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Kommentar: Gartenschau ist eine große Chance

Kommentar

Gartenschau ist eine große Chance

Oliver Helmstädter
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    Das Blaubeurer Tor steht sinnbildlich für den ehemals unsensiblen Umgang mit der Bundesfestung und für die Dominanz der Verkehrsinfrastruktur. Die Festungsmauer wurde in diesem Bereich überwiegend abgebrochen, die B10-Brücke direkt auf das Bauwerk aufgesetzt, und das Tor bildet heute den Zirkelstich für den riesigen Verkehrskreisel. Die bestehenden Fuß- und Radwegeverbindungen um das Blaubeurer Tor sollen einschließlich der Unterführungen deutlich aufgewertet werden. Die Aufenthaltsqualität soll für zeitlich beschränkte Nutzungen durch Verbesserung des Lärmschutzes gesteigert werden, sodass die Toranlage für bestimmte Kulturveranstaltungen wie beispielsweise Konzerte wieder nutzbar wird.
    Das Blaubeurer Tor steht sinnbildlich für den ehemals unsensiblen Umgang mit der Bundesfestung und für die Dominanz der Verkehrsinfrastruktur. Die Festungsmauer wurde in diesem Bereich überwiegend abgebrochen, die B10-Brücke direkt auf das Bauwerk aufgesetzt, und das Tor bildet heute den Zirkelstich für den riesigen Verkehrskreisel. Die bestehenden Fuß- und Radwegeverbindungen um das Blaubeurer Tor sollen einschließlich der Unterführungen deutlich aufgewertet werden. Die Aufenthaltsqualität soll für zeitlich beschränkte Nutzungen durch Verbesserung des Lärmschutzes gesteigert werden, sodass die Toranlage für bestimmte Kulturveranstaltungen wie beispielsweise Konzerte wieder nutzbar wird. Foto: Andreas Brücken

    Der Zuschlag für die Landesgartenschau wird Ulm schöner machen. Dass Landesgartenschauen der Stadtentwicklung gut tun, wurde in der Region mehrfach bewiesen: Der Doppel-Ausgabe aus dem Jahr 1980 in Ulm und Neu-Ulm haben die Schwesterstädte viel zu verdanken. Die Friedrichsau etwa, wäre heute nicht das Juwel, als das es sich heute darstellt.

    Die Gestaltung des Aussees, der Dianawiese und auch die Glacis-Anlagen in Neu-Ulm wäre ohne die Gartenschau kaum denkbar. Neu-Ulm profitierte 2008 erneut: Ganz schön Blume!“ lautete das Motto vor zehn Jahren. Noch heute sind die Spuren wohltuend sichtbar. Etwa im Wiley, wo der Sport- und Freizeitpark bestehen blieb, oder auch die freigelegte Caponniere wäre ohne den Rückenwind der Gartenschau kaum denkbar.

    Wie bei den zwei vorausgehenden Landesgartenschauen, geht es auch 2030 darum, Sünden aus der Vergangenheit zu reparieren und ein Werk, das 1980 begonnen wurde, zu vollenden: Der grüne Ring um die Innenstadt wird sich nach fünfzig Jahren schließen. Zumindest auf Ulmer Seite. Ein geschlossener Festungsring unter Einbeziehung der Neu-Ulmer Seite entsprechend des historischen Vorbildes wird in der Bewerbung ausdrücklich formuliert und liefert gleich eine Aufgabenstellung für die nächste Gartenschau auf bayerischer Seite mit.

    Spötter sagen vielleicht, was interessiert mich, was in zwölf Jahren passiert. So einfach ist es allerdings nicht: Durch den erfolgten Zuschlag spielt die Landesgartenschau ab sofort bei allen Entscheidungen im Gemeinderat rund um die Festung eine Rolle. Das Projekt wird die Stadt auf Jahrzehnte prägen. Denn die riesigen Flächen und gewaltigen Anlagen der Bundesfestung bieten enormes Potenzial für Freiflächen grüne Brücken und neue Nutzungsmöglichkeiten. Darüber hinaus könnte die Bundesfestung, mit der größten Burg des Kontinents im Mittelpunkt, eine Art identitätsstiftendes Element aller Ulmer werden, wie es bisher nur das Münster ist.

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