es noch eine Weile so kalt bleibt wie gerade, dann ist heuer auch ein ganz normaler Winter mit normalen Umsätzen“, sagt de la Torre.
Keine Probleme hingegen mit dem Winter haben die Sportgeschäfte in der Region. Da der Winterschlussverkauf „traditionell Mitte der Saison“ beginnt, besteht für Bernd Holbein, Geschäftsführer von Sport Sohn, kein Grund zur Beunruhigung. Ganz im Gegenteil: Trotz der langen Zeit mit milden Temperaturen in der Region ist dieses Jahr ein „sehr guter Winter“, so ist in den Bergen so viel Schnee gefallen wie in den letzten Jahrzehnten nicht mehr. „Dadurch wurde der Verkauf von Skiausrüstungen sogar noch gesteigert“, sagt Holbein.
Die „Gelegenheitsfahrer“ halten sich noch zurück. Jedoch gibt Holbein zu bedenken, dass die meisten Skiurlaube erst im Februar gemacht werden. „Von daher sehen wir positiv in die nächsten Wochen“, sagt er. Auch der neuerliche Kälteeinbruch sei für die Branche eine wahre „Goldgrube“, bei Sport Sohn sei der Verkauf von Winterkleidung zuletzt rasant angestiegen. „Aus diesen Gründen sehen wir davon ab, einen Extrarabatt zu geben“, sagt er.
Auch beim Intersport Klamser in Ulm gibt es aufgrund des bislang milden Winters keine speziellen Rabattaktionen. „Die Verkaufszahlen liegen im Bereich der letzten Jahre, dadurch gibt es bei uns nur die normale Rabattaktion wegen unserer Inventur“, sagt eine Mitarbeiterin.
Doch nicht immer ist das Wetter der ausschlaggebende Grund für den Kleidungskauf, wie im „Blue Moon“, wo laut Inhaber de la Torre immer mehr Frauen schon Träger-T-Shirts kaufen. „Manchmal kann man die Frauen nicht verstehen.“