Die Sedelhöfe haben ein Taubenproblem. Besser gesagt, ein Problem mit den Hinterlassenschaften der Vögel. Denn viele Bereiche von Ulms neuem Einkaufsquartier sind mit Taubenkot verschmutzt. Die SPD-Fraktion im Ulmer Gemeinderat hat sich mit einem Brief an Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) gewandt. Der kündigt an, wie die Stadt das Problem in den Griff bekommen will.
SPD beklagt Verschmutzung des neuen Einstein-Denkmals in Ulm
"Mit dem Bau der neuen Bahnhofspassage wurde am Treppenaufgang die Installation der Jahreszahlen von Albert Einsteins Leben geschaffen", heißt es in dem von Martin Rivoir unterschriebenen Antrag. "Bereits nach wenigen Monaten sind die Zahlen von Taubenexkrementen verunreinigt." Die enorme Population an Tauben in der Innenstadt mache auch vor diesem Denkmal für Einstein nicht halt. "Wir begrüßen die Planungen der Verwaltung, die Taubenpopulation mit betreuten Taubenhäusern in den Griff zu bekommen. Wir regen dennoch an, dass die ,Einstein-Zahlen' mit einem Schutz gegen Tauben versehen werden und bitten dringend darum, dass Denkmal reinigen zu lassen.
OB Gunter Czisch gibt Rivoir recht. Die Verschmutzungen seien sehr unansehnlich. "Gerade am Eingangstor zur Stadt wünscht man es sich anders, wir nehmen das auch als Problem wahr", schreibt das Stadtoberhaupt. Auch in der Passage, auf dem Albert-Einstein-Platz und an den Fassaden der Sedelhöfe seien Verunreinigungen durch Taubenkot ein Ärgernis.
Die Verwaltung verfolge verschiedene Ansätze, um Abhilfe zu schaffen:
- Öfter putzen: Um das Einsteindenkmal und den umgebenden Bereich optisch ansehnlich und möglichst frei von Verunreinigungen zu halten, werde der Reinigungszyklus dort erhöht.
- Taubenfütterungsverbot: Für das Ulmer Stadtgebiet gilt gemäß Polizeiverordnung der Stadt Ulm von 2013, dass Tauben auf öffentlichen Straßen und Gehwegen sowie in Grün- und Erholungsanlagen nicht gefüttert werden dürfen. "Leider kommt es immer wieder zu Verstößen gegen diese Vorschrift", räumt Gunter Czisch ein. "Die Bürgerdienste sind hier bereits angewiesen, das Fütterungsverbot strenger zu kontrollieren und zu ahnden."
- Bauliche Maßnahmen: Die Stadt will keine Taubenstacheln oder sonstigen üblichen baulichen Tauben-Abwehrmaßnahmen anbringen. Dies würde aus Sicht der Verantwortlichen der Bedeutung des Einstein-Gedenkens an dieser Stelle gestalterisch nicht gerecht werden. "Die Verwaltung entwickelt daher gerade in Abstimmung mit dem für den Entwurf verantwortlichen Grafikbüro ein Konzept, wie der Zeitstrahl zum Leben Albert Einsteins baulich so geändert werden kann, dass dieser für die Tauben keine attraktiven Sitzmöglichkeiten mehr bereithält", erläutert der Oberbürgermeister.