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19.02.2019

Zügiger durch das Illertal mit der S-Bahn

Der Verein Regio S-Bahn will unter anderem die Illertalbahn für Fahrgäste attraktiver machen. Doch einen kompletten zweigleisigen Ausbau wird es nicht geben.
Bild: Alexander Kaya

Der Verein Regio S-Bahn will vor allem die Bahnlinie von Ulm bis Memmingen attraktiver machen. Dazu hat er sich einiges vorgenommen.

Die Illertalbahn gehört zu den erfolgreichsten Schienenstrecken im Bayernland, die Fahrgastzahlen wachsen und wachsen. Auf ihr rollen so viele Züge wie auf kaum einer anderen eingleisigen Route in Deutschland. Doch einen durchgehenden zweiter Schienenstrang, der diese verspätungsanfällige Linie entlasten könnte, ist nicht in Sicht. Dennoch soll in den nächsten zehn Jahren zumindest die eine oder andere Teilstrecke doppelgleisig ausgebaut werden. Das sagte jetzt im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Landkreises der Geschäftsführer des Vereins Regio S-Bahn, Oliver Dümmler.

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Die Illertalbahn wird nur teilweise zweigleisig

Eine komplette Zweigleisigkeit, wie sie noch in den 80er-Jahren durchaus ernsthaft diskutiert wurde, lässt sich nicht mehr verwirklichen: „Das ist nicht finanzierbar, und das ist auch nicht durchsetzbar“, bedauerte Dümmler. Dennoch soll es einzelne Abschnitte mit zwei Gleisen geben, was den Verkehr auf der Illertalbahn deutlich schneller machen würde. Das ist eines der Ziele, die sich der 2015 gegründete Verein Regio S-Bahn Donau-Iller zum Ziel gesetzt hat. In ihm haben sich die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Günzburg, Heidenheim, Neu-Ulm, Unterallgäu und die Städte Memmingen, Neu-Ulm und Ulm zusammengeschlossen. Sie repräsentieren immerhin 1,1 Millionen Menschen. Mit der Gründung einer solchen Vereinigung war die Region Donau-Iller schon relativ spät dran, andere Regionen schafften das schneller, doch an der Nahtstelle von zwei Bundesländern dauert manches eben ein wenig länger. Ziel der Organisation ist es vor allem, den Nahverkehr schneller und attraktiver zu machen. Das Zauberwort lautet in diesem Fall Taktverdichtung. Auf allen Schienenwegen soll im Halbstundentakt gefahren werden.

Weißenhorner Bahn hat manchmal Probleme

Allerdings ist das nicht einfach zu erreichen, denn etwa auf der Strecke von Ulm nach Günzburg sind bereist derart viele Züge unterwegs, dass sich dort nicht mehr viel verändern kann. Dümmler: „Sie ist mit dem Fern- und Güterverkehr schon weitgehend ausgelastet.“ Auch die Brenzbahn in Richtung Aalen bietet kaum noch Möglichkeiten. Auf der Illertalstrecke will der S-Bahn-Verein für einen Halbstundentakt bis Illertissen sorgen. Auch das Angebot auf der Route nach Weißenhorn könnte dichter werden. Der Halbstundentakt soll nicht nur in der Hauptverkehrszeit am Morgen und am Abend gelten, sondern möglichst ganztägig. Das sei schließlich ein Erfolgsmodell. Allerdings ein etwas anfälliges, wie der FW-Kreisrat Jürgen Bischof anmerkte, denn in denn vergangenen Monaten seien immer mal wieder Züge ausgefallen, was der Akzeptanz der Strecke auf Dauer schaden könne.

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Weg mit den Schmuddelbahnhöfen

Um die Illertalbahn nicht nur schneller, sondern auch attraktiver zu machen, ist nach den Worten Dümmlers auch ein Ausbau der Bahnhöfe notwendig. Ein entscheidender Durchbruch wurde da in Senden erreicht, was längere Zeit nicht absehbar erschien. Die Station wird barrierefrei gestaltet, dafür entsteht ein Steg mit Liften und Treppen, der sich über alle Gleise hinzieht. Außerdem sollen neue Haltestellen kommen, die meisten bei Memmingen, aber auch im nördlichen Landkreis Neu-Ulm. So werde der Halt in Gerlenhofen in die Ortsmitte verlegt und im Norden von Senden sei ein weiterer Stopp geplant, um das Einkaufszentrum anzuschließen. Wie Landrat Thorsten Freudenberger sagte, sei es wichtig, „dass die Bahnhofsareale attraktiv und sicher sind. Mehr Züge allein, das reicht nicht.“ Die alten „Schmuddelbahnhöfe“ hätten ausgedient.

Ein wichtiges Element, um den Verkehr auf der Strecke zu beschleunigen wäre die Elektrifizierung. Die stromgetriebenen Züge können schneller beschleunigen als die Dieselmodelle, weshalb sich wiederum der Takt etwas verdichten ließe. Eine umsetzungsreife Planung existiert bisher allerdings noch nicht.

Wie schnell kann überhaupt so eine Regio S-Bahn verwirklicht werden? Das dürfte noch ein Weilchen dauern. Auf eine entsprechende Frage des Landrats sagte Dümmler, wenn zur Landesgartenschau 2030 in Ulm ein großer Teil fertig wäre, „das wäre schön.“

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