Große Veränderungen in Neu-Ulmer Eis-Produktion: Abschied und Neubeginn bei Scavone & Eismädchen
Ulm/Neu-Ulm
Scavone, Bella Italia, Eismädchen: Große Veränderungen in der Neu-Ulmer Eis-Produktion
Die Eismanufaktur in Burlafingen stellt sich neu auf – Mario Scavone hat das Unternehmen verlassen. Seine Schwester wird in Pfuhl wieder Eis herstellen. Auch Eismädchen in Ludwigsfeld macht das mittlerweile selbst.
Mario Scavone hat die Eismanufaktur verlassen. Eismädchen verlässt die Räume in Ulm.Foto: Alexander Kaya/Dominik Prandl (Archiv)
Mario Scavone aus Pfuhl ist nicht mehr Geschäftsführer der Eismanufaktur in Burlafingen. Im Dezember hat er nach eigener Aussage seinen Posten als Geschäftsführer aufgegeben. „Die Enttäuschung ist groß“, sagt er. Aktuell würden sich Anwälte mit der Angelegenheit beschäftigen. „Wie es weitergeht, wird sich zeigen.“
Derweil richtet sich die Eismanufaktur in Burlafingen ohne seinen Mitgründer neu aus: Sie hat nicht nur den Namen Scavone abgelegt, sondern produziert auch für neue Zielgruppen. Das Produktionsteam wie auch die Maschinen wurden ausgetauscht, seit im vergangenen Sommer klar war, dass Mario Scavone geht, erklärt der neue alleinige Eigentümer Andreas Melzner. Seine Frau Sandra Grioli – die Cousine von Mario Scavone – soll die Geschäftsführung übernehmen. Ihrer Aussage nach verließ Mario Scavone das Unternehmen auf eigenen Wunsch. „Der Abschied erfolgte in beidseitigem Einvernehmen.“
Mario Scavone hat vor 20 Jahren angefangen, Eis zu produzieren
Für Andreas Melzner war die Eisproduktion Neuland. „Es war eher als Hobby gedacht“, sagt er. Gleichzeitig habe er als Investor von Beginn an eine klare Vision gehabt: „das beste Eis zu machen, das es gibt“. Doch in der Praxis gingen die Vorstellungen der beiden Geschäftsführer in diesem Punkt wohl auseinander: „Wir haben einen unterschiedlichen Blick auf die Zukunft gehabt“, sagt Andreas Melzner über den Weggang von Mario Scavone.
Die Eismanufaktur in Burlafingen produziert für neue Zielgruppen
Jetzt habe sich die Eismanufaktur, die nun den Namen „Bella Italia Finest Foods“ trägt, auf die Auftragsproduktion von Premium-Eis mit „Clean Label“ spezialisiert. Konkret heißt das: Es sollen beste Rohstoffe und etwa keine Industriestabilisatoren verwendet werden, erklärt Andreas Melzner. Außerdem produziere man veganes Eis. Kunden seien jetzt neben den bestehenden aus der Gastronomie der Einzelhandel beziehungsweise Eigenmarken. Man produziere jetzt nicht mehr einfach eine bestimmte Anzahl an Eissorten, sondern maßgeschneidert für den Wunsch eines Kunden – und das dann in größeren Chargen. Die Kapazität der Manufaktur sei dabei gleich geblieben: Man könne bis zu zwei Tonnen Eis am Tag produzieren, so Andreas Melzner.
Aktuell gibt es die Überlegung, die eigenen Produkte ab dem Frühjahr in den Räumlichkeiten in der Frauenstraße 17 in Ulm anzubieten, die der Manufaktur angehören – es soll also ein neues gastronomisches Angebot entstehen. „Wir sind gerade noch in der Ideenfindung“, sagt Sandra Grioli. Gesucht wird schon ein Filialleiter.
Es handelt sich um die Räume, in denen Eismädchen aus Ludwigsfeld vor einem Jahr eine Filiale eröffnet hat. Doch jetzt ist das Projekt nach nur einer Saison bereits wieder beendet – man konzentriert sich also zukünftig auf den Hauptstandort in Ludwigsfeld, wo man auch wegen der Pizza einen guten Ruf genießt. „Die Veränderungen in der Frauenstraße haben nichts mit Herrn Scavones Weggang zu tun“, betont Sandra Grioli von Bella Italia Finest Foods.
Eismädchen stellt in Ludwigsfeld eigenes Eis her
Eismädchen produziert seit vergangenem Herbst eigenes Eis. Eine Verlängerung des Jahresvertrags mit der Eismanufaktur sei unter diesen Umständen nicht infrage gekommen, erklärt Marc Settele, einer der Eismädchen-Geschäftsführer. Denn in der Ulmer Filiale wäre man verpflichtet, das Eis aus Burlafingen weiterhin zu verkaufen.
Eigentlich habe das Scavone-Eis aus Pfuhl „super geschmeckt“, sagt Marc Settele. Doch die Manufaktur sei in Burlafingen größer geworden und das Eis sei seitdem weniger gut gewesen, die Qualität habe nachgelassen. „Die Cremigkeit fehlt“, sagt Marc Settele.
Also habe man selbst in Ludwigsfeld eine Produktion aufgebaut und habe sich von einem italienischen Hersteller schulen lassen. Nun stellt Eismädchen Eis nach eigener Rezeptur her – so cremig wie gewünscht und auch ausgefallene Sorten.
Neustart: In Pfuhl startet wieder die Eisproduktion
Nach zwei Jahren Stillstand wird auch in Pfuhl wieder Eis produziert: Seine Schwester, die die Pfuhler Eisdiele seit fünf Jahren führt, beginnt im Untergeschoss wieder, Eis herzustellen, verrät Mario Scavone. Aktuell laufen die Vorbereitungen. Im Jahr 2005 wurde die Eisdiele in Pfuhl eröffnet, 2014 wanderte sie in die Leipheimer Straße. „Meine Schwester hat mir schon immer bei der Produktion geholfen“, sagt Mario Scavone. An Erfahrung mangelt es also nicht.
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