Im Fall der in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) gefundenen Toten haben die Ermittler Hinweise von mehreren Zeugen bekommen. Das sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Die Angaben würden nun ausgewertet. Die Ermittler versprechen sich davon weitere Anhaltspunkte zu dem Tötungsdelikt und dem Tatverdächtigen. Die Beamten hatten den 40-Jährigen am Samstagabend in einer Gemeinde auf der Laichinger Alb festgenommen, am Sonntag kam er in Untersuchungshaft. Zuvor war die 30 Jahre alte Frau von ihrem Vater am Samstagmorgen tot in ihrer Wohnung gefunden worden. Eine Obduktion hatte am Montag ergeben, dass die Frau getötet wurde.
Der Verdächtige müsse aufgefallen sein, da er einen Rollstuhl dabei hatte, hieß es bei den Ermittlern. Zudem habe die Tote den festgenommenen Tatverdächtigen gekannt, bestätigte ein Polizeisprecher am Montag. Der SWR berichtete am Dienstag zudem, bei dem Verdächtigen handle es sich um den Ehemann der Getöteten. Er habe bis vor einem halben Jahr in dem Haus in Laichingen-Suppingen gewohnt. Der Polizeisprecher wollte sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht dazu äußern. Klar ist aber, dass sich Opfer und Tatverdächtiger kannten. Ob sich der Mann zur Tat geäußert hat, wollten die Ermittler nicht sagen.
Polizei sucht weiterhin nach der Tatwaffe
Derweil sucht die Polizei noch immer nach der Tatwaffe, mit der die Mutter dreier Kinder in der Nacht auf Samstag umgebracht worden ist. Worum es sich bei der gesuchten Tatwaffe handelt, ist unklar. Polizisten durchsuchten den Ortstteil Suppingen und die Umgebung, aber auch den Laichinger Marktplatz. Dort hatte die 30-Jährige auf dem samstags stattfindenden Wochenmarkt gearbeitet. „Wir haben nicht Maßgebliches gefunden“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jürgens.
In Suppingen zogen die Beamten von Haus zu Haus, um die Bewohner des rund 900 Einwohner großen Ortes zu befragen, berichtet Ortsvorsteher Bernd Kühnle unserer Redaktion. Die Stimmung in Suppingen sei bedrückt. „Man kann sich gar nicht vorstellen, dass so etwas in der unmittelbaren Nachbarschaft geschieht“, sagt Kühnle. Die Getötete sei unauffällig gewesen, habe weitgehend zurückgezogen gelebt und sich kaum am Dorfleben beteiligt. Kennen gelernt hätten sie die Nachbarn eigentlich nur über die Kinder in der Schule.
Die drei Kinder der Getöteten hatten in der Nacht vor der Tag bei den Großeltern übernachtet und befinden sich nach Angaben der Polizei weiterhin in der Obhut von Verwandten. Der Fachdienst Soziale Dienste des Landratsamts Alb-Donau betreut die Familie. „Wir unterstützen sie, wo sie Unterstützung brauchen“, sagt Bernd Weltin, der Sprecher des Landratsamts.
Die Ulmer Polizei hofft jetzt auf Zeugen
Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln weiter, um den Verdacht gegen den 40-Jährigen zu erhärten oder zu entkräften. Für diese Ermittlungen suchen die Behörden weiter Zeugen und bitten um Hinweise. Sie fragen: Wer hat in der Nacht zum Samstag in Laichingen-Suppingen verdächtige Personen beobachtet? Wem sind dort Fahrzeuge aufgefallen? Wer hat in der Kirchgasse etwas gesehen oder gehört, was mit der Tat in Verbindung stehen könnte? Wer kann sonst Hinweise geben? Hinweise bitte an die Ulmer Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0731/1880.
Vater findet Leiche seiner 30-jährigen Tochter in deren Wohnung
Der Vater der 30-Jährigen hatte seine Tochter am Samstag kurz nach 7 Uhr in ihrer Wohnung gefunden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Die Eltern waren zuvor von Arbeitskollegen verständigt worden, weil die 30-Jährige nicht zur Arbeit gekommen war.
Wie die Frau getötet wurde, darüber möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen, so Polizeipressesprecher Wolfgang Jürgens auf Nachfrage. Nach dem Ergebnis der Spurensicherung gehen Staatsanwaltschaft und Polizei allerdings davon aus, dass die 30-Jährige gewaltsam zu Tode kam. „Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren“, so Jürgens. Es werde in alle Richtungen ermittelt. (msc, dpa)