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Pflaster: Ein Fall für den Flächenrüttler

Pflaster

Ein Fall für den Flächenrüttler

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    Eine Rüttelmaschine (kleines Bild) soll demnächst über das Pflaster der Memminger Straße walzen. So wollen die Bauarbeiter unebene Stellen ausgleichen. Außerdem soll ein Sand-Kunststoff-Gemisch in die Fugen gefüllt werden.
    Eine Rüttelmaschine (kleines Bild) soll demnächst über das Pflaster der Memminger Straße walzen. So wollen die Bauarbeiter unebene Stellen ausgleichen. Außerdem soll ein Sand-Kunststoff-Gemisch in die Fugen gefüllt werden.

    Weißenhorn Eine Rüttelmaschine soll’s richten: Die Mitarbeiter der ausführenden Baufirma werden die Pflastersteine in der Memminger Straße nachbearbeiten. Dies ließ Stadtbaumeister Burkhard Günther nun in einer Sitzung des Bauausschusses wissen. Das Pflaster ist umstritten: Mehrere Anwohner beklagen zu große Abstände zwischen ungleichmäßigen Steinen – dadurch entstehe beim Darüberfahren großer Lärm. Die Arbeiten sind seitens der Stadtverwaltung bislang noch nicht abgenommen, also akzeptiert, worden. Nach einem Ortstermin hat man nun mit der Baufirma Nachbesserungen vereinbart.

    Zunächst wird gerüttelt: Eine Maschine, ein sogenannter Flächenrüttler – grob gesagt eine Mischung aus Rasenmäher und Presslufthammer – soll über die Steine fahren und die Oberfläche ebnen. Zudem soll in der Memminger Straße ein Füllmaterial getestet werden: Auf der Fläche von einigen Quadratmetern wird ein Sand-Kunststoff-Gemisch zwischen die Steine eingebracht. „Die Masse dringt in die Fugen ein und soll die Pflastersteine stärker miteinander verbinden“, erläutert Günther. Ein Probelauf: Zeigt die Kunststoffmasse in den kommenden Monaten die gewünschte lärmdämpfende Wirkung, könnte sie überall in der Memminger Straße ausgebracht werden.

    Hersteller soll sich zur Qualität der Steine äußern

    Auch die Steine selbst werden kritischen Blicken standhalten müssen: In den vergangenen Wochen hatte sich das Material hier und da verfärbt. „Das sieht eigenartig aus“, sagt Günther. Offenbar nehmen die Pflastersteine Wasser unterschiedlich gut auf. Dazu soll nun der Hersteller Auskunft geben. Dass beim Ausbau der Straße Fehler gemacht wurden, will Günther nicht bestätigen: „Das ist schwer zu beurteilen.“ Er will die Ergebnisse der jetzt geplanten Nacharbeiten abwarten: „Schauen wir mal, was dabei herauskommt“, empfiehlt der Stadtbaumeister. Und hofft: „Vielleicht haben wir am Ende ja eine zufriedenstellende Lösung.“

    Mehrere Anlieger bemängeln das Pflaster an sich – vor dem Beginn der Bauarbeiten hatten sie sich wie berichtet für Fahrstreifen aus Asphalt ausgesprochen. Darauf hätten Autos weitaus leiser vorbeirollen können, argumentierten die Bürger. Im Stadtrat entschied sich eine Mehrheit aber für ein Pflaster, wohl auch aus ästhetischen Gründen. Nun befürchten die Anwohner, die für den Ausbau der Straße Beiträge bezahlen müssen, von durchfahrenden Autos um den Schlaf gebracht zu werden. Nach Meinung einiger wurden sie von einem Lärmgutachten im Dezember 2010 getäuscht: Darin hatte ein Physiker berechnet, dass langsam über ein Pflaster fahrende Autos den Lärmpegel – im Vergleich zu einer Asphaltdecke – nur für fünf Anwohner erhöhen. Der Experte war damals allerdings von Abständen von einigen Millimetern zwischen den Steinen ausgegangen. Mehrere Fugen sind aber erheblich breiter, Anlieger haben mehrere Zentimeter große Abstände gemessen. Ihre Befürchtung: Die Berechnung basiert auf falschen Annahmen. Das Fazit: Es wird viel lauter als gedacht.

    Die Baufirma arbeitet derzeit an den Seitenstraßen der Memminger Straße: In der Hagenthaler Straße wird ein Pflaster verlegt, Berggasse und Lessingstraße erhalten eine Asphaltdecke. Günther: „Sie haben den Auftrag für alles erhalten.“

    Ein Dutzend neue Lampen mit LED-Technologie

    Daran gibt es laut Stadtbaumeister auch keine Zweifel – mit Schuldzuweisungen müsse man „sehr vorsichtig“ sein: „Man begegnet sich immer zweimal im Leben.“

    In den Gassen sollen dann ein Dutzend Lampen mit Leuchtdioden (LED) aufgestellt werden. Der Stadtrat hatte dafür zuletzt die Weichen gestellt. Die neuen Lampen sind zwar teurer als herkömmliche und auch nicht so hell, verbrauchen aber weniger Strom. Ein konkretes Modell ist noch nicht ausgesucht. Die Lampen sollen denen in der westlichen Promenade ähneln, es sind die ersten öffentlichen LED in der Fuggerstadt.

    In der Diskussion um die Leuchten wurde auch Kritik an den Kugellampen in der östlichen Promenade laut: Insekten können in die Glashülle eindringen, die Leuchten sind oft verschmutzt. Die runden Lampen sollen nun durch praktischere Modelle ersetzt werden.

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