Vom neuen Jahr an werden einige Vorsorgeuntersuchungen kostenpflichtig, die bislang noch umsonst waren, auch Praxisgebühren würden fällig. "Auf die Patienten kommt eine deutliche Verschlechterung zu", erklärt Koppold. Er bedauert, dass viele motivierte Hausärzte den Patienten nicht mehr zur Verfügung stünden. Weil von den Kassen nur noch die Regelversorgung bezahlt werde, seien die Ärzte auch nicht bereit, mehr anzubieten. Viele ältere Mediziner hätten sich aufgrund der Bedingungen vorzeitig zurückgezogen, Nachfolger seien so gut wie keine in Sicht. "Allein in Senden werden für fünf Ärzte Nachfolger gesucht", berichtet Koppold. Dies verschärfe die Situation der medizinischen Versorgung im ländlichen Gebiet mittelfristig deutlich. "Patienten, Politik und Kassen haben dann ein Problem", betont der Mediziner. Die Hausärzte aus dem Landkreis waren mit Bus und Privatfahrzeugen nach Nürnberg gefahren, um an der Debatte und der Abstimmung über das künftige Abrechnungssystem teilzunehmen. Nach den Worten von Koppold haben 46 der 106 aufgelisteten Ärzten aus dem Kreis Neu-Ulm ihre Zulassung abgegeben. "Damit liegen wir aber immerhin über dem Durchschnitt in Bayern und Schwaben", sagt der Mediziner. Dennoch ist auch ihm die Enttäuschung anzumerken. Über die Auswirkungen des Abstimmungsergebnisses müsse jetzt erst einmal in Ruhe gesprochen werden, so der Sendener Arzt. Ein zweiter Anlauf soll im kommenden Jahr folgen. Bis zum 18. Februar haben die Verbandsmitglieder noch Gelegenheit, ihr Stimmen nachzureichen.
Neu-Ulm