Little Bird Neu-Ulm: Verwunderung über Kita-Platzvergabe vor Ende der Anmeldefrist
Neu-Ulm
Verwunderung bei Neu-Ulmer Eltern: Kita-Platz vor Ende der Anmeldefrist vergeben?
Das neue System „Little Bird“ soll in Neu-Ulm für mehr Transparenz bei der Vergabe von Kita-Plätzen sorgen. Unter Neu-Ulmer Eltern sorgt ein Fall aber für Fragen.
Wer ab diesem Herbst in Neu-Ulm einen Kita-Platz will, muss sich noch bis Samstag beim neuen Portal „Little Bird“ anmelden.Foto: Jens Kalaene, dpa (Symbolbild)
Besser planbar, familienfreundlicher und auch transparenter soll das neu eingeführte System die Vergabe von Kita-Plätzen in Neu-Ulm machen. Nicht mehr jede Einrichtung für sich, sondern zentral sollte anhand einheitlicher Kriterien entschieden werden, welches Kind wo einen Platz bekommt. Doch kurz vor Ende der Anmeldefrist kursieren unter Neu-Ulmer Eltern Geschichten, die nicht so wirklich in dieses Bild passen. Obwohl noch bis Samstag Kinder über das Portal „Little Bird“ angemeldet werden können, sollen Plätze schon vergeben worden sein. Dabei hieß es immer, der Zeitpunkt der Anmeldung habe keinen Einfluss auf die Vergabe.
Unserer Redaktion ist ein solcher Fall bekannt. Ein Elternteil berichtet, dass es kürzlich – vor Ende der Anmeldefrist – eine Zusage für einen Kita-Platz ab diesem Herbst in Neu-Ulm bekommen hat. Jene Familie habe sich bereits über das alte Portal angemeldet, hier aber zunächst eine Absage erhalten. Es erfolgte eine erneute Anmeldung. Soweit unserer Redaktion bekannt, auch über das neue Portal „Little Bird“. Direkt von der Leitung der Einrichtung soll dann die Bestätigung gekommen sein. Auch der Vertrag sei schon unterschrieben worden. Nach den Sommerferien startet die Eingewöhnung.
Kita-Platz für Herbst 2026 schon vergeben – wie kann das sein?
Während die Familie sich freut, wundern sich andere: Wie kann das sein? Sollte nicht genau so etwas durch das neue System verhindert werden? Bei der Neu-Ulmer Stadtverwaltung nachgefragt, heißt es dazu: „Zur internen Klärung des Sachverhalts wären genauere Informationen notwendig, wie z. B. der Name des Kindes. Unabhängig davon würde allerdings selbstverständlich jedes Ergebnis dem Datenschutz unterliegen.“ Zum Schutz der Familie macht unsere Redaktion keine näheren Angaben zur Familie, dem Kind oder der Einrichtung. Dort offen nachgefragt, wie die bisherigen Erfahrungen mit „Little Bird“ sind, gibt sich die Leitung nicht wirklich auskunftsfreudig: „Damit beschäftige ich mich gerade nicht.“
„Uns ist durchaus bewusst, dass eine Systemumstellung Unsicherheiten bei den Eltern mit sich bringt und auch Fragen aufwirft“, teilt Stadtsprecherin Sandra Lützel mit. „Wir versuchen auf alle Fragen einzugehen und hierdurch auch mögliche Verunsicherungen aus dem Weg zu räumen. Wir möchten daher nochmals an alle Eltern appellieren, dass Sie die angebotene Unterstützung und Kontaktmöglichkeiten im Prozess nutzen und sich bei konkreten Fragen über das Portal direkt mit uns in Verbindung setzen.“
Kita-Platzvergabe über „Little Bird“: So sind die bisherigen Erfahrungen in Neu-Ulm
Die bisherigen Erfahrungen mit dem neuen System seien „sehr viel positiv“, heißt es aus dem Neu-Ulmer Rathaus. Weil es sich aber für alle um ein neues Programm handelt, sei die Erstellung von Anfragen sowie die Bearbeitung „noch nicht ausnahmslos eingespielt“. Es werde jedoch mit jedem weiteren Tag immer besser.
Was Mütter und Väter darüber hinaus unserer Redaktion berichten, bestätigt die Stadtverwaltung: Es bestehe ein hoher Nachfragebedarf bezüglich der einzureichenden Nachweise. Zum Beispiel vom Arbeitgeber. Diese könnten oftmals erst nach Erhalt eines Kita-Platzes eingereicht werden, sagen Eltern. „Dies ist uns bekannt. Allerdings ist das von Seiten des Herstellers so vordefiniert und kann leider nicht durch uns geändert werden. Eine entsprechende Änderung wurde bereits beim Hersteller in Auftrag gegeben. Ob und inwieweit dies jedoch umgesetzt wird, liegt nicht in unserer Hand“, so Stadtsprecherin Lützel. Eine Nachreichung sei „jederzeit problemlos“ über das Kontaktformular der Stadt möglich.
Kitaplatz-Vergabe in Neu-Ulm: 549 Anmeldungen für die Krippe, 789 für den Kindergarten
Stand Dienstag lagen der Stadt für das Kita-Jahr ab diesem Herbst für die Krippe 549 Anmeldungen vor, für Kindergartenplätze 789. 315 Vormerkungen seien noch nicht ins System übernommen worden. Diese Anmeldungen würden aber auch den Zeitraum nach dem 1. September betreffen. Es gebe sogar schon Anmeldungen für den 1. August 2027.
Die zentrale Platzvergabe bringe den Einrichtungen einige Erleichterungen. Das bestätigen Kita-Leitungen auch auf Nachfrage unserer Redaktion. Das Grundproblem einer angespannten Kita-Situation bleibe aber bestehen, so die immer wieder geäußerte Warnung seitens der Stadtverwaltung. Selbst wenn weitere Kitas gebaut werden, bleibe das Problem Fachkräftemangel. Wie viele Plätze ab Herbst fehlen, ist noch unklar. Noch liegen keine Zahlen von den Kitas vor, wie viele freie Plätze zum 1. September vorhanden sind.
Wie geht es nach dem 28. Februar weiter?
Nach Eingang und Übernahmen aller Anmeldungen sowie der Rückmeldungen der Einrichtungen zu den freien Plätzen werden die Kinder durch die zentrale Vergabestelle den Einrichtungen zugeteilt. Diese Kinder beziehungsweise die Eltern werden dann durch die Einrichtung zu einem Kennenlern-Gespräch eingeladen. Nach diesem Termin wird dann durch das Team der zentralen Platzvergabe eine entsprechende Information an die Eltern versandt. „Dies kann jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da hier die Rückmeldungen aller Einrichtungen abgewartet werden müssen“, heißt es aus dem Neu-Ulmer Rathaus.
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