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Einkaufstempel

10.12.2012

Glacis-Galerie: Investor erkauft sich Zustimmung der Anlieger

Still und starr ruht das Gelände, auf dem die Glacis-Galerie entstehen soll. Die Klage von elf Anliegern entlang der Bahnhofstraße endet nun wohl in einem außergerichtlichen Vergleich, nachdem der Investor bereit ist, den Nachbarn Geld zu zahlen.
Bild: Andreas Brücken

Procom zahlt Geld für außergerichtlichen Vergleich. Stillschwiegen über die Höhe der Entschädigung

Neu-Ulm Im Rechtsstreit um den Bau der Glacis-Galerie in der Neu-Ulmer Innenstadt steht jetzt eine außergerichtliche Einigung bevor. Die Anlieger entlang der Bahnhofstraße, die gegen den Bau des riesigen Einkaufstempels geklagt haben, und die Manager der Hamburger Investorengruppe Procom, haben sich nach zähen Verhandlungen darauf verständigt, dass die Anlieger ihre Klage gegen Zahlung einer namhaften Entschädigung ihre Klagen zurückziehen. Um wie viel Geld es sich dabei handelt ist unklar – die Beteiligten haben strengstes Stillschweigen vereinbart. Vor Monaten war einmal die Rede von 300000 Euro. Teilnehmer der geheimen Verhandlungen berichten, dass die Gespräche sehr zäh verlaufen seien und die Manager nur zähneknirschend Geld locker gemacht hätten. In trockenen Tüchern ist der Vergleich aber noch nicht, da noch die schriftliche Zusage aus Hamburg fehlt.

Der Streit zwischen elf Anliegern der Bahnhofstraße und der Hamburger Investorengruppe um den Bau der Glacis-Galerie zieht sich schon seit Längerem hin. Die unmittelbaren Nachbarn fürchten hauptsächlich Lärm und Gestank aus den Abluftanlagen und fordern daher eine Verlegung der sogenannten Skyboxen auf die Südseite des Gebäudekomplexes. Wie mehrfach berichtet, sind die unmittelbaren Anlieger alles andere als begeistert davon, dass ihnen nun ein 26 Meter hoher Gebäudekomplex vor die Nase gesetzt werden soll.

Procom hatte aber von vornherein auf eine außergerichtliche Einigung mit den Nachbarn der künftigen Glacis-Galerie hingearbeitet, weil dies nach vorliegenden Informationen für das Unternehmen deutlich billiger sei als eine Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg. Zumal Rechtsanwalt Georg Waas, der die elf Anlieger juristisch vertritt, der Ansicht war: „Wir haben in einem solchen Verfahren keine schlechten Karten.“

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Die Anlieger fürchten außer Lärm und Gestank auch Legionellen, die aus den Klimaanlagen austreten könnten, wie es vor zweieinhalb Jahren in Ulm der Fall war. Damals waren fünf Menschen gestorben und 59 weitere an der Legionärskrankheit erkrankt.

Deshalb müssten technische Vorkehrungen getroffen werden, dass von diesen Anlagen keinerlei Gefahren für die Anlieger ausgehen. Mit dem Geld, das die Anlieger nun von Procom bekommen, können sie Schallschutzfenster in ihren Häusern einbauen.

Baubeginn bleibt abzuwarten

Ob Procom nach der außergerichtlichen Einigung tatsächlich mit dem Bau des teuren Projektes beginnen wird, bleibt abzuwarten. Zwar haben die Manager mehrfach beteuert, dass sie schnell loslegen wollen. Weil sich die genannten Termine für Baubeginn und Fertigstellung in der Vergangenheit mehrfach verschoben haben, sind bei den Anliegern Zweifel aufgekommen, ob das Vorhaben in der geplanten Form realisiert wird. Daran hat sich bei einigen nichts geändert. Aus den Zweifeln sind nun Hoffnungen geworden: „Vielleicht bauen die ja gar nicht“, fasste einer der Anlieger die Stimmungslage zusammen.

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