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Neu-Ulm: Ex-Golden-Tulip-Hotel soll unter neuem Betreiber eröffnen

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Ex-Golden-Tulip-Hotel soll unter neuem Betreiber eröffnen

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    Ein „Parkhotel Neu-Ulm by Stays“ wird im Ex-Golden-Tulip, das auch ein Ex-Mövenpick ist, nicht eröffnet. Ein neuer Pächter wird nun gesucht.
    Ein „Parkhotel Neu-Ulm by Stays“ wird im Ex-Golden-Tulip, das auch ein Ex-Mövenpick ist, nicht eröffnet. Ein neuer Pächter wird nun gesucht. Foto: Alexander Kaya

    Flieder ist so etwas wie die Erkennungsfarbe der Anter-Group. Die Firma aus Düsseldorf hat bereits ein wenig an der Front des ehemaligen Golden-Tulip-Hotels mit einem solchen Anstrich herumexperimentiert. Nun muss die Farbe wieder weg: Ein „Parkhotel Neu-Ulm by Stays“, also ein von der Hotelmarke der Anter-Group namens Stays geführtes Haus, wird es nicht geben.

    Schriftlich teilt das Unternehmen aus Düsseldorf mit: "Aufgrund der räumlichen Distanz von über 500 Kilometern zwischen der Immobilienverwaltung der Anter-Group und dem Parkhotel in Neu-Ulm sieht die Anter Group nunmehr davon ab, das Haus selbst zu betreiben." Die Erkenntnis einer 500-Kilometer-Distanz ist freilich nicht neu; warum sich das Unternehmen erst jetzt zu diesem Schritt durchringt, bleibt rätselhaft. Nachfragen beantwortet das Unternehmen nicht. Eine Hoteldirektorin hatte das Unternehmen bereits eingestellt. Doch diese kündigte nach Informationen unserer Redaktion.

    Die Corona-Pandemie habe es ermöglicht, eine "ohnehin überfällige Modernisierung" des Hotels zu initiieren. Der Eigentümer habe im Jahre 2020 sämtliche Frischwasserleitungen erneuern lassen. Die Sanierung der 135 Zimmer sei im März 2021 fertiggestellt worden. Seit April 2021 erfolge die Sanierung des Erdgeschosses. Nun sei das Parkhotel in Neu-Ulm zu 90 Prozent modernisiert. "Und bereit, wieder mit Leben gefüllt zu werden." Weiter heißt es in der Mitteilung: "Bereits die Empfangshalle spiegelt durch raffinierte Details die Qualität und Klassik des gesamten Parkhotels wider. Das Design der Anter-Group steht für ein elegantes Ambiente."

    Die ziemlich fertige Lobby im sanierten Ex-Golden-Tulip.
    Die ziemlich fertige Lobby im sanierten Ex-Golden-Tulip.

    Wellness-Zimmer im ehemaligen Golden-Tulip-Hotel

    Was verwundert: Sollte eine der großen Hotelmarken der neue Pächter werden, wird diese sich zwar über generalsanierte Technik freuen. Womöglich hätte ein neuer Investor lieber selbst saniert: Denn Lobby und Zimmer sind immer "gebranded", also in einem speziellen Stil der jeweiligen Hotelmarke gehalten. Es müssten womöglich weitere Arbeiten in den Zimmern folgen. Einige der 135 Zimmer wurden laut Kennern der Baustelle auch mit Whirlpools und Sauna ausgestattet. Die Rede war von vereinzelten „Wellness-Zimmern“. Ob das im Sinne jedes Pächters ist, bleibt fraglich. Wie von unserer Redaktion von Mitarbeitern auf der Baustelle zu erfahren war, fühlte sich die Anter-Group zu Unrecht in eine Schmuddelecke gestellt und habe deswegen aus Verärgerung die Öffentlichkeitsarbeit eingestellt. Hintergrund: In anderen Hotels der Gruppe finden sich Zimmer mit betont erotischen Anspielungen, die sich auch stundenweise mieten lassen: Gegen Aufpreis lassen sich Zimmer mit Namen wie "Shades of Stay" samt Fesselspielzeug oder Poledance-Stange auch mit Herzchenkonfetti, Teelichtern und einer Flasche Champagner für "eine kleine Auszeit" buchen.

    Das Parkhotel in Neu-Ulm hätte gerne der Gastronom Riedmüller gekauft

    Dennoch gibt sich Anter-Group in der schriftlichen Stellungnahme zuversichtlich, dass das Parkhotel mit dem "neuen hochmodernen Design und infolge der aufwendigen Renovierungsarbeiten schnell wieder in der ersten Liga spielen wird". Die Anter-Group suche "aktuell akribisch nach einem adäquaten Betreiber". Nicht zuletzt, um wertvolle Synergien zu umliegenden Objekten zu schaffen, sondern auch um der Stadt Neu-Ulm durch die Wiedereröffnung einen Mehrwert zu verschaffen.

    Das hätte die Anter-Group auch einfacher haben können. Online wurde das 1979 erbaute Hotel mit seinen 132 Zimmern und drei Junior-Suiten für 14 Millionen Euro angeboten. Der Ulm/Neu-Ulmer Gastronom Eberhard "Ebbo" Riedmüller war bereit, 10,5 Millionen Euro zu zahlen. Auch das wäre ein super Geschäft für die Firma um Dursun, Filifoz und Taylan Anter gewesen. Denn nur grob sieben Millionen Euro soll die Anter-Group an den Vorbesitzer, eine verschachtelte Hotelgesellschaft, überwiesen haben, wie es aus Kreisen des Insolvenzverwalters vor fast drei Jahren hieß. Ob Riedmüller auch bereit ist, als Pächter einzusteigen, ist noch unklar. Er war am Freitag nicht zu erreichen.

    Die Erklärung der Anter-Group sorgte für Überraschung in der Neu-Ulmer Stadtverwaltung. Dort war jedenfalls bis zum Freitag noch nichts eingegangen. Da Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger noch im Urlaub weilte, ist frühestens in der kommenden Woche mit einer Stellungnahme zu rechnen, ließ Rathaussprecherin Sandra Lützel verlauten.

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