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Fotorealismus: Das Sichtbare und das Unsichtbare

Fotorealismus

Das Sichtbare und das Unsichtbare

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    „Chocoladen Haus“ ist ein Bildmotiv von Anne Teibert, deren neueste Ausstellung im Oberfahlheimer Museum für Bildende Kunst des Landkreises Neu-Ulm den Einstieg in die Herbstsaison eröffnet. Die Präsentation ist im Landkreismuseum bis 13. November zu besichtigen.
    „Chocoladen Haus“ ist ein Bildmotiv von Anne Teibert, deren neueste Ausstellung im Oberfahlheimer Museum für Bildende Kunst des Landkreises Neu-Ulm den Einstieg in die Herbstsaison eröffnet. Die Präsentation ist im Landkreismuseum bis 13. November zu besichtigen. Foto: Foto: Florian L. Arnold

    Nersingen/Oberfahlheim In einer Zeit, in der Menschen von Massenmedien visuell überreizt werden, ist es der fotorealistischen Malerin ein Anliegen, den Betrachter zu sensibilisieren. Er soll auf die gemalten Kleinigkeiten und Details aufmerksam werden, die er immer weniger bewusst in seiner Umgebung wahrnimmt. Die Motive findet die Künstlerin überall in der „Wirklichkeit“: Landschaften, Stillleben, Menschen, Tiere und die „Aufmerksamkeit für die menschliche Figur, das unscheinbare Objekt und die unmittelbare Beziehung zur Natur“, so die Künstlerin. Teibert arbeitet nach Fotografien, doch hat sie die klassische Malerei nach der Natur in ihrem Studium an den Kunstschulen in Arad und Temesburg gelernt. Erst die Motivfülle, der sie auf Reisen nach Südamerika begegnete, machte den Fotoapparat zum Komplizen des Gedächtnisses bei der Komposition eines Gemäldes. Teibert bekennt sich zu einer gegenstands- und figurengebundenen Malerei, in der die „Bilder, Futter für das Beute suchende Auge, sich selbst erschließen sollten oder ihre Magie bewahren“.

    Das Sterbende und Vergehende zieht Teiberts Blick auf sich und färbt auch den Blick auf frisches Obst oder scheinbar unberührte Natur. Das hat auch ästhetische Gründe: Für den Malerpinsel sind abwechslungsreiche Flächen, Kontraste und Widersprüche interessanter als die homogene Farbe. Wo die Landschafts- und Naturbilder einen manchmal recht nachdenklich erscheinenden Blick auf verschwindende Paradiese werfen, spricht Teiberts Porträtmalerei eine andere Sprache, zeigt „exemplarisch den Menschen von heute“, so Laudatorin Dr. Andrea El-Danasouri. „Das Exotische zieht mich an“, bekennt die Künstlerin, und erklärt ihre Studien auch mit inspiratorischen Aspekten. Das menschliche Gesicht übt magische Anziehungskraft aus. Auch hier findet keine 1:1-Übernahme eines Motivs statt. Mal spitzt Teibert durch eine „hyperrealistische“ Darstellung die Bildwirkung zu, dann kitzelt sie verborgene Persönlichkeitsmerkmale hervor. Auch in den Portraits scheint das Sterblichkeitsmotiv durch: in einer sensiblen Studie eines Mannes, den Teibert zugleich auch als 12-Jährigen zeigt. Das Modell ist begeistert: „Die Zeichnung ist so gut, dass ich diesen Pullover, den ich auf diesem Foto als Zwölfjähriger trug, wieder auf der Haut spüren kann“.

    Ausstellung Anne Teibert: Die Magie des Realen. Malerei und Zeichnung. Bis 13. November. Geöffnet Dienstag 16-20 Uhr, Samstag / Sonntag 13 bis 17 Uhr. Kontakt Telefon (07308) 92 24 43.

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