Roggenburg „Wir setzen Zeichen am Wegesrand, die Richtung gibt ein anderer vor“, sagt Pater Roman Löschinger, der Direktor des Zentrums für Familie, Umwelt und Kultur im Prämonstratenserkloster Roggenburg, wenn man ihn nach den zentralen Anliegen des Zentrums fragt.
Vor zehn Jahren wurde die inzwischen bundesweit bekannte Bildungseinrichtung eingeweiht. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit konnten die Tagungs- und Ausstellungsräumlichkeiten belegt und 120 Übernachtungsgäste aufgenommen werden.
Die Bettenauslastung stieg von 9691 im Jahr 2002 auf 19690 im Jahr 2012. Im vergangenen Jahr fanden 1291 Veranstaltungen mit 63216 Teilnehmern statt. Diese nüchternen Zahlen unterstreichen, welche Erfolgsstory das Bildungszentrum inzwischen geschrieben hat.
„Wichtig sind für uns die Menschen, die hinter diesen Zahlen stehen“, sagt Pater Roman. „Die Menschen“, das sind zum Beispiel Familien mit kleinen Kindern, Schulklassen, Elterngruppen und Familienkreise, Erzieherinnen, Lehrerinnen und Lehrer, Künstler oder Tagungs- und Kursteilnehmer aus Kirche, Wirtschaft, Politik, Umweltverbänden und Universitäten.
Die Bedeutung des Bildungszentrums wurde schon bei seiner Gründung durch die Anwesenheit von 450 Gästen und Ehrengästen unterstrichen. Hohe kirchliche Würdenträger, Bundes- und Landesminister, Kommunalpolitiker und Vertreter des öffentlichen Lebens waren von den Baulichkeiten und der Zielsetzung des Zentrums beeindruckt. Unter ihnen waren Domkapitular Dr. Dietmar Berndt, Bundesminister a. D. Dr. Theo Waigel, Landrat Erich Josef Geßner, Staatsministerin Christa Stewens, Staatsminister a.D. Josef Miller, der Generalsekretär der Deutschen Umweltstiftung Fritz Brickewede und Roggenburgs Bürgermeister Franz Clemens Brechtel zu finden. Pater Thomas Handgrätinger, der römische Generalabt des Prämonstratenser Ordens, nahm die Einweihung und Segnung der neuen Einrichtung vor.
Das Roggenburger Konzept, moderne Familienbildung mit Umwelterziehung und kulturellen Angeboten zu vernetzen, wurde von den Festrednern als „einmalig in der deutschen Bildungslandschaft“ bezeichnet. „Wir können nach zehn Jahren sagen, unser Konzept ist aufgegangen“, sagt Pater Roman heute. Das inzwischen von der Unesco ausgezeichnete Bildungszentrum helfe Menschen, ihre Persönlichkeit zu stärken, es biete Hilfen zur Erziehung und Wertorientierung an, wecke zusammen mit dem Walderlebniszentrum Verständnis für ökologische Kreisläufe und fördere musische und künstlerische Kreativität.
Im Zentrum buchen Familien Umweltferien oder Bildungsseminare, Lehrer und Erzieherinnen halten Fortbildungsveranstaltungen ab und Schulklassen veranstalten Projekttage. Die alljährliche Ferienakademie hat landesweite Bedeutung erlangt.
Für kreative Angebote und Ausstellungen stehen Ateliers und Räumlichkeiten im „Haus für Kunst zur Verfügung. Pater Roman hat nicht übertrieben. Das Zentrum ist zu einem leuchtenden Zeichen am gesellschaftlichen Wegesrand herangewachsen.
Sein „zehnter Geburtstag“ wird am morgigen Sonntag, 6. Mai, ab 14 Uhr mit einem „Tag der offenen Tür“, einem „Markt der Möglichkeiten“ und einem großen Fest gefeiert.