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Jonas Hain über die „Einsamkeit des Komponierens“

Interview

„Die Einsamkeit des Komponierens“

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    Das Duo im Vordergrund (von links): Robert Gromotka, Jonas Hain sowie Gabriele Kienast (Geige) und Felicitas Conrad (Cello) Ulm
    Das Duo im Vordergrund (von links): Robert Gromotka, Jonas Hain sowie Gabriele Kienast (Geige) und Felicitas Conrad (Cello) Ulm Foto: Florian L. Arnold

    Was bleibt, wenn die Musik verklungen ist? Jonas Hain, geboren in München, hat sich früh zwischen elektronischen Beats und klassischer Melancholie bewegt. Sein Weg führte ihn von den Plattentellern der Clubs zur intimen Klangwelt des Klaviers.

    Die Neoklassik von Ludovico Einaudi, Qluster oder Nils Frahm ist artverwandt. Robert Gromotka, der in Berlin lebt, stammt aus einer anderen musikalischen Welt: Querflöte, Bands, Filmmusik, die Arbeit für große und kleine Bühnen. Seine Kompositionen sind reduziert, melodisch, von einer Klarheit, wie sie bei Debussy oder Pärt anklingt. Die beiden Musiker haben sich zu ihrem ersten gemeinsamen Album „Between Us“ zusammengefunden – sofort ein in Ulm machen sie für ihren Album-Release am 7. Februar (20 Uhr) Halt im Stadthaus. Wir haben mit Jonas Hain über seine Musik, das Ringen um Verletzlichkeit und was zwei Musiker mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten verbindet, gesprochen.

    Hain & Gromotka

    Robert Gromotka und Jonas Hain sind Musiker und Komponisten, die für ihre atmosphärischen, oft cineastischen Werke bekannt sind. Sie arbeiten zusammen an Musikprojekten, darunter das Album „Between Us“, das menschliche Verbindungen durch Klavier und Streicher erforscht. Ihr Stil ist durch emotionale Tiefe und Reduktion geprägt, oft mit melancholischem Klang. (AZ)

    Herr Hain, der Beginn war an den Plattentellern – wie kamen Sie zur Neo-Klassik?

    ALS ICH MIT 15 NACH BERLIN ZOG, ENTDECKTE ICH DIE ELEKTRONISCHE MUSIK FÜR MICH. ICH KAUFTE MIR DANN DIE ERSTEN PLATTENSPIELER UND FING AN, ALS DJ AUFZULEGEN. GLEICHZEITIG HATTE ICH IMMER EINE BESONDERE VERBINDUNG ZUR KLASSISCHEN MUSIK. SPÄTER STUDIERTE ICH AM ABBEY ROAD INSTITUTE BERLIN MUSIKPRODUKTION. MEIN STUDIENKOLLEGE UND FREUND SEBASTIAN PRANTAUER (EBENFALLS MUSIKER, MIT EINEM KLASSISCHEN BACKGROUND) HÖRTE MEINE ERSTEN KLAVIERSKIZZEN UND SAGTE: Mach etwas daraus, geh dem nach. Ich nahm also Kompositionsunterricht und wurde schließlich Komponist. (lacht)

    Zwei Künstler, zwei Lebensläufe – wie kam es zu „Between Us“?

    Ich hörte ein Stück von Robert, das mir sehr gefiel, und schickte ihm eine Nachricht. Robert und ich kennen beide die Einsamkeit des Komponierens, die Sehnsucht nach Resonanz, die Angst vor dem Scheitern. Daraus entstand eine Zusammenarbeit und auch eine Freundschaft. Der Gedanke von „Between Us“ ist es, diese Themenkomplexe einer zwischenmenschlichen Beziehung vom ersten Kennenlernen bis zum Vertrautsein, Zuneigung, Konflikt, Entfremdung, Aussöhnung, Kompromiss und Einigkeit zu erkunden.

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