Senden Der nördliche Teil des Gewerbeparks Senden (GPS) kann zwar unter bestimmten Umständen für die Wohnbebauung freigegeben werden, allerdings ist diese Fläche im Entwurf des aktuellen Flächennutzungsplans noch als Gewerbegebiet ausgewiesen. Dennoch hält sich die Stadt die Option offen, dass dort – wie von der CSU-Fraktion gewünscht – eines Tages Wohngebäude entstehen können.
Wann dies der Fall sein wird, steht aber noch in den Sternen, zumal um die weitere Nutzung des GPS-Geländes seit mehr als 15 Jahren gepokert wird und der Eigentümer immer wieder andere Vorstellungen präsentiert hatte.
Walter Wörtz: „Das ist eine super Lage“
Die CSU hatte jüngst beantragt, dass der nördliche Teil des Areals für Wohnzwecke genutzt werden soll, da der Boden nach neuesten Gutachten nicht mehr so stark mit Giften belastet ist, wie früher. Das vorhandene Gewerbe könne, so die Vorstellungen der CSU, in den südlichen Teil verlagert werden, erklärte Fraktionschef Walter Wörtz in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Aus seiner Sicht bietet sich der Süden des Gewerbeparks geradezu für die Wohnbebauung an: „Das ist eine super Lage“, sagte Wörtz im Hinblick auf die Nähe zum Bahnhof und zum Stadtpark.
Bürgermeister Kurt Baiker warnte allerdings vor einer vorschnellen Entscheidung. Schließlich habe Nikolaus von Seemann als Eigentümer des Areals immer wieder neue Pläne präsentiert. Bevor die künftige Nutzung des GPS-Geländes festgeschrieben werde, müsse eine Reihe von Einzelheiten ohne Zeitdruck ausgehandelt und vertraglich geregelt werden, sagte Baiker und nannte unter anderem die Übernahme der Kosten für die Bauleitung durch den Besitzer. In den vergangenen Jahren habe die Stadt dafür nicht weniger als 92 000 Euro ausgegeben. Ferner müsse zweifelsfrei geklärt sein, dass im Boden des Areals keine Schadstoffe mehr existieren. Immerhin warne das Landratsamt aufgrund aktueller Untersuchungen noch immer davor, Wasser aus diesem Bereich zum Gießen von Salat und Gemüse zu verwenden.
Unterschriftsreifer Bebauungsplan liegt im Rathaus
Im Rathaus existiert seit zehn Jahren ein unterschriftsreifer Bebauungsplan, der bislang noch nicht rechtsgültig ist, da sich Nikolaus von Seemann weigere, die notwendigen Ausgleichsflächen bereitzustellen.
Für Verwunderung sorgte bei den Freien Wählern und der Ex-CSU-Stadträtin Monika Schwab die Tatsache, dass sich von Seemann mit seinen Überlegungen an die CSU-Fraktion gewandt hat. Manfred Frisch: „Wir vermissen eine Erklärung über den Willen des Eigentümers, auf dem Gelände tätig zu werden“.
Die CSU-Fraktion willigte ein, dass dieses Gelände entgegen ihres Antrags vorerst als Gewerbefläche ausgewiesen wird. Der Beschluss fiel einstimmig. (rost)