Auch wenn die Ursprünge der Pfarrei Sankt Michael in Unterelchingen bis ins 13. Jahrhundert reichen, stellte sich die Frage, ob in diesem Jahr ein umfangreiches Jubiläumsprogramm begangen werden soll. Schließlich wurde vor 300 Jahren, am 4. März 1722, der erste Stein auf den frühgotischen Grund gelegt um ein barockes Schmuckstück entstehen zu lassen. Die Gemeinde beschloss: Das muss gefeiert werden.
Eine Ausstellung zur Kirchen- und Ortsgeschichte ist in Elchingen zu sehen
Durchaus bedeutende Handwerker aus Unterelchingen waren seinerzeit dabei gewesen, wie Pfarrgemeinderätin Martha Moritz betont. So auch Baumeister Christian Wiedemann, der unter anderem an den Sakralbauten in Wiblingen, Witzighausen oder Ochsenhausen beteiligt war, kehrte für die Arbeiten an der Pfarrkirche Sankt Michael in seine Heimat Unterelchingen zurück, wo er 1678 geboren wurde. Der Stuckateur Georg Eitele, der die Pfarrkirche im Jahr darauf mit seinen kunstvollen Arbeiten ausstattete, stammt ebenso aus einer bedeutenden Unterelchinger Handwerkerfamilie.
Der wohl profundeste Kenner der Geschichte Elchingens, Anton Aubele, hat zum Jubiläumsjahr mit weiteren engagierten Ehrenamtlichen einen reich bebilderten Kirchenführer verfasst sowie eine Ausstellung zur Kirchen- und Ortsgeschichte konzipiert, die am 5. und 6. März der Öffentlichkeit im Haus Sankt Michael gezeigt wird. Eine kleine Ausstellung gibt zudem einen Überblick über die Vorgeschichte Unterelchingens mit Funden aus Grabungen vom Elchinger Kreuz.
Am Samstag organisiert die Pfarrgemeinde eine Friedensandacht
Als historische Besonderheit zählt die Tatsache, dass die Unterelchinger Pfarrei in ihrem Ursprung nicht in Verbindung mit dem naheliegenden Oberelchinger Kloster stand, sondern dem Kloster Salem angehörte, das damals dem Papst und Kaiser unterstellt war. In diesem Zeichen soll auch der Festvortrag von Birgit Rückert am Samstag, 5. März, um 16 Uhr in der Kirche St. Michael stehen. „Der Abt, der Kaiser und der Papst: Das Zisterzienserkloster Salem im Heiligen Römischen Reich und sein Pflegamt Unterelchingen" lautet der Titel.
Im Anschluss daran soll bei einer Friedensandacht um 19 Uhr die aktuelle Kriegssituation aufgegriffen werden: "Wir wollen nicht über die beängstigenden Ereignisse dieser Tage hinwegsehen", sagt Martha Moritz. Denn mit dem Jubiläum will die Gemeinde nicht nur auf die historische Vergangenheit von Sankt Michael hinweisen, sondern auch Präsenz in der Gegenwart zeigen. Zum Festgottesdienst am Sonntag, 6. März, um 10 Uhr wird Bischof Bertram Meier erwartet. Den musikalischen Glanzpunkt für den Festgottesdienst verleihen die Sopranistin Maria Rosendorfsky, Timo Handschuh an der Orgel, sowie weitere Instrumentalisten des Ulmer Theaters unter der Leitung von Ulrike Blessing.
Auch eine Exkursion ist zum Jubiläum von St. Michael geplant
Mit einer Exkursion am Sonntag, 15. Mai, wollen sich Interessierte auf den Weg nach Salem machen, um dort nach Spuren zu suchen, die auf die gemeinsame Vergangenheit mit Unterelchingen hinweisen können. Am Samstag, 28. Mai, soll mit einem „Historischen Ereignistag" die Handwerkskunst zum Anfassen demonstriert werden: Im idyllischen Ensemble des Pfarrhofes werden Steinmetz, Zimmermann, Buchdrucker, Goldschläger und weitere Handwerker die Techniken der vergangenen Jahrhunderte vorführen. Zahlreiche Mitmach-Aktionen für Kinder sind geplant.
Ein Festkonzert haben die Veranstalter am Sonntag, 26. Juni, vorgesehen. Unter der Leitung von Ulrike Blessing hat sich das Neue Ulmer Vokalensemble angekündigt. Was sich dahinter verbirgt, wurde jedoch noch nicht verraten, erklärt Martha Moritz.