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Region: Befristeter Job, unbefristete Sorgen

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Befristeter Job, unbefristete Sorgen

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    Betriebsrat Herbert Grocholl (links) vor dem Elchinger Werkstor.
    Betriebsrat Herbert Grocholl (links) vor dem Elchinger Werkstor. Foto: Brücken

    Elchingen/Günzburg Wut war zu spüren bei den 500 bis 600 Bosch-Rexroth-Mitarbeitern, die sich gestern um 10 Uhr zu einer Streikkundgebung an der Ostpforte vor dem Werk Elchingen versammelten. Viele von ihnen arbeiten seit Jahren nur befristet für die Fabrik von Hydraulikpumpen und Motoren. Sie kommen und gehen: „Auf einen Schlag“, wie Herbert Grocholl sagt, der Betriebsrat und Vorsitzende des Vertrauenskörpers der IG Metall, waren 2008 600 Befristete weg vom Fenster. „500 sind jetzt wieder da.“

    Ein inakzeptabler Zustand aus Sicht des Betriebsrats: „Wie sollen diese Leute eine Familie gründen, wenn die ganze Zeit ein Damoklesschwert über ihrem Kopf hängt?“ Banken würden bei Kreditwünschen von Menschen ohne unbefristeten Arbeitsvertrag die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

    Mehr Mitbestimmungsrechte beim Thema Leiharbeit ist neben 6,5 Prozent mehr Lohn und der unbefristeten Übernahme aller Auszubildenden auch eine der drei Kernforderungen der Gewerkschaft.

    Das Angebot der Arbeitgeber von drei Prozent mehr Lohn nannte Günter Frey, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, „eine Sauerei“. 3,9 Prozent mehr Lohn seien allein notwendig, um die Preissteigerung aufzufangen. Die Arbeitnehmer seien entschlossen, in den Arbeitskampf zu gehen. Leisten könnte sich Bosch-Rexroth das nach dem „erfolgreichsten Jahr der Unternehmensgeschichte“, wie es der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Schulz ausdrückte, locker. Vergangenes Jahr wurde der Umsatz des Konzerns um 27,2 Prozent auf 6,44 Milliarden Euro gesteigert und die Zahl der Mitarbeiter weltweit um zehn Prozent auf weltweit 38400 erhöht. 3100 davon arbeiten an den Standorten in Elchingen und Günzburg. Auch sei die Lohnforderung von 6,5 Prozent gerechtfertigt, gerade weil sich der Konzern in Sachen Erfolgsbeteiligung vergleichsweise knausrig gebe: Statt bis zu 50 Prozent eines Bruttolohns, wie in anderen Spitzenjahren, seien 2011 nur 36 Prozent ausgezahlt worden.

    Wie berichtet, wird die Fabrik in Günzburg bis 2015 geschlossen. Wie Schulz berichtet, trifft diese Schließung die Region jedoch nicht so schlimm wie anfänglich befürchtet: Alle 180 Festangestellten können in Elchingen weiterarbeiten. Per Ergänzungstarifvertrag sei auch geregelt worden, dass 80 der befristet Beschäftigten übernommen werden. Geplant werde ab 2015 allerdings nur mit 180 Befristeten, was bedeutet dass es für Hunderte prekär Beschäftigte keine Zukunft bei Bosch-Rexroth in Elchingen zu geben scheint. Wie der Betriebsratschef betont, würden bei Bosch-Rexroth so gut wie alle Auszubildenden unbefristet übernommen, wenn sie nicht „gerade silberne Löffel klauen“. Und das seien nicht alles Beamte, sagte Schulz im Hinblick auf einen Vorwurf der Arbeitgeberseite, die von einer drohenden „Verbeamtung von Azubis“ reden würde, wenn es um das Thema unbefristete Übernahme gehen würde.

    Die Warnstreiks in der Region gehen weiter

    Die Warnstreiks bei Bosch-Rexroth gehen heute weiter. Für kommende Woche sind laut IG-Metall-Mann Günter Frey Lingl (Krumbach), Kögel (Burtenbach) und Kardex (Neuburg/Kammel) auf der Warnstreikliste.

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