Ulm Vom tragischen Unfalltod ihres Mitgliedes Ralf Ohnewald, 49, war die Zunfthauptversammlung der 427 Mitglieder zählenden „Narrenzunft Ulm“ überschattet. Mit dem Verunglückten verlor der Verein nicht nur einen seiner wichtigsten Organisatoren. „Er war einer der Gründungsmitglieder der Narrenzunft und er war ein Freund und Hästräger mit Herz und Verstand“, sagte Vorstandsmitglied Bernd Haas.
Dass die Narren ihren geschichtlichen Vorbildern folgen und neben dem Blick in den Narrenspiegel den Blick auch auf soziale und gesellschaftliche Verantwortung lenken, zeigte die Spende von 2222,22 Euro, die Sigrid Markmiller, der Schatzmeisterin des Vereins „Hospiz Ulm“, übergeben wurde. Jedes Jahr gehen die Theatereinnahmen aus dem „Narrabrettle“ und der „Narrenbaumversteigung“ an eine wohltätige Organisation. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, aber wir sind Ihnen unendlich dankbar für diese großzügige Unterstützung“, sagte die Schatzmeisterin sichtlich bewegt.
Etwa 100 Delegierte waren ins Neu-Ulmer „Schlössle“ gekommen, um die Fahrt des großen Ulmer „Narrenschiffes“ und seiner Besatzung, der sechs Häsgruppen „Butzaraule, Holl Hexa, Sevelinger Bauza, Gauga Ma, Schemen-Deifl und Ulmer Hansele“, zu hören.
Im Mittelpunkt der Versammlung standen auch die zweijährigen Zunftratswahlen. Der alte und neue Zunftmeister Gerhard Wies konnte in seinem Tätigkeitsbericht auf ein äußerst erfolgreiches Jahr der Narrenzunft zurückblicken. Der Verein stehe auf finanziell gesunden Beinen und präge die Ulmer Fasnacht mit seinen vielfältigen Aktivitäten, meinte er nicht ohne Stolz. „Wir sollten uns immer bewusst sein, dass wir ein verlässlicher Veranstaltungspartner und eines der Aushängeschilder unserer Stadt und des Alemannischen Narrenringes sind und dass wir alle das Gesicht unserer Zunft in der Öffentlichkeit vertreten“, sagte der Zunftmeister in seinem Rückblick.
Er verband dies mit dem Wermutstropfen im närrischen Freudenbecher, dass die aktiven Hästräger bei Veranstaltungen ihre Masken tragen sollten oder dass auf das Mittragen von Bierflaschen, vor allem in den vorderen Reihen, verzichtet werden sollte. Der Unterhalt des Zunftheimes, Anträge zur Beitragseinziehung oder die Frage, ob eine Zunftgruppe wegen zu geringer Mitgliederzahl bei den anderen Hästrägern mitlaufen kann, waren unter anderen Diskussionspunkte der Delegierten.
Großes Freundschaftstreffen in zwei Jahren
Mit Freude konnte Gerhard Wies vermelden, dass die Narrenzunft anlässlich ihres „22. Geburtstages“ im Jahre 2014 das große „Freundschaftstreffen des Alemannischen Narrenringes“ ausrichten wird. Er bat seine Zunftmitglieder um eine aktive Beteiligung an den Vorbereitungen zu diesem Fest, „damit das traditionsreiche Bild der Ulmer Narrenzünfte weit die Stadt hinausstrahlen kann“. (mde)