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Ulm: Uniklinikum: Der Finanzchef geht, viele Professoren kommen

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Uniklinikum: Der Finanzchef geht, viele Professoren kommen

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    Der Standort des Uniklinikums am Oberen Eselsberg, bald durch die neue Straßenbahnlinie 2 angebunden, soll weiter wachsen. Auf lange Sicht sollen hier alle Kliniken untergebracht werden, um Synergieeffekte herzustellen.
    Der Standort des Uniklinikums am Oberen Eselsberg, bald durch die neue Straßenbahnlinie 2 angebunden, soll weiter wachsen. Auf lange Sicht sollen hier alle Kliniken untergebracht werden, um Synergieeffekte herzustellen. Foto: Alexander Kaya (Archivbild)

    Der kaufmännischer Direktor Joachim Stumpp verlässt das Universitätsklinikum Ulm Ende Februar 2019. Die Trennung sei auf Wunsch Stumpps und in gegenseitigem Einvernehmen beschlossen worden, wird der Aufsichtsratsvorsitzende, Ministerialdirektor Ulrich Steinbach, in einer Pressemitteilung des Klinikums zitiert.

    Universitätsklinikum Ulm war hoch verschuldet

    Stumpp übernahm die Aufgabe im Jahr 2014. Seitdem haben sich die Betriebsergebnisse des damals hoch verschuldeten Universitätsklinikums kontinuierlich verbessert. Der Schuldenstand und die damit verbundene Zinslast konnten verringert werden. Stumpp war bei den Mitarbeitern im Klinikum nicht unumstritten. Anfang des vergangenen Jahres klagten Mitarbeiter in einem anonymen Brief über ein vergiftetes Klima auf den Gängen. Der Personalrat forderte bessere Arbeitsbedingungen für die 7000 Mitarbeiter und riet Stumpp, weniger von oben nach unten durchzuregieren, um Vertrauen zurückzugewinnen.

    Professor Udo X. Kaisers, der Leitende Ärztliche Direktor des Uniklinikums, hebt in der Pressemitteilung Stumpps Erfolge hervor. Man erwarte dank der Arbeit des kaufmännischen Direktors für 2018 erneut einen Jahresüberschuss im niedrig einstelligen Millionenbereich und gewinne dadurch Raum zum Manövrieren: „Durch die positiven Jahresergebnisse der letzten Jahre und den kontinuierlich voranschreitenden Abbau der finanziellen Verbindlichkeiten haben wir unsere Strategiefähigkeit wiedergewonnen und können uns verstärkt der Weiterentwicklung des Standortes widmen.“

    Ulm auf Platz 17 im bundesweiten Klinikranking

    Kaisers betont, die hohe Qualität der Krankenversorgung sei sogar ausgebaut worden. Dies belege auch das Abschneiden beim Klinikranking der Zeitschrift Focus, bei dem das Uniklinikum bundesweit den Platz 17 verteidigen konnte und erneut sehr hohe Werte im Bereich der Patientenzufriedenheit erreicht hat. Zudem habe man den Personalumfang in den vergangenen Jahren moderat steigern können. Eigenen Nachwuchs, vor allem für die Pflege, die Hebammen und die medizinisch-technischen Berufe, entwickele man in der Akademie für Gesundheitsberufe mit 850 Ausbildungs- und 240 dualen Studienplätzen. Ein Ausbau der Kapazitäten sei für 2022 geplant.

    Langfristig sollen alle Kliniken an einen Ort ziehen. „Es ist eine herausfordernde, aber notwendige Aufgabe, die Universitätsmedizin und damit auch die Kliniken am Oberen Eselsberg zu konzentrieren, um Synergien auch zwischen Universität und der Universitätsmedizin zu heben“, wird Professor Michael Weber, Präsident der Universität Ulm, in der Mitteilung zitiert. Die Kliniken am Safranberg sind bereits umgezogen. Zuletzt, im Juli 2018, ist die Klinik für Urologie vom Michelsberg auf den Oberen Eselsberg verlegt worden. Am Michelsberg befinden sich noch die Kinderklinik, die Frauenkliniken sowie die Kliniken für Augenheilkunde und HNO. Ein Grund dafür, dass alle Kliniken langfristig an den gleichen Standort verlegt werden sollen, ist, dass viele Patienten nicht nur an einer Krankheit leiden und von Experten verschiedener Fachrichtungen behandelt werden müssen. Besondere Bedeutung kommt Professor Kaisers zufolge hierbei beispielsweise Fächern wie der Neurologie zu. Sie an der Behandlung vieler Krankheitsbilder unmittelbar beteiligt, etwa in der Neurochirurgie, der Inneren Medizin, der Psychiatrie, oder der Notfallmedizin und Schmerztherapie. Daher führt die Universitätsmedizin aktuell mit dem Klinikbetreiber Sana Gespräche zur Weiterentwicklung der Neuromedizin am RKU. Die Universitäts- und Rehabilitationskliniken werden von dem Ismaninger Unternehmen betrieben.

    Zudem steht am Uniklinikum ein Generationenwechsel bei den Besetzungen wichtiger Professuren an. Bis 2024 werden mehr als 20 Berufungsverfahren stattfinden, unter anderem auch in klinischen Fächern wie der Chirurgie, der Anästhesiologie, der Kinder- und Jugendmedizin und der Neurologie. (az/mase)

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