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Ausflugsschiff in Ulm: Gäste aus ganz Europa fahren mit dem Ulmer Spatz

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Kein gewöhnliches Ausflugsschiff: Endlich ist der Ulmer Spatz wieder unterwegs

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    Endlich schippert der Ulmer Spatz wieder über die Donau.
    Endlich schippert der Ulmer Spatz wieder über die Donau. Foto: Dominik Prandl

    Es ist mehr als ein herkömmliches Ausflugsschiff: Der Ulmer Spatz wurde in den 1930er-Jahren gebaut und ist komplett barrierefrei. An Bord wird Inklusion gelebt. Doch das einzigartige Projekt der Lebenshilfe Donau-Iller hat auch schwere Zeiten erlebt: Zuletzt konnte das Schiff aufgrund von Brückenarbeiten drei Jahre lang nicht über die Donau schippern. Jetzt ist die Durststrecke allerdings vorbei: Der Ulmer Spatz fährt wieder auf und ab.

    Wegen der Arbeiten an der Gänstorbrücke musste der Wasserpegel abgesenkt werden – deshalb lag der Ulmer Spatz drei Jahre lang auf dem Trockenen. Für die inklusive Crew war das keine leichte Zeit. Schon zu Corona-Zeiten musste sie mit Einschränkungen leben. Umso größer ist die Freude, dass es in diesem Monat endlich wieder losgehen konnte.

    „Es braucht regelmäßige Übung und das Zusammenspiel zwischen der Crew“, so beschreibt Kapitän Gerd Kneer die Schwierigkeit der langen Pause. Während der Durststrecke habe sich die Mannschaft ausgedünnt, soll nun aber wieder langsam anwachsen.

    „Ein Paradespiel, wie man Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen kann“

    Jürgen Heinz, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Donau-Iller, nennt den Ulmer Spatz „ein Paradespiel, wie man Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen kann“. Menschen mit Behinderung bietet das Projekt eine Perspektive: Sie können Matrose oder Steuermann werden. Zwei Steuerleute und drei Matrosen gibt es aktuell.

    Kapitän Kneer schätzt die gemeinsame Zeit an Bord und erzählt begeistert, wie Menschen mit Behinderung durch die Arbeit auf dem Schiff Zufriedenheit und Selbstständigkeit erlangen. So wie Matrosin Birgit Münzberg, die freudig berichtet, dass sie sogar schon mal ans Steuerrad durfte.

    Nicht nur die Gäste, auch die Crew genießt die Zeit an Bord des Ulmer Spatz: v.l. Jobcoach und Kapitän Gerd Kneer, Michaela Zapf, Assistentin des Vorstands und Kapitänin sowie Matrosin Birgit Münzberg.
    Nicht nur die Gäste, auch die Crew genießt die Zeit an Bord des Ulmer Spatz: v.l. Jobcoach und Kapitän Gerd Kneer, Michaela Zapf, Assistentin des Vorstands und Kapitänin sowie Matrosin Birgit Münzberg. Foto: Dominik Prandl

    Vorsitzender Heinz ist stolz auf das Projekt, auch wenn es rote Zahlen schreibt. Es sei eben ein gemeinnütziges Projekt, das sich auch durch Spenden trägt, erklärt er und betont: „Auch die Preise sollen barrierefrei bleiben.“ Die Stadt Ulm hat das Projekt in den vergangenen drei Jahren mit rund 70.000 Euro unterstützt, um es über die Durststrecke hinweg zu retten.

    Das Schiff wurde im Jahr 2014 von der Lebenshilfe aufwändig erneuert, umgebaut und auch eine Holztreppe wurde installiert, die sich elektrisch zur fahrbaren Rampe umstellen lässt. Eine Schifffahrt mit dem Rollstuhl ist daher ohne Weiteres möglich. Ganz viele Ehrenamtliche, darunter Ingenieure, hätten dafür viel Arbeit reingesteckt, betont Heinz.

    Die Fahrgäste des Ulmer Spatz kommen aus ganz Europa

    Die Fahrgäste des Ulmer Spatz kommen aus ganz Europa, erzählt Kapitän Kneer. Familien, Vereine, Kindergärten, Schulklassen und Firmen würden Fahrten buchen. Und auch Hochzeiten werden hier gefeiert. Insgesamt finden 32 Menschen auf dem alten Ausflugsschiff Platz. Die meisten Gäste kämen von außerhalb. „Es wäre schön, wenn es mehr Ulmer wären“, findet Kneer.

    Immer freitags bis sonntags und an Feiertagen fährt der Ulmer Spatz über die Donau. Der Ein- und Ausstieg ist am Steg in der Friedrichsau möglich. Eine Tour dauert etwa eine Stunde und führt zur Böfinger Halde, zum Metzgerturm und zurück in die Friedrichsau. Am Metzgerturm kann das Schiff in dieser Saison nicht halten – denn hier steht das Wasser noch immer zu niedrig, erklärt der Kapitän.

    Auch die Passanten in der Friedrichsau freuen sich über den Anblick, wenn das Ausflugsschiff an ihnen vorbeifährt.
    Auch die Passanten in der Friedrichsau freuen sich über den Anblick, wenn das Ausflugsschiff an ihnen vorbeifährt. Foto: Dominik Prandl

    Die Abfahrtszeiten in der Friedrichsau sind um 11, 12.30, 14.30, 16 und 17.30 Uhr. Wer mag, kann dann an Bord gehen und darf auf den urigen Holzbänken im Schiff Platz nehmen – auch in unmittelbarer Nähe zum Kapitän. Auf der Fahrt lässt sich Ulm dann einmal aus anderer Perspektive, nämlich vom Wasser aus, betrachten.

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