Nersingen Zwei Galakonzerte gab es am Wochenende in Nersingen mit dem Musikverein Fahlheim und der Neu-Ulmer Profimusikschule „Master and Arts“ unter dem Motto „Musical and More“. Die Erwartungen der Gäste waren dementsprechend hoch, viele stellten sich die Frage: „Wie kann ein Blasorchester mit Musicalgesang harmonieren?“ Auch für den Fahlheimer Dirigent Franco Hänle war dieses Experiment eine Herausforderung: „Für das Orchester ist es eine große Umstellung Solisten zu begleiten, aber wir haben uns auf dieses Cross-over-Projekt eingelassen.“
Der Fahlheimer Musikverein hat sich für dieses Konzert mit der Musikschule entschieden, da diese bereits in den vergangenen zwei Jahren mit der Holzheimer Schützenkapelle zwei Konzerte in diesem Stil veranstaltet hat und der Andrang sehr groß war.
Mit hohem technischem Aufwand wurde der erste Teil des Konzerts von der Musikschule mit Rock- und Popsongs gestaltet. Der Auftakt war vielversprechend. Die vier Sänger der Band Monday präsentierten Rockklassiker und aktuelle Songs wie von „ Halt dich an mir fest“ von Revolverheld oder „Laura non c’e“. Danach kamen die Jüngsten der Musikschule an die Reihe. Das Lampenfieber stand ihnen förmlich im Gesicht. Die Teenager im Alter von neun bis 14 Jahren klangen noch etwas unsicher, bemühten sich aber mit den Titeln „Engel fliegen einsam“ oder „Dreamer“ von Ozzy Osbourne.
Die nächste Band, die seit über einem Jahr zusammen spielt, stellte Titel unter anderem von Queen und Bryan Adams vor und beendete den Rock- und Pop-Teil. Zwar hatte die Präsentation der einzelnen Gruppen teils den Charakter eines Schulklassenvorspielabends, aber es war trotzdem eine Freude, dem breit gefächerten Repertoire unter der musikalischen Leitung von Regina Hellmann zuzuhören.
Im zweiten Teil des Abends wurde es dann spannend, denn die Nersinger Musikfreunde zeigten sich neugierig auf das Zusammenspiel des Orchesters mit der Musikschule. Ganz im Zeichen des Musicals „Mamma Mia“ gab es ein Medley mit den beliebtesten Abba-Hits. Die Stimmung in der Gemeindehalle stieg von Song zu Song. Das Blasorchester glänzte durch perfektes Spiel für die ungewöhnliche Art der Liederauswahl, und der Spaß an diesem Musikexperiment war den rund 50 Musikern anzusehen. Die Solisten der Musikschule sangen Ohrwürmer wie „Waterloo“, „Dancing Queen“ oder „Mamma Mia“. Für das Publikum stand am Ende fest: „Das Experiment ist gelungen.“ (ewgo)