Als problematischen Patient des Ulmer Universitätsklinikums möchte sich Fazil Daler nicht bezeichnen. Als der 50-jährige Lagerist aus Heidenheim am Donnerstag vom Krankenbett wütend die Nummer unserer Zeitung wählte, sahen das die Klinikverantwortlichen möglicherweise anders. Jedenfalls hätte der gelernte Lackierer eigentlich an seinen Krampfadern operiert werden sollen. In Behandlung sei er in Ulm auch wegen seiner Gallensteine. Auch hier ging offenbar nicht alles glatt, jedenfalls ist der Mann in beiden Fällen nicht gut auf die Ulmer Uniklinik zu sprechen.
An den Beinen war er schon rasiert
Am Morgen wurde er an den Beinen rasiert und in den OP-Kittel gesteckt. Sogar der Einstich für die Infusion in seine Vene sei bereits erfolgt. Doch dann kam alles anders als erwartet: Der Mann wurde inklusive Krankenbett statt in den Operationssaal wieder zurück in sein Zimmer in den fünften Stock gerollt. „Ein Notfall“ sei eingetreten, deswegen müsse er warten. Dafür habe der Lagerist grundsätzlich Verständnis. „Sie könnten mich ja morgen oder übermorgen operieren.“ Doch als ihm gesagt wurde, er sei nun frühestens am 7. Februar dran, mochte er seinen Ohren nicht glauben? Drei Wochen nur Notfälle könne ja nicht sein. Sein Vorwurf: „Die haben hier gar keinen Überblick.“ Die Planung von Operationen sei „völlig chaotisch.“
Planbare Eingriffe haben das Nachsehen
Eine Sprecherin des Klinikums verweist auf Nachfrage unserer Zeitung darauf, dass zu einzelnen Patienten generell keine Auskünfte gegeben werden könnten. Generell betonte die Uniklinik, dass Notfallpatienten immer Vorrang haben.
Die Terminierung planbarer Eingriffe – also etwa der OP von Krampfadern – sei immer möglichen Änderungen aufgrund des aktuellen Notfallaufkommens unterworfen. In solchen Fällen, wenn ein Notfallpatient operiert werden muss und keine weiteren OP-Kapazitäten zur Verfügung stehen, könne es sein, dass ein Patient, bei dem ein planbarer Eingriff stattfinden soll, verschoben wird. „Wir verstehen, dass eine solche medizinisch notwendige Entscheidung auch zu Unmut bei Patienten, deren Eingriffe verschoben werden mussten, führen kann, bitten aber um Verständnis“, sagt Klinik-Sprecherin Monika Huth.
Verständnis für eine Verschiebung des Eingriffs um drei Wochen hat Daler nicht. Er will nun in eine andere Klinik gehen.
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