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Gesellschaft: Der Nachbar soll kein Unbekannter mehr sein

Gesellschaft

Der Nachbar soll kein Unbekannter mehr sein

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    Das Diskussionspodium bei der Informationsveranstaltung „Aufbau einer Nachbarschaftshilfe in Elchingen“: (von links) Agenda-Mitglied Katrin Albsteiger, die gemeindliche Seniorenbeauftragte Irmtraud Thies, Referentin Sabine Wenng, Bürgermeister Eisenkolb und Agenda-Mitglied Karin Batke.
    Das Diskussionspodium bei der Informationsveranstaltung „Aufbau einer Nachbarschaftshilfe in Elchingen“: (von links) Agenda-Mitglied Katrin Albsteiger, die gemeindliche Seniorenbeauftragte Irmtraud Thies, Referentin Sabine Wenng, Bürgermeister Eisenkolb und Agenda-Mitglied Karin Batke. Foto: Deger

    Elchingen „In früheren Zeiten saß man auf der Treppe und hat mit den Nachbarn ein Schwätzchen gehalten. Heute sitzen die Nachbarn im Fernseher.“ Mit dieser Feststellung umriss eine ältere Bürgerin bei der Informationsveranstaltung „Aufbau einer Nachbarschaftshilfe in Elchingen“ im Oberelchinger KV-Haus eines der Hauptprobleme gesellschaftlicher Entfremdung, das nicht nur Elchingen betrifft.

    „Die Grundlagen einer informellen Nachbarschaftshilfe sind das Miteinanderkommunizieren, das Sichkennen und Kennenlernen, ein Grundvertrauen und die Bereitschaft, sich gegenseitig zu unterstützen.“ So umschrieb Diplompsychogerontologin Sabine Wenng von der Münchner Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung die Voraussetzungen für eine funktionierende Nachbarschaftshilfe, die sie schon in vielen Gemeinden im Rahmen der örtlichen Seniorenkonzepte aufgebaut hat. Auf Einladung der Gemeinde war sie zu einer Informationsveranstaltung nach Elchingen gekommen.

    Zusammen mit Elchingens Bürgermeister Joachim Eisenkolb und den Agenda-Mitgliedern und Seniorenbeauftragten der Gemeinde Karin Batke, Irmtraud Thiess und Katrin Albsteiger und etwa 50 Interessierten entstand eine lebhafte Diskussion um die Entwicklung eines nachbarschaftlichen Zusammenlebens, das nach Meinung aller Beteiligten ein wichtiger Baustein im Gebäude des neuen Seniorenkonzeptes sein müsste.

    Ein dauerhaftes freundschaftliches Verhältnis

    Um eine gute Nachbarschaft zum Leben zu erwecken, braucht es nach der Erfahrung von Sabine Wenng verschiedene Faktoren: Beispielsweise könnten Telefonketten eingerichtet, Haus- und Straßenfeste organisiert, Einkaufsgemeinschaften gebildet oder gegenseitige Hol- und Bringdienste installiert werden. Dies trage nicht nur zu einem persönlich engagierten Kennenlernen, sondern zu einem dauerhaft-freundschaftlichen Verhältnis unter den Menschen in der nächsten Umgebung bei.

    Gardinen waschen oder Gartenarbeiten erledigen

    Eine Erweiterung der Hilfe könnte die Gründung einer Nachbarschaftshilfe als Organisationsform in der Gemeinde oder durch Institutionen wie die Wohlfahrtsverbände darstellen. Durch eine solche Organisationsform sei es auch möglich, haushaltsnahe Dienstleistungen wie Gardinenwaschen oder Gartenarbeiten zu erledigen oder Entlastungsangebote für pflegende Angehörige und Unterstützung bei Behördengängen und Arztbesuchen anzubieten.

    Den Beispielen für eine funktionierende Nachbarschaftshilfe folgte ein reges Gespräch über die Möglichkeiten ihrer Verwirklichung in Elchingen und über die Frage, unter welchem Dach eine organisierte Hilfe angeboten werden sollte. Hier bot sich der Elchinger Verein „füreinander“ als Kooperationspartner mit der Gemeinde an.

    Bürgermeister Eisenkolb betonte, dass künftig ein bezahlter und staatlich bezuschusster Seniorenbeauftragter bei der Gemeinde die Koordination aller am Seniorenkonzept Beteiligten übernehmen könne. Das ausgearbeitete Konzept werde in drei Monaten der Öffentlichkeit vorgestellt, damit alle Beteiligten an dessen Verwirklichung mitarbeiten können.

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