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Serie (5): Eiszeitkunst auf Schritt und Tritt

Serie (5)

Eiszeitkunst auf Schritt und Tritt

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    Die Vogelherdhöhle im Lonetal ist Fundort einzigartiger Kunstwerke aus Mammutelfenbein. Im Archivbild unten: Archäologin Maria Maline zeigt das Foto einer Figur aus der Eiszeit, die bei Ausgrabungen in der Höhle gefunden wurde.
    Die Vogelherdhöhle im Lonetal ist Fundort einzigartiger Kunstwerke aus Mammutelfenbein. Im Archivbild unten: Archäologin Maria Maline zeigt das Foto einer Figur aus der Eiszeit, die bei Ausgrabungen in der Höhle gefunden wurde. Foto: Fotos: köd/dpa

    Höhlen faszinieren: Sie waren Wohnstätten der Eiszeitmenschen. In Höhlen entstand der erste Ausdruck von Kunst und Kultur. Die frühesten figürlichen Darstellungen, die Archäologen bisher entdeckten, wurden vor etwa 30000 Jahren in den Höhlen um Ulm geschaffen. Für geologisch Interessierte sind die Höhlen der Region als Reisen durch die Erdgeschichte spannend. Während der Sommerferien stellt die NUZ ihren Lesern Höhlen der Region als Ausflugsorte vor.

    Stetten Wer über die A7 in der Nähe des Lonetals fährt, entdeckt die Silhouette eines kleinen, beinlosen Wildpferdes auf Hinweisschildern. Das Wildpferdchen, keine fünf Zentimeter groß und geschaffen vor 32000 Jahren von einem kunstfertigen und kunstsinnigen Menschen der Eiszeit, macht im 21. Jahrhundert Karriere: Als Logo des Tübinger Urgeschichtlichen Instituts ist es weltbekannt.

    Sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen

    Wunderschön geformt ist die kleine Plastik aus Mammutelfenbein, die in der Vogelherdhöhle bei Stetten entdeckt wurde. Es müssen Menschen mit sehr gutem räumlichen Vorstellungsvermögen und genauem Blick gewesen sein, die dort lebten, und sie müssen Freude an naturgetreuen, detaillierten Plastiken gehabt haben, denn zahlreiche solcher Tiernachbildungen wurden in und an der Vogelherdhöhle gefunden. Wozu sie geschaffen wurden, darüber kann heute nur spekuliert werden. Waren sie Talismane, Schmuck oder eine Art „Ausweis“ der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe?

    Ein wissenschaftlicher Paukenschlag

    18 Meter über dem Lonetal liegt die Vogelherdhöhle mit ihren beiden großen Eingängen, die eine Art Tunnel verbindet. Als sensationell werden die Tierfiguren gewertet, die Archäologen hier entdeckten: ein Löwenkopf, ein Fisch, Teile eines Rindes, eine Mammutskulptur. Die Ausgrabung der Vogelherdhöhle 1931 bedeutete einen wissenschaftlichen Paukenschlag, da erstmals überhaupt nicht nur Gerätschaften der Eiszeit entdeckt wurden, sondern Zeugnisse künstlerischen Schaffens – und sie waren von herausragender Qualität. Dass die Vogelherdhöhle ein Ort künstlerischen Tuns war, belegen auch zahlreiche Halbfabrikate von Elfenbeinperlen.

    Vom Jäger zum Künstler: Eine einzigartig vollständig erhaltene Mammutfigur, 32000 Jahre alt, ist mit 3,7 Zentimetern Länge so klein, dass sie erst 2006 mit anderen Figurinen bei einer Nachgrabung im Abraum der 30er Jahre gefunden wurde.

    Deshalb ist die Vogelherdhöhle seit 2005 jährlich mehrere Wochen lang Ort neuer Grabungen, bei denen der abgelagerte Schutt früherer, weniger sorgfältiger Grabungen durchsucht wird. Eine Besonderheit der Vogelherdhöhle ist wenig bekannt: Dort wurde das älteste „Feuerzeug“ der Menschheitsgeschichte entdeckt. Es ist stolze 32000 Jahre alt und besteht aus einer Schwefelkiesknolle.

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