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Fabian Rupp (Weißenhorn) zu Großprojekt Viktoria-Arcaden: „Lassen uns nicht unter Druck setzen“

Interview

„Von den ganzen Krisenthematiken lassen wir uns nicht unter Druck setzen“

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    So könnten die Viktoria Arcaden in Weißenhorn einmal aussehen.
    So könnten die Viktoria Arcaden in Weißenhorn einmal aussehen. Foto: Rupp Gebäudedruck

    Ihre Firma plant ein stadtbildprägendes Gebäude in Weißenhorn. Inwiefern kommt die durch den Iran-Konflikt ausgelöste Krise Ihnen in die Quere?

    FABIAN RUPP: Natürlich waren die Rahmenbedingungen im Dezember vergangenen Jahres, als wir das Projekt erstmalig im Stadtrat vorstellten, noch besser. Die Unsicherheit ist wieder da. Das Gute ist aber, dass wir keinen straffen Zeitplan haben. Wir wollen uns Zeit lassen, das Projekt auf vernünftige Beine zu stellen. Wir hoffen schon, dass sich die Bedingungen bei den Themen Rohstoffe und Energie wieder verbessern.

    Die „Viktoria Arcaden“ sollen so etwas wie ein städtebaulicher Mittelpunkt werden.
    Die „Viktoria Arcaden“ sollen so etwas wie ein städtebaulicher Mittelpunkt werden. Foto: Rupp/Repro

    Nachfrage nach Viktoria Arcaden ist groß

    Wie sieht es mit der Nachfrage aus?

    RUPP: Wir haben viele Interessenten. Die Nachfrage ist mehr als da. Wir planen nur eine gewerbliche Nutzung und haben Anfragen von allen Nutzergruppen, die wir uns wünschen: Ärzte, Gesundheitsdienstleister, Supermarkt, Nahversorger und Event-Location. Wir stoßen auf viel Interesse, genau wie erhofft.

    So sollen die „Viktoria Arcaden“ in Weißenhorn einmal aussehen.
    So sollen die „Viktoria Arcaden“ in Weißenhorn einmal aussehen. Foto: Rupp/ Repro

    Und von Krise keine Spur?

    RUPP: Unsere Firma hat schon viele Krisenzeiten durchlaufen – von der Pandemie über den Ukraine-Krieg bis hin zum jetzigen Iran-Konflikt. Wir sind da mittlerweile entspannter. Genauso wie die Rohstoff Preise nach oben gehen, gehen sie auch größtenteils wieder nach unten. Aber günstiger wird das Bauen natürlich nicht.

    Fabian Rupp von der Rupp-Gruppe aus Weißenhorn.
    Fabian Rupp von der Rupp-Gruppe aus Weißenhorn. Foto: Rupp-Gruppe

    Bauen Sie ein Einkaufszentrum?

    RUPP: Nein, auf gar keinen Fall. Es entsteht ein Gesundheitszentrum, in dem von Praxen und Behandlungen bis zur Apotheke alles zu finden ist. Auch an die Nahversorgung soll gedacht werden. Wir haben in Weißenhorn eigentlich genug Supermärkte, deswegen sprechen wir gezielt mit Interessenten, die ihren Betrieb etwa verlagern wollen, weil es am aktuellen Standort zu wenig Parkplätze gibt oder eine Sanierung nötig wäre.

    Und die Gastronomie?

    RUPP: Die wird anders als zunächst dargestellt. Es wird einen Event-Bereich geben, der tagsüber für Veranstaltungen angemietet werden kann. Mit einer dauerhaften Gastronomie ist derzeit nicht zu planen, das ist schwierig – auch wirtschaftlich. Aber die Dachterrasse soll an Sommerabenden für Veranstaltungen genutzt werden können. Das geplante Hotel wird vermutlich eng mit dem Event-Bereich verknüpft sein, sodass etwa bei Tagungen gleich die Übernachtung und Verpflegung mit angeboten werden kann.

    Der Siloturm in Weißenhorn prägt das Stadtbild

    Warum wollen Sie den Siloturm integrieren?

