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Ulm

15.11.2018

So soll die Ludwig-Erhard-Brücke in Zukunft aussehen

Ein beleuchtetes Geländer aus hellen Stäben, versetzt stehende Straßenlaternen auf beiden Seite, ein breiterer Bürgersteig – aber keine Leitplanke mehr. So stellen sich die Architekten des Münchner Büros Gerlach Ulm die neu gestaltete Ludwig-Erhard-Brücke vor. So sieht die Ludwig-Erhard-Brücke jetzt aus.
Bild: Gerlach Ulm Architekten (Visualisierung)

Die Brüstung des Bauwerks über die Bahngleise muss ersetzt werden. Am Vorschlag scheiden sich die Geister: Es geht um die Sicherheit.

Bis Ende 2019 darf die provisorische Brüstung an der Ludwig-Erhard-Brücke über die Bahngleise in Ulm bleiben. So lange gilt die Genehmigung, die die Stadt dafür bekommen hat. Jetzt ist klar, wie das Bauwerk zwischen Karlstraße und Blaubeurer Tor in Zukunft aussehen soll. Das Münchner Architekturbüro Gerlach Ulm hat die Stadtverwaltung mit seinem Vorschlag überzeugt. Die Arbeiten sollen schon im kommenden Jahr beginnen. Die alte Brüstung war nicht mehr sicher. Spezialisten der Stadt hatten bei einer Prüfung im vergangenen Jahr festgestellt, dass Betonteile auf die Bahngleise stürzen könnten.

Die Übergangslösung, ein Absturzschutz für Fußgänger und Radfahrer, wird streng überwacht. „Mindestens einmal im Monat wird die Brücke intensiv begangen“, berichtete der städtische Brückenspezialist Gerhard Fraidel in der Sitzung des Bauausschusses. Zudem werde das Geländer wöchentlich von Mitarbeitern des Bauhofs geprüft. An der Ludwig-Erhard-Brücke ist auch eine sogenannte Monitoring-Anlage eingebaut – wie an der Adenauer- und an der Gänstorbrücke, die ebenfalls marode sind. Die Sensoren der Kontrolleinrichtung haben schon zwei mal Alarm geschlagen, weil durch die Risse an der Ludwig-Erhard-Brücke Wasser in Hohlräume im Bauwerk eingedrungen war. „Wir konnten rechtzeitig einschreiten“, sagte Fraidel.

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Die Ludwig-Erhard-Brücke in Ulm bekommt eine neue Brüstung

Weil die Ludwig-Erhard-Brücke von vielen Seiten gut sichtbar ist, war der Stadt eine ansprechende Gestaltung wichtig. Die hat die Verwaltung nach der Überzeugung von Baubürgermeister Tim von Winning im schlicht gehaltenen Vorschlag der Münchner Architekten Gerlach Ulm gefunden. Der Fokus liegt auf der Beleuchtung der Brücke, für die Straßenlaternen auf beiden Seiten hinter einem Geländer aus hell gestrichenen Stäben aufgestellt werden sollen. Zudem ist ein LED–Lichtband unterhalb des Handlaufs vorgesehen. Die Oberleitungen der Bahngleise sollen durch Betonkappen geschützt werden. Der Entwurf bringt auch einen Nebeneffekt für Passanten und Radfahrer: Der Geh- und Radweg wird um rund 80 Zentimeter breiter. Denn die Leitplanke, die Straße und Bürgersteig trennt, soll wegfallen. Sie war nicht zum Schutz der Leute auf dem Gehweg gedacht. Die Leitplanke sollte Fahrzeuge bremsen und verhindern, dass diese bei einem Unfall auf die Gleise stürzen. Das soll nun eine stabilere Brüstung verhindern, durch die ein Stahlseil gespannt ist. Als Schutzmaßnahme für Fußgänger und Radler soll der Bordstein 15 Zentimeter hoch gebaut werden.

Den CDU-Räten Siegfried Keppler und Winfried Walter reichte der erhöhte Bordstein als Schutz nicht aus. „Es ist nicht nur eine gefühlte Sicherheit“, kritisierte Keppler im bauausschuss und sprach sich dafür aus, die Leitplanke beizubehalten. Tim von Winning hielt dagegen: Leitplanken gebe es an anderswo in der Stadt auch nicht. „Wir haben hier kein größeres Unfallpotenzial als 500 Meter weiter in der Karlstraße“, sagte er.

Die Brücke verläuft über den Gleisen und der Baustelle der Deutschen Bahn

Eine Idee von CDU-Frau Sabine Schuler lässt sich wohl nicht umsetzen. Sie schlug vor, den Gehweg durch Pflanztröge von der Straße abzutrennen. Doch das würde zu viel wiegen, wie Berechnungen der Stadt ergeben haben. „Wir gehen schon jetzt an die Grenze dessen, was die Brücke leisten kann“, sagte Ingenieur Fraidel.

Die Planungen sind noch nicht endgültig abgeschlossen. Diskutiert wird noch über die Frage, wie die dreieckige Trägerkonstruktion auf der Brücke nachts beleuchtet werden soll. Bisher gibt es runde Lichter im mittleren Pfeiler. Doch die passen aus Sicht der Verwaltung nicht zum neuen Geländer. Das Angebot samt Kosten soll im kommenden Jahr vorliegen. Dann soll auch die Arbeiten beginnen. Denn ein Großteil der Brückenbrüstung liegt über der Baustelle der Deutschen Bahn. Solange auch dort gearbeitet wird, gibt es durch die Neugestaltung der Ludwig-Erhard-Brücke keine größeren Einschränkungen.

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