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Bellenberg: Auch wenn nichts mehr produziert wird: Nilfisk in Bellenberg wächst wieder

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Auch wenn nichts mehr produziert wird: Nilfisk in Bellenberg wächst wieder

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    Der Service und der Vertrieb solcher Reinigungsmaschinen beschäftigt am Standort in Bellenberg an die 100 Menschen. Und es sollen wieder mehr werden.
    Der Service und der Vertrieb solcher Reinigungsmaschinen beschäftigt am Standort in Bellenberg an die 100 Menschen. Und es sollen wieder mehr werden. Foto: Nilfisk

    Vor vielen Jahren beschäftigte der Standort in Bellenberg des dänischen Herstellers von Reinigungsgeräten mal über 600 Menschen. Das ist lange vorbei. Derzeit sind es etwa 100, sagt Martin Führer. Der Österreicher übernahm vor ziemlich genau einem Jahr die Position des "Senior General Managers EMEA Central" beim Reinigungsgerätehersteller. Reinhard Mann, der der Geschäftsführer für das Deutschland- und Osteuropa-Geschäft war, ging in den Ruhestand. Die Kernbotschaft von Führer: "Nilfisk schafft in Bellenberg wieder Arbeitsplätze."

    Waschanlagen "Made in Bellenberg" gibt es noch

    Das war 2020 noch anders: Im Sommer musste das Unternehmen ankündigen, dass 45 Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Die Pandemie hatte für einen Rückgang von mindestens 20 Prozent der Umsätze gesorgt, wie Mann damals sagte.

    Die letzten Produkte, die unter dem Namen Nilfisk in Bellenberg produziert wurden, waren Waschanlagen. Dennoch ist Bellenberg nach wie vor die Zentrale von Nilfisk in Deutschland. In Form einer Vertriebs- und Service-Organisation. Produziert wird in Ungarn, Italien und den USA. Der letzte Hochdruckreiniger sei in den Jahren 2004/2005 in Bellenberg produziert worden. Dann wurde diese Sparte nach Ungarn verlagert.

    Martin Führer ist zum neuen Senior General Manager bei Nilfisk für die Region EMEA Central ernannt worden.
    Martin Führer ist zum neuen Senior General Manager bei Nilfisk für die Region EMEA Central ernannt worden. Foto: Nilfisk

    Bis Sommer 2020 wurden in Bellenberg noch Autowasch-Geräte produziert. "Ein Nischenprodukt. Das passte absolut nicht in unser Kerngeschäft." Deswegen sei diese Sparte abgespalten worden. Unter der Geschäftsleitung des langjährigen Nilfisk-Mitarbeiters Uwe Gross existiert so weiter ein Waschanlagen-Spezialist, der das frühere "Carwash-Geschäft" der Nilfisk-Gruppe in Bellenberg völlig unabhängig unter dem Namen "Wap WaschBär" weiterführt. Zehn von einst 20 Menschen in dieser früheren Nilfisk-Division wechselten damals in die neue Firma.

    370 Menschen arbeiten für Nilfisk in Deutschland

    100 Menschen – von 370 in Deutschland – arbeiten aber nach wie vor für Nilfisk in Bellenberg – Vertrieb, Marketing, Service, Personalabteilung, IT, Buchhaltung und Finanzabteilung. Beim "Spin-off" der Waschanlagen-Sparte mit Beginn des vergangenen Jahres habe "jeder die Chance gehabt, zu wechseln", so Führer. Zehn von 20 hätten dieses Angebot angenommen.

    Nun, nach Jahren des Personalabbaus, sei der Standort wieder auf Wachstumskurs. 370 Menschen arbeiten in Deutschland für Nilfisk, es sollen aber wieder mehr werden: Mit der Fokussierung auf den Service-Bereich in Deutschland wolle Nilfisk einen Wettbewerbsvorteil am Markt ausbauen. In den nächsten drei Jahren sollen 60 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. 40 im Außendienst über ganz Deutschland verteilt, 20 am Standort in Bellenberg. Der Standort an der Guido-Oberdorfer-Straße 2-10 hat sich freilich ziemlich gewandelt. Die ehemaligen Produktionshallen hat der Besitzer, der Illertisser Bauunternehmer Kurt Motz, weitervermietet. Bellenberg werde in Zukunft zu einem "Wissensstandort" ausgebaut, der das Deutschland-Geschäft steuere. "Wir sind in Gesprächen, mittelfristig bauliche Verbesserungen durchzuführen."

    Aus Russland und Belarus zieht sich Nilfisk zurück

    Wachstumssegmente seien der Bodenreinigungsbereich, Kehrmaschinen und der Industrie-Saugbereich. Zum Glück für Bellenberg Dienstleistungs-Segmente, bei denen der Service wichtig sei. Händeringend gesucht würden für Bellenberg vor allem Service-Techniker. "Kaum zu bekommen." Nilfisk habe in den Auftragsbüchern ein "Allzeithoch". Doch aufgrund von Engpässen bei den Einzelteilen könnte oftmals nicht zeitgerecht ausgeliefert werden.

    Der erste Zwischenbericht des Jahres des weltweit führenden Anbieters von professionellen Reinigungsgeräten und Dienstleistungen knüpft somit nahtlos an die positiven Ergebnisse des Jahres 2021 an. Im ersten Quartal 2022 stiegen die Umsätze in allen Märkten und Segmenten. Für das Gesamtgeschäft belief sich der Umsatz im ersten Quartal 2022 auf 264,2 Millionen Euro gegenüber 237,3 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres, was einem Wachstum von 11,3 Prozent entspricht. Im April beschloss Nilfisk zudem, alle Aktivitäten in Russland und Belarus einzustellen.

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