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Gewalt & Schulen: Die Amokdrohungen werden weniger

Gewalt & Schulen

Die Amokdrohungen werden weniger

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    Unter Verdacht: Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen exzessiver Gewalt und dem Konsum von gewissen Computerspielen.
    Unter Verdacht: Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen exzessiver Gewalt und dem Konsum von gewissen Computerspielen. Foto: dpa

    Ulm Vor knapp drei Jahren tötete ein Jugendlicher in einer Winnender Schule 15 Menschen und verletzte elf schwer. Zuletzt fand auch der Täter den Tod. Angesichts solch grausamer Ereignisse tritt die Frage nach der Sicherheit der Kinder an Schulen in den Vordergrund. Die Polizeidirektion Ulm hat zum Thema Gewalt im Lebensbereich sogar eigens einen Koordinator eingesetzt. Der zog jetzt Bilanz.

    Im Jahr 2011 gingen sieben solcher Drohungen gegen Schulen ein. Dies waren nach Polizeiangaben deutlich weniger als in den Vorjahren. Alle Täter wurden ermittelt, in keinem Fall stellte sich die Drohung als ernsthaft heraus.

    An 41 Schulen der Region wurde umgebaut

    An 41 Schulen beriet der Koordinator die Verantwortlichen, welche baulich-technischen Maßnahmen sinnvoll sind. Schulungen erfolgten in zwölf Lehrerkollegien, daneben begleitete er etwa dieselbe Zahl an Krisenteam-Sitzungen. Diese Teams gibt es mittlerweile an den meisten Schulen. Darin sind Lehrer und Mitarbeiter zusammengefasst, die für ein professionelles Handeln in Krisenfällen, wie etwa bei Gewalttaten, besonders geschult sind. Der Koordinator der Polizei begleitete auch einzelne Projekte, wie etwa ein Schauspiel des Ulmer Theaters zum Thema Amok, die Ausbildung der Krisenteam-Mitglieder der Schulen und die Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen, die allen Akteuren im Ernstfall hilfreich sind.

    „Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten und Konzepte ständig an die neuesten Erkenntnisse und Erfahrungen anzupassen, hat die Ulmer Polizei bereits seit 2002 eine regelmäßige Besprechung mit den geschäftsführenden Schulleitern und weiteren zuständigen Behörden eingerichtet. Im Jahr 2009 wurde zudem ein Koordinator eingesetzt. Seine Aufgabe ist es, das Netzwerk für Sicherheit auszubauen und ständig zu überarbeiten“, so der Leiter der Polizeidirektion Ulm, Leitender Kriminaldirektor Karl-Heinz Keller.

    Die Ratschläge stoßen auf offene Ohren

    Neben der Zusammenarbeit in einem Expertenkreis in Ulm habe der Koordinator auch in vielen Gemeinden im Alb-Donau-Kreis mit den Verantwortlichen über die Sicherheit an den Schulen gesprochen, Lehrern und Personal Verhaltenshinweise bei Gewaltvorfällen gegeben und gemeinsam mit ihm Möglichkeiten erarbeitet, die aktuelle Situation zu verbessern.

    „Trotz der Kosten, die regelmäßig auf die Schulträger zukommen, stoßen die Ratschläge auf offene Ohren“, lobt Keller die Zusammenarbeit mit den Sicherheitspartnern. Auch die Resonanz seitens des Lehrpersonals sei positiv. Die Verhaltensgrundsätze gäben den Lehrerinnen und Lehrern Sicherheit, die sie auf die Schüler übertragen könnten.

    Amok: Warum gibt es Amokläufer? (az)

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