Attenhofen Dass der Name „Eintracht“ Attenhofen nicht nur Schall und Rauch ist, bewiesen die Musiker bei ihrem Frühjahrskonzert im voll besetzten Saal des Gasthauses „Hirsch“. 40 Jugendliche und 35 „reifere“ Musikanten harmonierten bei ihrem Konzert mit dem Dirigenten Manfred Pecher, wunderbar miteinander und verzauberten die Zuhörer mit ihrer Darbeitung.
Auch heuer ein Jubiläum
Den Startschuss für den harmonischen Abend gab die Jugendkapelle, frisch moderiert von Lena Glisic und Andrea Strauß. Nach dem gewaltigen „Bolero“ von Maurice Ravel begrüßte der Vorsitzende Anton Willbold die zahlreichen Zuhörer. Nach dem großen Jubiläum im vergangenen Jahr (wir berichteten), können die Musiker in diesem Jahr ein weiteres Fest begehen. „Seit zehn Jahren schon sorgt Margit Nägele mit ihrer Flötengruppe Flöfantis dafür, dass wir nicht nur unglaublich viel Nachwuchs bekommen, sondern die Allerkleinsten schon an die Musik herangeführt werden“, bedankte sich der Vorsitzende bei der Abteilungsleiterin.
Mit einem sehr harmonischen Zusammenspiel zwischen der Jugendkapelle und den Flötenkindern, konnten diese ihre Ausbildung eindrucksvoll vor dem voll besetzten Saal unter Beweis stellen. Dirigent Manfred Pecher hätte dazu kein besseres Stück als Ivo Kouwenhoyens „Latin Fiesta“ wählen können. Auch beim nächsten Stück, „Die Berner Stadtwache“ von Thomas Berghoff überraschte die Jugendkapelle und zeigte deutlich, dass man auch ein ursprünglich eher gemächliches Stück mit Temperament und Leidenschaft spielen kann. Hervorragend fügte sich hier das perfekt gespielte Tenorhornsolo von Sophia Goßner ein. Klar war, dass die Jugendkapelle nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde. Bei „New York, New York“ zeigte sich die Jugend von ihrer swingenden Seite.
So richtig amerikanisch lösten dann die Musiker der Musikkapelle die Jugend ab. Zünftig und fesch präsentierten sie den Welthit „The Washington Post“ von John Philip Sousa, der mit lang anhaltendem Applaus belohnt wurde. Mit einem tief ins Gemüt gehenden Duett zwischen Rebekka Pecher an ihrer Piccoloflöte und Bernhard Wilka an der Trompete stimmten die Musiker die „Forrest Gump Suite“ des amerikanischen Komponisten Alan Silvestri an.
Wie alle Jahre packten die Musiker ihre Ehrungen in ihr Frühjahrskonzert. Gerhard Snehotta, Bezirksvorsitzender des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds, durfte mit seinem bekannten Quäntchen Humor die Ehrungen übernehmen. Gold konnte der ASM-Vorsitzende an Michael Dirr für 25 Jahre im Dienste der Musik überreichen. Für 15 Jahre im Verein wurden Monika Ritter, Sebastian Mayer und Andreas Purr geehrt.
Auch eine Überraschung hatte der Vorsitzende an diesem Abend mitgebracht. Der ehemalige und langjährige Vorsitzende der Musikkapelle, Reinhard Wenzel, wurde mit einer Urkunde zum Ehrenmitglied ernannt.
Im Anschluss ging es mit dem Stück „Silva Nigra“ von Markus Götz weiter. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so gaben sich die Zuhörer diesem wunderbar präsentiertem Stück über den Schwarzwald hin. Man konnte sich förmlich das Hufgetrappel der Pferde und den Ruf des Kuckucks vorstellen und erleben, wie sich aus dem dunklen Wald eine Lichtung auftut und einen über das klare Tal blicken lässt. Schunkeln war angesagt, als die Musiker „Waltz No. 2“ von Dmitri Schostakovich anstimmten und die gute Laune am Kochen hielten.
In die große Welt der Theaterbühne entführten die Musiker dann mit dem Stück „Music“ von John Miles, das nach dem sehr gefühlvollen und melancholischen Trompetensolo sehr sauber in den flotten und rockigen 7/4-Takt des weltberühmten Stücks überging.
Natürlich darf bei einem Konzert eine ordentliche böhmische Polka nicht fehlen, auch diesen Wunsch erfüllte die Kapelle unaufgefordert und riss das Publikum mit Karel Sejks Stück „Im Wäldchen“ mit. Einen wunderbaren Abschluss gaben die Musiker dann mit „Im Glanz der Sterne“ von Franz Watz, um sich dann mit der Zugabe „Der Falkenauer“ von Ernst Mosch zünftig zu verabschieden. (soba)