    RUPP: Der prägt das Stadtbild von Weißenhorn. Für uns steht er seit Jahrzehnten als eine Art Wahrzeichen; er stiftet Identität und passt gut in die Viktoria-Arcaden. Deshalb integrieren wir ihn. Momentan ist noch eine Mühle darin, die muss erst raus. Dann wird er entkernt und die Statik überprüft. Da er früher voller Getreide war, müssen nun Geschossdecken eingezogen werden. Er geht dann fließend in den Neubau über. Geplant sind Apartments im oberen Bereich und ganz unten eine Apotheke. Wichtig war uns auch das Thema Parkplätze: Weißenhorn ist super erreichbar, aber Parkplätze in der Nähe der Altstadt sind Mangelware.

    Einen zweistelligen Millionenbetrag wollen Sie investieren. Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

    RUPP: Da sind wir in den Erstgesprächen mit Investoren. In dieser Dimension wäre das allein mit Banken nicht möglich. Aufgrund des Nahost-Konflikts hatten wir bereits einen Zinsanstieg – selbst ein Prozent macht bei so einer Summe viel aus. Für uns muss sich das Ganze am Ende rechnen, dazu müssen die Baukosten und die Finanzierung stimmen. Am Ende wird es so etwas wie eine Besitzgesellschaft geben, bei der wir ebenfalls an Bord bleiben wollen.

    Wie ist der Stand beim Thema Genehmigung?

    RUPP: Beim Landratsamt haben wir eine Bauvoranfrage eingereicht. Im Stadtrat Weißenhorn ging es zum größten Teil um Genehmigungen, die in Aussicht gestellt wurden – etwa zur Nutzung und zur Zahl der Stockwerke. Das Abstimmungsergebnis war 14:0. Bei weiteren Themen hat der Stadtrat natürlich ein Mitspracherecht.

    Wann könnte Baubeginn sein?

    RUPP: Wir haben keine Eile. Wir wissen, dass so etwas länger dauern kann. Schön wäre es, wenn es 2028 losgehen könnte. Von den ganzen Krisenthematiken lassen wir uns nicht unter Druck setzen.

    Werden die Viktoria-Arcaden gedruckt?

    RUPP: In Teilen schon. Diese Arkaden etwa, also die tragenden Bögen, werden gedruckt. Wir sind motiviert, unsere Stärken beziehungsweise Segmente der Rupp-Gruppe dort sichtbar abzudecken.

    Wie läuft es sonst in der Rupp-Gruppe?

    RUPP: Wir haben volle Auftragsbücher. Wir haben etwa gerade ein 3D-Druck-Haus in Aalen abgeschlossen; das kam direkt aus unserem Katalog. Innerhalb von vier Wochen war der Rohbau komplett fertig. Mit einer Partnerfirma bieten wir zudem schlüsselfertige Großbatteriespeicherparks (BESS) an. Da haben wir erst jüngst in Balzhausen den größten Batteriespeicherpark Schwabens eröffnet. Wir sind so breit aufgestellt, dass wir Krisen gut überstehen. Allerdings machen es uns Banken und Behörden aktuell alles andere als leicht. Zu lange Genehmigungsprozesse, zu viel Bürokratie und kein Vertrauen von Banken in den Wirtschaftsstandort Deutschland – das führt zu Unsicherheiten in allen Branchen.

    Was macht das Thema Bauschuttrecycling für den 3D-Druck?

    RUPP: Da sind wir immer noch dran. Das ist ein wichtiges Thema. Wir wollen den Bauschutt in unseren Betondruckern wiederverwenden. Die Genehmigungsverfahren dafür sind allerdings nicht einfach.

    Zur Person

    Fabian Rupp, 32, ist Maurer- und Betonbaumeister und leitet zusammen mit seinem Bruder Sebastian die Rupp-Gruppe. Bekannt geworden ist das Unternehmen als Pionier im 3D-Gebäudedruck. Fabian Rupp ist verheiratet, hat zwei Kinder und engagiert sich sowohl im Gemeinderat seines Heimatortes Pfaffenhofen a. d. Roth als auch in zahlreichen örtlichen Vereinen. 1996 gründete Michael Rupp den ersten Maurerbetrieb. Nach dem Meisterbrief erste Schritte in die Selbstständigkeit – im Nebengewerbe, aber bereits mit Bauplanung und Bauausführung.

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