Endlich geht es los: Diesen Gedanken hatten wohl alle Lehrer der Grundschule Wullenstetten. Sendens Bürgermeister Raphael Bögge und Schulleiterin Hildegard Zinner sprachen ihn aus: Nach langer Verzögerung fand gestern der Spatenstich für den Anbau statt. Eigentlich hätte dieser bereits vor zehn Jahren sein sollen, damals schon brauchte die Grundschule mehr Platz. Aus finanziellen Gründen mussten Lehrer und Schüler jedoch bis dato mit Containern vorlieb nehmen. Nun bekomme die Schule „ein wunderschönes neues Gebäude“, sagte der Bürgermeister.
Die schnelle Verwirklichung des Baus verlangten die Schüler: Im umgedichteten Lied „Wer will fleißige Handwerker sehn“ sangen sie in Richtung der anwesenden Kommunalpolitiker, Architekten und Bauunternehmer: „Egal ist uns doch das Gedröhn, wir wollen bald den Anbau sehn“. Dieser soll laut Architekt Marcus Wörtz vom Architekturbüro Braunger Wörtz in Ulm ein Ort zum Wohlfühlen sein. Im Gebäude ist viel Holz verbaut sowie große Fenster. Darauf freut sich eigenen Angaben nach auch Schulleiterin Zinner, die in ihrer Ansprache deutlich machte, dass die Stadt zwar viel getan habe, um das Arbeiten im Container angenehm zu machen. Doch in den Containern sei es trotzdem sehr laut und beengt gewesen.
Der Anbau hat eine Aula, eine Mensa und Betreuungsräume
Der Anbau entsteht auf dem Pausenhof, dieser wird dafür um den angrenzenden Spielplatz ergänzt. Ins Erdgeschoss kommt eine Aula mit Essbereich für die Mittagsbetreuung sowie eine Küche. Eine mobile Wand trennt die Aula vom Essbereich, außerdem gibt es ein kleines Podest. Durch die flexible Aufteilung ist der Raum so konzipiert, dass er auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden kann. Durch eine Wand aus Glas, die zusammengeschoben werden kann, können die Schüler oder Gäste bei schönem Wetter direkt auf den Pausenhof.
Im Unter- und Obergeschoss befinden sich mehrere Gruppenräume. Die Schule ist dann auch barrierefrei, denn im Anbau wird ein Aufzug eingebaut. Über einen Gang ist der Anbau auf allen Ebenen mit dem bestehenden Schulgebäude verbunden. Das Untergeschoss wird etwas tiefer gelegt. Die Gruppenräume bekommen durch einen Senkgraben Tageslicht, ansonsten sind nur noch Technikräume und Toiletten dort untergebracht, die künstlich beleuchtet werden.
Viel Holz und große Fenster sorgen für gutes Klima
Der Rohbau wird mit Holz verkleidet, das Dach begrünt und mit einer Fotovoltaikanlage versehen, die die Schule dann mit eigenem Strom versorgt. Die abgestumpften Ecken des Gebäudes sollen sich gut ins Umfeld einfügen, sagten die Architekten bei der Vorstellung. Fenster auf verschiedenen Höhen sollen es den Schülern zudem ermöglichen, unterschiedliche Ausblicke auf die Umgebung zu bekommen.
Nach dem Spatenstich wird nun mit dem Rohbau begonnen. Das neue Gebäude soll im September nächsten Jahres pünktlich zum neuen Schuljahr eingeweiht werden. „Wenn alles weiterhin so gut funktioniert, könnte das dieses Mal wirklich klappen“, resümierte Schulleiterin Zinner.