In seiner Schutzkleidung erinnert Oberfeldwebel Lukas Bäuerle an einen Darsteller aus einem Science-Fiction-Film. Zum Schutz gegen Corona trägt er einen Mundschutz, eine Schutzbrille sowie einen Kittel aus Kunststoff – virenundurchlässig und kaum atmungsaktiv. Besonders bei den warmen Temperaturen der vergangenen Tage sei die Arbeit sehr schweißtreibend, sagt Bäuerle.
Er arbeitet als Krankenpfleger auf der Isolierstation des Bundeswehrkrankenhauses (BWK) in Ulm. Dort liegen Patienten, die entweder ein hochgradiges Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken, oder positiv auf das Virus getestet wurden. Jeder einzelne von ihnen ist streng isoliert in einem Einzelzimmer untergebracht, der Besuch von Familienangehörigen oder Freuden ist untersagt.
Wer hier auf der Station eingewiesen wird, muss sich ganz alleine mit der schicksalhaften Frage befassen, ob er eventuell nach einigen Tagen die Klinik wieder verlassen darf oder auf die Intensivstation im siebten Stock verlegt wird. Dort liegen die Patienten, die künstlich beatmet werden. Als Krankenpfleger sei man auf der Isolierstation der einzige persönliche Ansprechpartner für die Menschen in ihrer Ausnahmesituation, erklärt Bäuerle: „Man muss sich Zeit nehmen für die Patienten und für ihre Sorgen ein offenes Ohr haben.“ Aktuell lässt dies die Lage im Bundeswehrkrankenhaus noch zu, weil die Betten der Isolierstation nicht vollzählig besetzt sind. „Die Arbeit ist stemmbar und nicht so angespannt wie etwa in Italien“, sagt Bäuerle.
Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat der Krankenpfleger nicht
Als sich die Corona-Pandemie vor einigen Wochen auch in Deutschland zugespitzt hatte, reagierten die Verantwortlichen im Bundeswehrkrankenhaus schnell, wie der Stabsfeldwebel und Stationsleiter Chris Franz erklärt: „Aus allen Stationen wurden Ärzte und Pfleger geholt, und das Zusammenspiel des neuen Teams klappt gut“, resümiert Franz. Auf die Frage, ob sie Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hätten, winken die beiden ab: „Es gibt exakte Schutzvorgaben an die wir uns halten“, erklärt der Stationsleiter und ergänzt: „Damit besteht keine Gefahr für uns.“ Zudem werden die Mitarbeiter der Station bei Dienstantritt und zum Feierabend auf typische Krankheitssymptome untersucht.
Mit Sorge blickt Franz derweil auf die Grippewelle, die im Schatten von Corona nicht übersehen werden soll. Den Heldenstatus, der den Pflegekräften derzeit in der Öffentlichkeit entgegengebracht wird, sehen die Pfleger und Ärzte im BWK eher gelassen. Bei aller Freude über die allgemeine Anerkennung, sei es schade, dass der Wert der Pflegeberufe erst mit der Krise ins Bewusstsein vieler Menschen gelangt sei, sagt Franz und erinnert auch an jeden weiteren Kameraden und Mitarbeiter im BWK, die für Sauberkeit und Hygiene oder in der Küche jeden Tag ihr bestes geben.
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