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Ulm/Neu-Ulm

15.07.2020

Nabada-Verbot: Welche Strafe bei Verstößen droht

Solche Bilder wie aus dem vergangenen und den vielen Jahren davor soll es heuer nicht geben. Das Nabada am Schwörmontag ist bekanntlich abgesagt, die Polizei wird dafür sorgen, dass niemand die Donau hinunterschwimmt.

Plus Mit großem Aufwand will die Polizei in Ulm und Neu-Ulm verhindern, dass sich wilde Nabader trotz des Verbots in den Fluss stürzen. Das Bußgeld könnte erheblich ausfallen.

Ein einfaches Ein-Mann-Schlauchboot aus dem Baumarkt ist bereits für gut 20 Euro zu haben, bessere Ausführungen für zwei Personen kosten etwas mehr als das Doppelte. Das ist die übliche Preisklasse an Wassergefährten, mit denen sich Tausende wilder Nabader Jahr um Jahr am Schwörmontag die Donau hinuntertreiben lassen, mitten durch wüste Wasserschlachten und feuchtfröhliche Gelage auf schaukelnden Schifflein. So etwas am kommenden Montag zu tun, wäre allerdings eine ausgesprochen schlechte Idee: Das Nabada fällt wegen der Corona-Pandemie bekanntlich ins Wasser. Wer sich trotzdem auf den Fluss wagt und dabei erwischt wird, muss ein Bußgeld in dreistelliger Höhe berappen.

Der Verstoß gegen das Nabada-Verbot wird teuer

„Das ist höher als die Kosten für ein herkömmliches Schlauchboot“, sagte am Mittwoch Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch, „wer trotzdem die Donau runterfährt, muss sich überlegen, ob es das wert ist.“ Die Gefahr, erwischt zu werden, ist ausgesprochen groß: Sechs Kontrollboote kreuzen am Montag auf der Donau. Es werde immer ein paar wenige geben, „die den Schuss nicht gehört haben“, sagte Czisch. Doch wer sich nicht an das Nabadaverbot halte, werde eben bestraft.

Beim Nabada auf der Donau herrschte diesmal ein wilderes Treiben als die vergangenen Jahre.

Video: Alexander Kaya

Die Stadt will alles tun, damit Ulm am Schwörmontag nicht zum Zentrum eines größeren Corona-Ausbruchs wird. Normalerweise feiern Zehntausende Menschen nach der Schwörrede in der Stadt, am Ufer und auf dem Wasser – da hätte das Virus leichtes Spiel. Deshalb gelten diesmal drastische Einschränkungen. Zwischen 9 und 22 Uhr darf niemand in der Donau baden oder sie mit einem wie auch immer gearteten Gefährt benutzen. Zwar werden die Ufer auf beiden Seiten nicht mit Absperrungen gesichert, doch damit niemand sein Bötchen ins Wasser schmuggeln kann, patrouillieren auf bayerischer wie auf württembergischer Seite Polizisten.

Nabada-Verbot: Welche Strafe bei Verstößen droht

Nabada-Verbot vom Ayer wehr bis nach Böfingen

Die sorgen auch schon dafür, dass sich keiner über die Iller in die Donau treiben lässt: Bereits vom Ayer Wehr an hat das Neu-Ulmer Landratsamt den Wasserverkehr bis zur Donaumündung untersagt. Von dort bis zum Kraftwerk Böfingen greift dann das Schwimm- und Paddelverbot auf der Donau. Wie die Polizei sowohl auf Ulmer als auch Neu-Ulmer Seite versichert, wolle sie „freundlich, aber bestimmt“ verhindern, dass jemand irgendwas zu Wasser lässt. Thomas Merk, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm, verspricht: „Wir schauen, dass alles zivilisiert abläuft.“ Er vertraue darauf, dass die Menschen verantwortungsbewusst seien, „denn bei Hochwasser findet ja auch nichts statt. Jetzt geht es eben um eine andere Art von Gefahr.“ Er räumt ein, dies sei eine unangenehme Situation, aber es werden geschulte Kollegen unterwegs sein, „die den entsprechenden Ton finden“, um potenzielle Nabader daran zu hindern, ins Wasser zu gehen.

Die rheinischen Rosenmontagsumzüge sind zwar ein buntes Spektakel, doch gegen den alljährlichen Ulmer Wasserumzug, das Nabada am Schwörmontag, wirken sie doch eher wie Spaß vom Reißbrett: preußisch penibel durchorganisiert. Auf der Donau dagegen geht es wild, ungezügelt und unglaublich lustig zu.
39 Bilder
Wild und bunt: So war das Nabada auf der Donau
Bild: Alexander Kaya

Doch dürfen die Behörden einfach eine Wasserstraße dichtmachen? Ja, sagt Czisch, das sei das Gleiche wie bei jeder Absperrung des öffentlichen Raums, „nur dass diesmal kein Boden drunter ist, sondern Wasser“.

Am Schwörmontag darf es nicht zu eng zugehen

Auch ohne das Nabada soll am wildesten Tag im Jahreskalender der Doppelstadt gefeiert werden, wenn auch in deutlich bescheidenerem Rahmen, wie Rainer Türke von den Ulmer Bürgerdiensten sagt. Während sonst an jeder Ecke eine Party steigt, hat die Stadtverwaltung diesmal den Daumen drauf: Zusätzliche Außenbewirtschaftungen, Freiluft-Schankanlagen oder Live-Bands gibt es nicht. Die Gastronomen können zwar ihre seit Mai etwas vergrößerten Außenanlagen bewirtschaften, aber mehr auch nicht.

Polizei und Stadtverwaltung gehen davon aus, dass Montagnachmittag und -abend mehr Menschen unterwegs sind als an einem herkömmlichen Wochenende. Allerdings dürfe es nicht zu „Feier-Hotspots“ kommen. Dort greifen dann die Ordnungshüter ein, die in deutlich größerer Zahl durch die Stadt streifen. Türke und Czisch hoffen, dass die Menschen „vernünftig und friedlich feiern“. Das Ende steht schon fest: Ab 23 Uhr gilt eine allgemeine Sperrstunde. Und noch etwas ist anders am kommenden Schwörmontag: Gemeinhin schließen die Geschäfte an Schwörmontag mittags ihre Türen. Diesmal bleiben sie überwiegend offen.

Beschränkungen bei der Schwörfeier

Wie berichtet, läuft auch die Schwörfeier auf dem Weinhof etwas anders ab als sonst. Dort sind nur 250 geladene Gäste zugelassen. Wer nicht dazu gehört, kann die Feier ab 11 Uhr live im Internet unter www.ulm.de verfolgen, außerdem ist sie auf den städtischen Facebook- und Youtube-Kanälen sowie bei Regio TV zu sehen. Doch nach dem offiziellen Akt gibt es diesmal keinen Empfang im Rathaus. „Das tut schon ein bisschen weh“, räumt der Oberbürgermeister ein, denn dann könne sich Ulm nicht wie gewohnt gastfreundlich präsentieren.

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  • Der Morgen nach dem Nabada: In der Friedrichsau und in der Donau sah es bei Sonnenaufgang noch ziemlich wild aus.
    22 Bilder
    Die Nachwehen des Nabada in der Ulmer Friedrichsau
    Bild: Alexander Kaya


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