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Lessing-Gymnasium Neu-Ulm: Schulleiter Martin Bader geht nach 20 Jahren in Ruhestand

Neu-Ulm

Vom Kreideunterricht zu Tablet-Klassen: Schulleiter Martin Bader verabschiedet sich

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    Marcus Zimmermann-Meigel (links) wird der neue Schulleiter des Lessing-Gymnasiums in Neu-Ulm. Martin Bader geht als dienstältester Gymnasialdirektor in Schwaben zum Schulhalbjahr im Februar in Rente.
    Marcus Zimmermann-Meigel (links) wird der neue Schulleiter des Lessing-Gymnasiums in Neu-Ulm. Martin Bader geht als dienstältester Gymnasialdirektor in Schwaben zum Schulhalbjahr im Februar in Rente. Foto: Alexandra Weihele

    Nach fast zwei Jahrzehnten an der Spitze des Lessing-Gymnasiums verabschiedet sich Martin Bader in den Ruhestand. 18,5 Jahre leitete er die Schule – in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen im Schulalltag. Mit seinem Abschied ist zugleich ein Übergang verbunden: Der bisherige stellvertretende Schulleiter Marcus Zimmermann-Meigel übernimmt die Leitung.

    Martin Bader brachte die Ganztagsbetreuung in Neu-Ulm voran

    Rückblickend spricht Bader vor allem von der Freude an seiner Arbeit. „Fast jeder Tag zum Arbeiten war ein schöner Moment, ich bin jeden Tag mit großer Freude in die Arbeit gegangen“, erzählt er. Neben vielen positiven Erlebnissen gab es jedoch auch schwere Situationen. „Wenn Eltern oder Geschwister von Schülern plötzlich verstorben sind – das nimmt einen schon massiv mit“, erinnert sich der Schulleiter.

    In seine Amtszeit fielen zahlreiche Veränderungen, die das Gymnasium nachhaltig geprägt haben. Ein zentraler Schritt war der Aufbau der Ganztagsbetreuung, die aus konkreten sozialen Bedürfnissen heraus entstand. „Wir haben klein angefangen – mit einer Gruppe – und sind heute die größte Ganztagsbetreuung in ganz Schwaben“, erklärt Bader stolz.

    Ziel sei immer gewesen, Lernen und Betreuung so zu organisieren, dass Kinder am Nachmittag entlastet werden. „Um 16 Uhr sollen keine Hausaufgaben mehr offen sein.“ Auch pädagogisch ging die Schule neue Wege. Unangekündigte Tests wurden abgeschafft, offene Lernformen eingeführt. „Wir wollten den Druck von den Schülern nehmen“, sagt Bader.

    Die Corona-Pandemie gab dem Neu-Ulmer Gymnasium einen Digitalisierungsschub

    Einen tiefen Einschnitt stellte die Corona-Pandemie dar. Bader erinnert sich gut an die Anfänge des Distanzunterrichts: „An diesem Freitag hieß es: Ab jetzt ist alles digital – und dann war erst einmal alles überlastet und nichts ging.“

    Langfristig habe die Pandemie jedoch einen entscheidenden Digitalisierungsschub ausgelöst. Heute arbeitet das Gymnasium ab der achten Klasse vollständig digital. „Corona war im Prinzip die Initialzündung“, sagt Bader.

    Die Robotik-AG lag Martin Bader besonders am Herzen

    Ein besonderes Anliegen war ihm dabei stets die Förderung technischer und naturwissenschaftlicher Interessen. Robotik-Projekte und Wettbewerbe wurden in den vergangenen Jahren gezielt ausgebaut. „Wenn Kinder tüfteln, programmieren und eigene Lösungen entwickeln, entsteht eine Begeisterung, die man im klassischen Unterricht so kaum erlebt“, sagt Bader. Genau darin sehe er große Chancen für zeitgemäße Bildung.

    Eng mit der Zukunft der Schule verbunden ist der geplante Neubau. Jahrelange Verzögerungen, steigende Baukosten und neue Richtlinien sorgten immer wieder für Stillstand. „Das war vielleicht der einzige wirklich frustrierende Teil in all den Jahren“, sagt der scheidende Schulleiter.

    Der stellvertretende Schulleiter Marcus Zimmermann-Meigel übernimmt das Amt

    Umso wichtiger sei nun ein Gebäude, das modernen Lernformen gerecht werde. „Für viele Kinder ist die Schule unter der Woche mehr Zuhause als die eigentliche Wohnung. Deshalb muss ein Schulgebäude so gestaltet sein, dass man sich dort wohlfühlt.“ Der Neubau ist für bis zu 1000 Schüler ausgelegt, aktuell besuchen rund 800 Kinder das Gymnasium.

    Mit dem Führungswechsel bleibt die Schulleitung in vertrauten Händen. Zimmermann-Meigel setzt bewusst auf Kontinuität – gerade mit Blick auf die anstehenden Aufgaben. „In dieser Phase brauchen wir vor allem Kontinuität. Das Schulkonzept bleibt die Grundlage“, sagt er. Veränderungen sollten sich aus dem Schulalltag heraus ergeben.

    Für Martin Bader beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Am meisten werde er den Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern vermissen. „Diese Begegnungen haben mir immer viel Kraft gegeben“, sagt er. Konkrete Pläne für den Ruhestand habe er noch nicht. „Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Ausschlafen ist schon mal ein guter Anfang.“

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