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Ulm

09.12.2020

Was Forscher der Universität Ulm jetzt über Flamingos herausgefunden haben

Ein Kubaflamingo und ein Jungtier stehen im Zoo Dresden in ihrem neuen Gehege.
Bild: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Plus Millionen von Wildtieren – meist Vögel – sterben jedes Jahr an einer Bleivergiftung. Biologen der Universität Ulm haben die Hintergründe genauer untersucht.

Jedes Jahr sterben Millionen von Wildtieren – meist Vögel – an einer Bleivergiftung durch Schrotkugeln und andere bleihaltige Munition. Aber nicht, weil sie damit beschossen wurden. Es hat andere Gründe. Gemeinsam mit Forschern aus Frankreich, Italien und Spanien haben Ulmer Biologen dieses Phänomen untersucht und jetzt ihre Ergebnisse veröffentlicht.

Eine Anreicherung von Schwermetallen und Spurenelementen in Flussmündungen stört demnach die Entwicklung von jungen Flamingos. Forscher der Universität Ulm wiesen zusammen mit weiteren Wissenschaftlern nach, dass etwa zu viel Selen, das mit Nahrungsalgen aufgenommen wird, die Darmflora der Jungtiere stört.

Wie sich Schwermetalle bei Flamingo-Küken auswirken

Von Blei-, Quecksilber- oder Selenbelastungen betroffene Flamingo-Küken seien vergleichsweise leicht für ihre Größe, teilten die Forscher am Dienstag zu ihrer in der Fachzeitschrift "Science of the Total Enviroment" veröffentlichten Arbeit mit. "Die mikrobielle Zusammensetzung der Darmflora ist nicht nur entscheidend für die Nährstoffaufnahme und den Stoffwechsel, sondern hat auch einen großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Immunsystems", teilte der Erstautor der Studie, Mark Gillingham, mit.

Untersucht wurden Rosaflamingo-Populationen im Süden Spaniens und Frankreichs. Darunter waren Feuchtgebiete mit extrem hoher Schadstoffbelastung wie die Odiel-Sümpfe in Andalusien sowie weniger belastete Gebiete wie die Lagunen des westlichen Rhône-Delta im südfranzösischen Aigues-Mortes. Schadstoffeinträge aus Flüssen lagern sich nach Angaben der Wissenschaftler in den Mündungsgebieten der Flüsse in den Sedimenten ab. Flamingos nehmen diese über die Nahrungskette in erhöhten Konzentrationen auf. (az/dpa)

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