Die Drogeriekette Müller setzt auf kompaktere Flächenkonzepte.Foto: Lando Hass, dpa (Symbolbild)
Der Ulmer Drogeriekonzern Müller bestätigt auf Anfrage, dass er verstärkt auf kleinere Flächen schielt. Neben den großflächigen Filialen mit sehr umfangreichem Sortiment setze das von Erwin Müller (93) geführte Unternehmen in verschiedenen Ländern bereits erfolgreich auch auf kompaktere Flächenkonzepte.
Diese seien dort etabliert und ermöglichten es Müller, auch Standorte in hochfrequentierten Innenstadtlagen oder Stadtteilzentren zu bespielen, an denen größere Flächen nicht verfügbar oder nicht sinnvoll wären. Im Mittelpunkt stehe dabei ein verdichtetes, auf den jeweiligen Standort zugeschnittenes Sortiment. Ziel von Müller ist es, der Kundschaft auch auf kleineren Flächen ein attraktives, bequem erreichbares Angebot zu machen und zugleich flexibel auf unterschiedliche Marktgegebenheiten reagieren zu können. So wie der Ehinger Drogeriekonzern Schlecker, der 2012 pleiteging und teilweise Filialen führte, die mit nur einem Beschäftigten im Laden betrieben wurden.
„Vermüllerung“ der Schweiz
Als aktuelles Beispiel für diese Weiterentwicklung nennt der Müller-Konzern die Filiale im schweizerischen Uster, die in diesem Jahr mit einer kombinierten Gesundheitswelt sowie einem Verkauf von rezeptfreien Medikamenten mit Beratung eröffnet. Dort präsentiere das Unternehmen erstmals in der Schweiz das Konzept der Müller-Gesundheitswelt mit einem besonderen Fokus auf Longevity-Themen. Damit verfolgt Müller den Trend, den Alterungsprozess möglichst zu verlangsamen und bis ins hohe Alter fit zu bleiben – dieser Wunsch ist nicht neu. Dieses Ansinnen taucht häufig unter dem Begriff Longevity auf. In der Schweiz ist Müller auf Expansionskurs.
Mit der Übernahme der 22 Spielwarenläden von Franz Carl Weber 2023 und den zehn Alnatura-Filialen von Migros, ist klar, wo die Reise hingeht. Müller ist sei über 20 Jahren bei den Eidgenossen. Im vergangenen Jahr soll es neun Neueröffnungen gegeben haben. Das Portal fianz.ch spricht gar von einer „Vermüllerung der Schweiz.“ Heute betreibt Müller 98 Filialen in der Schweiz. 578 in Deutschland und 108 in Österreich und eine in Liechtenstein.
Wie das Unternehmen betont, handle es sich nicht um einen Strategiewechsel, sondern um die „konsequente Weiterentwicklung und Ergänzung des bestehenden Filialportfolios“. Müller bleibe seinem bewährten Konzept treu, nutze aber je nach Standort die passenden Formate, um Kundennähe, Erreichbarkeit und Zukunftsfähigkeit weiter zu stärken.
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