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Serie (3): Auf dem Wasser in die Dunkelheit

Serie (3)

Auf dem Wasser in die Dunkelheit

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    Nur mit dem Boot zu besichtigen ist die Wimsener Höhle. Das kristallklare Wasser hat ganzjährig etwa acht Grad.
    Nur mit dem Boot zu besichtigen ist die Wimsener Höhle. Das kristallklare Wasser hat ganzjährig etwa acht Grad. Foto: Fotos: köd

    Höhlen faszinieren: Sie waren Wohnstätten der Eiszeitmenschen. In Höhlen entstand der erste Ausdruck von Kunst und Kultur. Die frühesten figürlichen Darstellungen, die Archäologen bisher entdeckten, wurden vor etwa 30000 Jahren in den Höhlen um Ulm geschaffen. Für geologisch Interessierte sind die Höhlen der Region als Reisen durch die Erdgeschichte spannend. Während der Sommerferien stellt die NUZ ihren Lesern Höhlen der Region als Ausflugsorte vor.

    Wimsen/Hayingen Eigentlich, sagt Jonas Kübler, kommen während des Sommers nur einzelne, verirrte Forellen in die Wimsener Höhle – und die verlassen sie wegen des Nahrungsmangels ziemlich schnell wieder. Am Wochenende aber tritt der Höhlentourist in der Wimsener Höhle, die offiziell Friedrichshöhle heißt, in Rudeln auf und wirkt bisweilen wegen der Wartezeit auf die Höhlentour leicht aggressiv. Wochentags aber steht oft keine Schlange vor dem Eingang der Wimsener Höhle, die die tiefste erforschte Unterwasserhöhle Deutschlands ist – und die einzige Höhle bundesweit, die mit einem Boot befahren werden kann.

    70 ihrer insgesamt 723 Meter Länge allerdings kann der gewöhnliche Besucher nur erleben, denn dann berühren sich Höhlendecke und Wasseroberfläche, und die Geheimnisse der Zwiefalter Aach, die aus der Höhle kommt, erschließen sich nur noch Tauchern, die sich an Leitschnüren unter Wasser weiter hangeln können. 60 Meter tief geht ein Siphon hinab im kristallklaren Wasser, das ganzjährig knapp acht Grad hat.

    Glasklar: Der Boden wirkt zum Greifen nah

    Aber auch Taucher erhalten die Genehmigung für die Höhle nur zu wissenschaftlichen Zwecken. Denn wissenschaftlich interessant ist die Wimsener Höhle allemal: Während es im vorderen Bereich keine Tropfsteine gibt, existieren unter Wasser in zwei Meter Tiefe solche Gebilde. Auch Funde aus der Bronzezeit belegen, dass der Wasserstand früher deutlich tiefer gewesen sein muss. Jonas Kübler lässt seine zehn Fahrgäste raten, wie tief das Wasser im Eingangsbereich unter dem Boot ist. Es ist so klar, dass der Höhlenboden fast zum Greifen nah wirkt. Dennoch liegt er vier Meter unter dem Kiel des Bootes.

    Bald, nachdem das Boot abgelegt hat, wird es eng. Die Felswände der Höhle berühren im Vorbeigleiten die Schultern, von oben ist Ducken angesagt. Erst kurz bevor sich Höhlendecke und Wasseroberfläche berühren, muss der Kahn anhalten. Es ist so eng hier, dass an ein Wenden des Bootes nicht zu denken ist. Die Fahrgäste müssen ihren Platz wechseln, Jonas Kübler zum jetzt vorderen Ende des Nachens kriechen. Noch enger scheint die Höhle auf dem Rückweg, das Boot berührt die Felswände. Irgendwann stößt der Kopf trotz Bücken an die Felsdecke, nicht heftig, aber genug für eine echte Beule.

    Als es wieder heller wird und der Kahn in eine Art Höhlenhalle gleitet, schwimmt eine große Forelle ins Höhleninnere. Der einzige Besucher, der ohne Boot ins Innere der Wimsener Höhle kommt.

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