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Essen in Ulm: Café Brettle macht zu

Ulm

Aus für Café Brettle: Traditionslokal in Ulmer Altstadt hat zu - vorerst

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    Eine Ulmer Institution einst von Ebbo Riedmüller begründet. Das Café Brettle in der Ulmer Rabengasse.
    Eine Ulmer Institution einst von Ebbo Riedmüller begründet. Das Café Brettle in der Ulmer Rabengasse. Foto: Oliver Helmstädter

    In der Gastronomie ist in den allermeisten nur der Wandel eine Konstante. Nicht so beim Brettle in der Ulmer Rabengasse 10. Das 600 Jahre alte Gebäude ist seit vielen Jahrzehnten ein fester Anker in der Ulmer Gastronomie.

    Karin Schumann führte zwölf Jahre die Ulmer Kneipe, zuletzt hatte der Benjamin Schmidt das Sagen. Weder telefonisch noch persönlich war der Gastronom für unsere Redaktion erreichbar. Vor Ort war am in der Belegschaft zu erfahren, das Gasthaus schließe aus wirtschaftlichen Gründen sowie Personalmangel.

    Hier noch geöffnet: Auch einen kleinen Biergarten hat das Brettle in Ulm zu bieten.
    Hier noch geöffnet: Auch einen kleinen Biergarten hat das Brettle in Ulm zu bieten. Foto: Oliver Helmstädter

    Riedmüller gründete das Brettle in Ulm

    Wie der Vermieter auf Nachfrage der Redaktion sagt, komme das Aus für das Lokal überraschend. Der Pachtvertrag laufe noch. Seinen Namen möchte der Vermieter nicht veröffentlicht wissen. Er betont jedoch, dass er keine Zweifel am Standort habe. Die Probleme müssten vielmehr im persönlichen Management des Pächters liegen als an Fragen von Pacht und Frequenz. Durch den Biergarten und nicht zuletzt die Nähe zum Weihnachtsmarkt befindet sich die Immobilie in bevorzugter Lage mit ganzjährig hoher Frequenz. Deswegen werde es bald mit dem Brettle weitergehen.

    Das Brettle ist eine der Keimzellen des Gastro-Reichs von Eberhard „Ebbo“ Riedmüller, dem Erfinder dieser Institution. Sein erstes Lokal war der Sandjackel, neben dem Fischhaus Heilbronner. Dann kam als Nummer zwei Anfang der 1980er-Jahre das Brettle hinzu. Vor dem Schüler- und Studentenlokal war hier ein Nachtclub, ähnlich wie das legendäre Aquarium. Bis Riedmüller kam und nicht zuletzt durch die Einnahmen aus dem Brettle die Kulisse und das Vienna kaufte, bevor Riedmüller 1990 das Konzept Barfüßer samt Hausbrauerei am Münsterplatz, gründete und mehrfacht muliplizierte.

    Riedmüller etablierte im Brettle eine Kleinkunstbühne. Das Konzept hatte er zuvor schon im Rebstöckle in Ulm erfolgreich ausgetestet. Gemeinsam mit Walter Spira wurde aus dem Weinlokal die „Die letzte Instanz“. „Das war eine schöne Zeit“, sagt der Gastronom. „Ich weiß aber selbst, dass die Gastronomie immer von Veränderungen lebt.“ Vielleicht brauche das Brettle einfach wieder frischen Wind. Die wenigsten gastronomischen Konzepte würden sich ewig halten.

    Auf Riedmüller folgte 1998 Uli Fischer, der mit dem dort verdienten Geld das Liquid etablierte. Dann pachtete Karin Schumann, die als Bedienung für Riedmüller und Fischer arbeitete, das Brettle zwölf Jahre führte und in die Krone, die älteste Gaststätte Ulms, investierte. Weitere Wechsel folgten. Sieben Jahre betrieb Schmidt zuletzt das Brettle, wie der Inhaber betont, habe es in dieser Zeit keine Pachterhöhung gegeben. Die allererste habe er nicht mittragen wollen, ist vor Ort zu hören.

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