Im Rahmen der Ausstellung „Museum Ulm neu buchstabiert. Teil 2: M – Z“ präsentiert das Museum in der Kunsthalle Weishaupt „Glasotronik même“, genauer gesagt zwei Module aus dem même-Zyklus des Komponisten, Klang- und Medienkünstlers Andreas H. H. Suberg. Einerseits wartet der in Essen geborene 67-Jährige in einem Nebenraum im ersten Stock bis 5. Oktober mit der Klangkunstausstellung „Magneto“ auf, andererseits kommt innerhalb dieser Klang-, Raum- und Videoinstallation das Musiktheater „O infelici amanti“ („Oh unglücklich Liebende“) am 13. September um 18 Uhr zur Uraufführung.
Das ist bei der Kunstinstallation in der Sammlung Weishaupt in Ulm zu sehen und zu hören
Dieses Koproduktionsprojekt von Museum Ulm und Kunsthalle Weishaupt wird von Musikfonds und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Es stellt eine innovative Kunstform dar, an der Andreas H. H. Suberg allerdings schon seit 1990, als er mit seiner Arbeit im Glasmuseum in Langen zu Gast war, arbeitet. Er baut auf seine Weise auf die Wechselwirkung und das Zusammenwirken von Glas mit analogen und digitalen Audio- und Videomedien. Gut sicht- und hörbar bei „Magneto“ in der Kunsthalle Weishaupt.
Bei der Klangkunstausstellung „Magneto“ hat Suberg im Raum links und rechts in regelmäßigen Abständen vier mit Lautsprechern bestückte Glasbehälter aufgestellt und einen weiteren gefüllt mit Glasgranulat, in dem man rühren und somit Geräusche erzeugen kann, mittig vor der großen Videowand. Ständig zu hören ist, wie relativ gleichmäßig Wasser tropft. „Magneto“ so heißt es in der Chronologie von Andreas H. H. Suberg, ist eine „Klang-, Raum- und Videoinstallation für oktophone akusmatische Projektion der Tropfenskulptur Eros-Matrix, Video-Projektion und die interaktive Glasgranulatschüssel Broyeuse“. „Das Tropfen des Wassers ist keine zufällige Komposition“, sagt Andreas H. H. Suberg, „sondern mathematisch errechnet. Insgesamt gibt es 81 Tropfimpulse.“
Die Klangkunstausstellung ist Teil des intermedialen glasotronischen même-Zyklus, der sich auf das skurrile Werk des französisch-amerikanischen Malers und Objektkünstlers Marcel Duchamp bezieht und da insbesondere auf „Das große Glas“ oder „Die Braut von ihren Junggesellen nackt entblößt, sogar“. Das Werk mit Junggesellen im unteren Teil des Glases, die die Braut im oberen begehren, war 1926/1927 im New Yorker Brooklyn-Museum ausgestellt und zerbrach beim Rücktransport. Duchamp reparierte es, aber die Bruchspuren blieben sichtbar.
Im September ist das Musiktheater „O infelici amanti“ von Andreas Suberg in Ulm zu sehen
Stark beeinflusst hat Andreas H. H. Suberg auch die Blindenerzählung „De gli eroici furori“ („Von den heroischen Leidenschaften“), der letzte der sechs italienischen Dialoge von Giordano Bruno, die er in England zwischen 1583 und 1585 verfasste. Die Erzählung inspirierte Suberg zum Musiktheater „O infelici amanti“ für Countertenor, vier Frauenstimmen, ein gläsernes Gefäß, die Glasgranulatschüssel Broyeuse, Live-Elektronik, Ringmodulator und elektroakustische Klänge. Mitwirken werden Countertenor Daniel Gloger, den Suberg als „einen ganz hervorragenden Sänger“ bezeichnet, die Sopranistinnen Anja Bittner und Svea Schildknecht, die Mezzosopranistinnen Hanna Roos und Barbara Ostertag sowie Suberg (Klang/Regie, Live-Elektronik) selbst. Die Aufführung erfolgt im Rahmen von „Magneto“ und ist während der Ausstellung in der Kunsthalle Weishaupt einmalig.
Die Kunsthalle Weishaupt ist immer von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
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