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Senden

27.03.2018

Künstlerinnen überzeugen die Jury

Drei glückliche Preisträgerinnen: (von links) Martina Staudenmayer (Grafikpreis), Nina Krug und Pauline Mayser (beide Jugendförderpreis).
Bild: Angela Häusler

Im Jubiläumsjahr des Kunstvereins Senden sind alle Preisträger bei der Grafikausstellung weiblich – und die Vielfalt ist groß.

Eine vielseitige Bilderschau ist jetzt im Sendener Bürgerhaus zu sehen: Die 33. Schwäbische Grafikausstellung bietet bis 8. April Kunstfreunden einen vergnüglichen Querschnitt aus dem Schaffen von rund 120 Künstlern der Region. Zu sehen ist eine große Vielfalt an Ideen, Techniken und Formaten: Zeichnungen, Drucke, Fotografien und Radierungen, Werke von erfahrenen ebenso wie von ganz jungen Künstlern.

Die Jury, bestehend aus Esther Hagenmeier, Antje Freitag, Wolfgang Endrass und der Sendener Kunstvereinsvorsitzenden Dorothea Grathwohl habe sich des hohen Niveaus wegen mit der Entscheidung schwer getan, berichtete bei der Eröffnung Grathwohl. Als sie die Endauswahl trafen, waren die rund 220 Einreichungen schon auf 126 Exponate ausgedünnt worden.

Gleich beim Betreten der Ausstellung fallen drei der in diesem Jahr preisgekrönten Werke ins Auge. Es sind die Arbeiten von Pauline Mayser und Nina Krug, die heuer beide den Jugendförderpreis der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen erhielten. Von Krug stammen zwei Fotoarbeiten, langzeitbelichtete Fotografien aus den Münchner U-Bahn-Stationen Münchner Freiheit und Oberwiesenfeld. Einen faszinierenden Eindruck aus Lichtspiegelungen, Farbschattierungen und Bewegung vermitteln diese Bilder, mit denen die 20-Jährige „Kraft und Vertrauen in den eigenen Blick“ beweise, wie es die Jury formuliert hat. Nina Krug studiert Kommunikationsdesign in Augsburg.

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Ob auch sie sich einmal beruflich der Kunst zuwenden will, weiß die zweite Preisträgerin Pauline Mayser noch nicht. Die 18-jährige Schülerin macht dieses Jahr ihr Abitur an der Ulmer Waldorf-Schule und hegt im Moment eine große Faszination für die Bildhauerei. So wundert das Motiv ihrer Zeichnung „Carrarakuli“ nicht: Sie zeigt eine Büste von Lambert-Sigisbert Adam: Neptun, das Original geschaffen 1737. Neptuns gemeißeltes Gesicht hat sie mit Kugelschreiber auf Karton gebannt, mit bedacht gesetzten Strichen, deren Komposition schließlich eine fast plastische Wirkung entfaltet.

„Graue Fläche auf weißem Grund“ heißen die beiden Werke, für die Martina Staudenmayer prämiert wurde: Sie erhielt den mit 1000 Euro dotierten Grafikpreis der Stadt Senden. Bei den detailverliebt gestalteten Tuschezeichnungen handle es sich um ein „raffiniertes Spiel mit mehreren Ebenen“, so die Jury. Tatsächlich eröffnen sich dem Betrachter bei genauerem Hinsehen mehr und mehr gestalterische Feinheiten, die die im Titel erwähnte „graue Fläche“ letztlich konterkarieren. „Bei mir geht es oft um den zweiten Blick“, berichtete Staudenmayer, die ihre Werke unter anderem in Ulm, Dortmund, Stuttgart und Berlin ausgestellt hat.

Der Kunstverein feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen – aus diesem Anlass verlieh er einen Grafiksonderpreis“. Er ging an die Ulmerin Carmen Wetzke, in der regionalen Kunst-Szene ebenfalls keine Unbekannte. Sie hat zwei Collagen eingereicht, die die Jury durch ihren lockeren Umgang mit Drucktechniken und den unerschrockenen Blick auf den Tod beeindruckt haben. Der Kunstverein wird sein Jubiläum übrigens im Herbst begehen – mit einer Feier und Ausstellungseröffnung am 11. November.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 12 sowie 14 bis 18 Uhr. Karfreitag geschlossen. Ostersonntag und Ostermontag: 10 bis 12 sowie 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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