Das Mutschler-Center stand lange mehr oder weniger leer. Über zehn Jahre nachdem dieses Bild aufgenommen wurde, stellt sich wieder die Frage nach der Zukunft. Foto: Alexander Kaya
Das Fachmarktzentrum in Neu-Ulm ist mit seinen 110.000 Quadratmetern und einem Parkhaus von 36.000 Quadratmetern das größte Fachmarktzentrum Deutschlands im Alleineigentum einer Gesellschaft. Und zugleich eines der größten Europas. Das ist zu groß für Neu-Ulm.
Der gesamte Ex-Möbel-Mahler-Komplex könnte beinahe zweimal den Louvre in Paris schlucken, das größte und meistbesuchte Kunstmuseum der Welt. Wer einmal diese 72.735 Quadratmeter im Herzen der französischen Hauptstadt besucht hat, weiß die anstrengend hier der Rundgang ist.
Es ist nicht genug Nachfrage in der Region da, um derart große Flächen gewinnbringend zu vermieten. Die Zeiten haben sich geändert: Als Möbel-Mutschler noch in Neu-Ulm war, war das Mutschler-Center samt Riesenspringbrunnen ein überregional beliebtes Ausflugsziel für Familien. Das war in einer Zeit, als es noch nicht so viele Mitbewerber um die Zeit der Kundschaft gab. Der gemütliche Familieneinkauf wetteifert nun um Lebenszeit der Kundschaft zusammen mit dem Smartphone und Schwarzlichtminigolf.
Ärger um Opti-Wohnwelt in Neu-Ulm schadet dem Standort Borsigstraße
Da bleibt kaum mehr Luft für zwei Platzhirsche, denn Möbel Inhofer in Senden hat im Gegensatz zur Konkurrenz nicht mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Allein der jahrelange Leerstand der Möbelflächen durchbrach die Routine des Möbelkaufs in Neu-Ulm. Die Pleite von Möbel-Mahler folgte und der Ärger um die Opti-Wohnwelt kommt noch obendrauf.
Das Mutschler-Center stand lange mehr oder weniger leer. Über zehn Jahre nachdem dieses Bild aufgenommen wurde, stellt sich wieder die Frage nach der Zukunft. Foto: Alexander Kaya
Das bedeutet nicht, dass sich in Zukunft hier in der Borsigstraße keine Läden mehr halten können: Home24 etwa, hat sich offenbar prächtig entwickelt. Doch der Eigentümer des Unternehmens, XXXLutz, wird einen Teufel tun, sich den Rest der gigantischen Flächen ans Bein zu binden.
Projekt in der Blaubeurer Straße als Vorbild?
Doch Fahrradhandel, Modepark und Co brauchen ein lebendiges Umfeld. Deswegen muss sich auf der Opti-Wohnwelt-Fläche etwas ändern. Auch im Sinne der verbleibenden Mieter, denn den fragwürdigen Charme einer Geisterstadt will niemand beim Einkaufsbummel. Diese Veränderung kann nur in Richtung Umbau in ein Wohn- und Einkaufsquartier gehen.
Ein Umbau würde Millionen kosten. Doch die Hallmann Holding rühmt sich gerne ihrer innovativen und "meisterhaften" Ansätze in der Immobilienentwicklung. Neu-Ulm könnte hier ein weiteres Beispiel werden. Der Neu-Ulm Stadtrat dürfte entsprechenden Plänen kaum Steine in den Weg legen.