1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Extrem abstrakt, extrem verspielt

Galerie-Rundgang

18.09.2014

Extrem abstrakt, extrem verspielt

Copy%20of%20schroeder.tif
4 Bilder
Nah an der Pop-Art sind die „Wokasoma“-Siebdrucke von Florian Schröder.

Die Bandbreite der aktuellen Ausstellungen reicht von konkreter Kunst bis zu Pop-Art-Anleihen

Heizkörper als Grundmaterial für skulpturale Zeichnung, konkrete Kunst mit Bauhaus-Anleihen und Wokasoma-Farbigkeit: Das alles bieten die aktuellen Ausstellungen in Ulmer Galerien.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Nahezu alles in seiner Arbeit sei von menschlicher Dimension geprägt, sagt der renommierte niederländische Bildhauer Piet Tuytel, der aktuell in der neuen Smudajeschek-Galerie in der Ehinger Straße 13 ausstellt. Dort genießen die Arbeiten aus Stahl und Aluminium vor Sichtbetonwänden viel Raum. Am markantesten sind die aus handelsüblichen Heizkörpern hergestellten Wandskulpturen. Diese macht Tuytel zu Zeichnungen, indem er die Rippen der Geräte verkürzt, ausfräst oder durch Einschnitte individualisiert. Industrieprodukte durch minimale Eingriffe zu skulpturaler Kunst zu veredeln ist eine gängige Praxis und Tuytel gehört zu jenen, die diese Kunst auf den jeweiligen Ausstellungsraum hin zuspitzen. Ob die teilweise farbig gefaßten „Heizkörpergrafiken“ auch außerhalb der Ruhe der Galerieräume Wirkung entfalten, legt im Ermessen des Betrachters oder Kunstkäufers. Auf jeden Fall bietet die Ausstellung einen prägnanten Einblick in das Schaffen des Niederländers. (bis 25. Oktober; Dienstag bis Freitag 14-18 Uhr, Samstag 12-16 Uhr)

Yvonne Bosl, Christian Schied und Bernd Weber bilden das Künstlerkollektiv „BSW“, das sich ganz der konkreten Formensprache verschrieben hat. Schied zeigt in den Räumen der Pro-Arte-Stiftung modulare Objekte, deren Farbigkeit durch Auslassungen auch mal die umgebenden Wände einbezieht. Kollegin Bosl tritt mit ihren Materialdrucken, die oftmals Buchstaben oder Zahlen – auch in starker Abstrahierung – ins große Format setzen. Da ist bei aller Reduktion viel spielerische Freiheit zu entdecken. Webers plastische Wand- und Bodenobjekte erreichen den höchsten Grad an Abstraktion. Oftmals erscheinen sie fast monochrom, sie gewinnen erst durch den Dialog zu einem in Konjunktion gehängten Werk eines „BSW“-Kollegen ihre mitunter monolithische Kraft. Betont setzen die Künstler ihre Arbeiten zueinander in Beziehung, gewinnen dadurch Variabilität, wo die Gefahr von Gleichförmigkeit aufscheint. (bis 19. Oktober; Dienstag bis Freitag 14-18 Uhr, Samstag 11-14 Uhr)

Florian Schröder wandelt mit seinen fröhlichen Vektorgrafiken der Marke „Wokasoma“ auf den Spuren der Pop-Art-Ikonen. Gewieft zitiert und adaptiert der junge Künstler die Selbstinszenierungsstrategien beispielsweise eines Andy Warhol, indem er sich selbst oder markante Teile seines Gesichts zum Hauptprotagonisten der Kunstwerke macht. Diese spazieren fröhlich auf der Trennlinie von Kunst und Kommerz, mit Ausschlägen in beide Richtungen. Schröder schöpft für die farbigen Siebdrucke aus der Formensprache der Werbeindustrie, er nutzt einfache Formen und ikonische Gestalten. Warhols Dosensuppe wird so zur Wokasoma-Soup, der Smiley wird schröderisiert und Versatzstücke aus Comic und Cartoon ergeben den Nährboden für amüsante Grafik-Gimmicks. „Mens agitat molem“ – zu deutsch „Der Geist bewegt die Materie“. Ein Bildtitel, der die Ausstellung erklärt. (bis 20. September; Dienstag bis Freitag 13-18 Uhr, Samstag 11-15 Uhr; Finissage am Samstag ab 19 Uhr im Rahmen der Kulturnacht)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren