Elchingen Er habe manches Mal das Gefühl, „bei uns wird das Pferd von hinten aufgezäumt“, meinte Elchingens CSU-Fraktionsvorsitzender und Zweiter Bürgermeister Konrad Dehm auf der Jahresversammlung der Partei in der Gaststätte Riedelsee. Seine Kritik richtete sich vor allem an Bürgermeister Joachim Eisenkolb und an den „Schlingerkurs“ des Verwaltungschefs.
So habe die Gemeinde zum Beispiel viel Geld in die Planung der mit 1,2 Millionen Euro veranschlagten Sanierung der Grundschule Unterelchingen gesteckt. Nun habe die Regierung von Schwaben der Gemeinde mitgeteilt, dass eine Sanierung der Grundschule nicht notwendig sei, da in dem Schulgebäude ausreichend Platz für den Schulbetrieb vorhanden wäre.
„Warum spricht die Verwaltung nicht vor der teuren Sanierungsplanung mit der Regierung?“, fragte Dehm.
Dehm: Elchingen spürt nichts vom Wirtschaftsaufschwung
Die CSU vermisste auch eine praktische Umsetzung der ersten Schritte des Seniorenkonzeptes, die endlich erfolgen solle. „Wir brauchen keine Hochglanzbroschüren, der Bürgermeister soll handeln statt reden“, sagte Dehm. Zur angespannten Haushaltslage der Gemeinde stellte er fest, dass Elchingen vom Wirtschaftsaufschwung bisher nichts spüre und deshalb die Sparvorschläge der CSU zügig umgesetzt werden sollten. Das betreffe zum Beispiel beim Thema Stromsparen die Aufnahme aller Gebäude in ein sogenanntes Energie-Contracting, um energetische Sanierungsmaßnahmen planen und durchführen zu können. „Nachdem nun eine Stelle für Gebäudemanagement geschaffen wurde, hoffen wir, dass es mit der Umsetzung unserer Vorschläge klappt“, meinte Dehm.
Elchingen sei die Gemeinde im Landkreis Neu-Ulm mit dem stärksten Bevölkerungsrückgang. Um Anreize für die Ansiedlung junger Familien zu schaffen, müsse die von der CSU geforderte Überarbeitung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung neuer Baugebiete zügig in Angriff genommen werden. „Dies ist inzwischen auch im Gemeinderat fraktionsübergreifende Meinung, auch wenn sich das manche Fraktionen allein auf die Fahne schreiben wollen“, meinte er mit einem Seitenhieb auf den „Alleinvertretungsanspruch“ von Manfred Bittner (Die Eule), den dieser öffentlich für seine Zweimannfraktion beansprucht habe.
Nur etwa 20 der 61 Mitglieder des CSU-Ortsverbandes waren bei der Versammlung anwesend. Das lag eventuell auch am Termin, der sich mit dem Champions-League-Spiel Bayern-Madrid überschnitt. „Trotzdem haben es sich unsere fünf zu ehrenden Mitglieder nicht nehmen lassen, auch an einem solchen Termin ihre Treue und ihre aktive Mitarbeit im Ortsverband, in der Kommunalpolitik und im Gemeinderat durch ihre Anwesenheit zu unterstreichen“, meinte der Ortsvorsitzende Rudolf Niedermeier vor der Auszeichnung verdienter CSU-Mitglieder (siehe Kasten). Die Versammlung wählte auch die Delegierten für die Kreisvertreterversammlung zur Bundes-, Landes- und Bezirkstagswahl. (mde)