Holzheim Grundstücke kaufen und Kanäle sanieren: „Wir haben ein paar größere Projekte geplant“, vermeldete Ursula Brauchle, Zweite Bürgermeisterin von Holzheim, bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat. In der Sitzung vertrat Brauchle den erkrankten Bürgermeister Franz Wegele.
Rund 2,4 Millionen entfallen auf den Verwaltungshaushalt für laufende Geschäfte. Dieser Betrag ist im Vergleich zu den Vorjahren nur minimal gestiegen. Einen großen Batzen machen die Kosten für den Zweckverband der Kläranlage Holzheim/Steinheim aus.
„Extrem schlechte Werte“ lassen Kosten steigen
Bei einer stichprobenartigen Untersuchung seien dort „extrem schlechte“ Werte gemessen worden, wodurch sich die Abwasserabgabe schlagartig um rund 50000 Euro erhöht habe, erklärte Kämmerer Erich Spann und fügte hinzu: „Das ist so, als seien wir in eine Radarkontrolle geraten.“ Dazu musste ein defekter Rechen im Klärbecken ausgetauscht werden. Beide Posten schlagen mit insgesamt 100000 Euro zu Buche.
Für Investitionen greift die Gemeinde dieses Jahr deutlich tiefer in die Kasse: Insgesamt wurde der Vermögenshaushalt – hier sind Einnahmen und Ausgaben für Eigentum und Investitionen vorzeichnet – mit rund 1,9 Millionen Euro veranschlagt: vier Mal so viel Geld, wie im Vorjahr, als nur knapp 400000 Euro ausgegeben wurden. Um alle Projekte stemmen zu können, will die Gemeinde in diesem Jahr einen neuen Kredit in Höhe von 800000 Euro aufnehmen.
Zu den größeren Investitionen gehört das Neubaugebiet „Am Kadeltshofer Weg“: Dort will die Gemeinde insgesamt 1,2 MillionenEuro für Grundstückskäufe ausgeben. „Das Ganze ist allerdings noch nicht ganz spruchreif“, stellte Brauchle klar. Einiges an Geld fließt auch wieder ins Abwassersystem: 130000 Euro wurden für die geplante Kanalsanierung veranschlagt, rund 86000 Euro für eine sogenannte Polymer-Dosierstation – ein Bauteil, das Chemikalien ins Wasser gibt – in der Kläranlage.
195000 Euro für Grüngutsilo und eine Fotovoltaikanlage
Auch der Bauhof wird bedacht: Das neue Grüngutsilo kostet 45000Euro, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Hofgebäudes 150000 Euro. Für Schule und Kindergarten wurden im Haushalt ebenfalls Beträge eingeplant: Vertreter der Einrichtungen waren mehrfach mit Reparaturwünschen an die Gemeinde herangetreten.
Die Schlüsselzuweisungen, Zahlungen vom Freistaat an die Gemeinde, kommentierte Brauchle mit „sehr erfreulich“: Sie sind heuer mit rund 260000 Euro ungefähr doppelt so hoch wie noch 2011. Die Räte sahen keinen Anlass für Kritik oder Diskussionen zum Zahlenwerk – der Holzheimer Haushaltsplan wurde einstimmig angenommen.