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Neu-Ulm: Sommerzauber endet: Wer übernimmt das ehemalige Barfüßer?

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Sommerzauber endet: Wer übernimmt das ehemalige Barfüßer?

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    Vier Jahre lang haben die Wirte Michael Freudenberg und Oliver Loser Pauls Biergarten im ehemaligen Barfüßer betrieben. Jetzt läuft ihr Vertrag aus.
    Vier Jahre lang haben die Wirte Michael Freudenberg und Oliver Loser Pauls Biergarten im ehemaligen Barfüßer betrieben. Jetzt läuft ihr Vertrag aus. Foto: Alexander Kaya (Archivbild)

    Mit dem Auftritt der Band Crossover ist die Konzertsaison in Pauls Biergarten jetzt vorbei. Ende September endet auch der Biergartenbetrieb im ehemaligen Barfüßer in Neu-Ulm, der dieses Jahr unter dem Motto "Sommerzauber" lief. Wie es dort weitergeht, ist völlig offen. Der Verein Kulturcasino, der auch heuer wieder 15 Konzerte auf dem Areal organisiert hat, kann sich vorstellen, den Betrieb zu übernehmen.

    Der Verein Kulturcasino Neu-Ulm wirft seinen Hut in den Ring

    "Wir wollen unseren Hut in den Ring werfen, wenn die Nutzung ausgeschrieben wird", sagte die Vorsitzende Christina Richtmann gegenüber unserer Redaktion. Dies habe der Vorstand einstimmig beschlossen. Für die Bewerbung solle ein Dachverband über die Donau hinweg mit anderen Kulturvereinen und -einrichtungen gegründet werden. Gespräche dazu habe es bereits mit dem Verein Kunst-Werk, der Musikerinitiative Ulm und der freien Künstlergruppe Ulm/Neu-Ulm gegeben. Ziel sei es, dass im ehemaligen Offizierskasino künftig die Kultur im Vordergrund stehe, nicht die kommerzielle Gastronomie. "Dieses Gebäude gehört den Bürgerinnen und Bürgern", so die FWG-Stadträtin. 

    Ende 2019 war die Gaststätte Barfüßer nach mehr als 20 Jahren geschlossen worden. Gastronom Eberhard Riedmüller wollte das Gebäude eigentlich abreißen und auf dem Gelände einen Neubau mit Hotel und Restaurant errichten. Der Stadtrat stimmte zu. Doch bei Bürgerinnen und Bürgern stieß das Vorhaben auf massiven Widerstand. Dazu kam die Corona-Krise. Schließlich begrub Riedmüller im Frühjahr 2020 entnervt seine Pläne. Seitdem ist die Stadt auf der Suche nach dem großen Wurf für das Areal. 

    Vor vier Jahren wurde aus dem Barfüßer "Pauls Biergarten"

    Übergangsweise übernahmen die Ulmer Gastronomen Michael Freudenberg ("Wilder Mann"), Oliver Loser ("Wirtshaus zur Brezel") und sein Sohn Maximilian Loser den Freiluftbetrieb. Aus dem Barfüßer wurde Pauls Biergarten, und weil der bei den Besucherinnen und Besuchern gut ankam, wurde der Pachtvertrag mehrfach verlängert. Die umtriebigen Wirte bespielten das Grundstück mit der herausragenden Lage am Donauufer auch in der kalten Jahreszeit und machten den "Winterzauber" daraus. So wurde aus dem Provisorium eine erfolgreiche Gaststätte mit viel Musik, denn das Kulturcasino war von Anfang mit im Boot. 

    Von dem "Pop-up-Betrieb" hat Oliver Loser nach vier Jahren nun aber genug. "Jetzt heißt es für mich hopp oder top." Denn die Bedingungen sind alles andere als ideal. Das Gebäude ist baufällig und kann nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Die mobile Küche, die ursprünglich nur für eine Saison gedacht war, müsste erneuert werden. "Draußen geht es nicht mehr, und drinnen dürfen wir nicht", beschreibt Loser die unbefriedigenden Kochmöglichkeiten. Dennoch hätten er und Freudenberg noch eine Saison lang den "Winterzauber" betrieben. Daraus wird aber nichts. 

    Als sie im Juni bei der Verwaltung angefragt hätten, habe es geheißen, dass die Stadt den Betrieb im Winter noch nicht zusagen könne. Erst müsse eine Entscheidung im Stadtrat getroffen werden. Das wird aber frühestens im Oktober sein, denn dann ist die erste Sitzung nach der Sommerpause. Für Loser und Freudenberg ist das zu spät. "Wir haben jetzt schon 20, 25 Anfragen von Firmen für die Weihnachtszeit." Was den Biergarten angehe, habe die Stadt ihnen mitgeteilt, dass dieser nächsten Sommer nicht mehr zur Verfügung stehe, so Loser. Man gehe davon aus, dass nächstes Jahr ein Investor den Betrieb übernehme. Die Vergabe solle bis Ende des Jahres erfolgen. 

    Der Stadtrat Neu-Ulm soll über ein Konzept für das Areal beschließen

    Ende vorigen Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, dass ein Konzept für das Ex-Barfüßer-Areal erarbeitet werden soll. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Verwaltung und des Stadtrats hat dazu mehrfach getagt, allerdings nicht öffentlich. Zu einer Entscheidung über die weitere Nutzung des ehemaligen Offizierscasinos teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit: "Es ist geplant, zeitnah im Stadtrat über das Thema zu beraten." 

    "Prinzipiell sind wir interessiert", sagte Oliver Loser zu der bevorstehenden Ausschreibung. Sie hätten aber auch an der Gastronomie des Edwin-Scharff-Hauses Interesse. "Es kommt auf die Bedingungen an." Ein Knackpunkt beim Ex-Barfüßer ist die Frage, ob der Betrieb per Erbbaurecht vergeben werden soll oder über einen langjährigen Pachtvertrag. An ersterem schreckt die Stadträtinnen und Stadträte, dass die Stadt dann nur noch begrenzten Einfluss auf die Nutzung hätte. Bei zweiterem ist das Problem, dass die Stadt die Sanierung des Gebäudes selbst bezahlen müsste, was laut Kämmerin Susanne Moroff bis zu zehn Millionen Euro kosten könnte

    Die Sanierung des ehemaligen Offizierscasinos kostet Millionen

    Je länger das Ex-Barfüßer ungenutzt bleibt, desto teurer dürfte es werden. "Es wird zunehmend schwieriger, das Gebäude in einen guten Zustand zu bringen", sagte Oliver Loser. Der Verein Kulturcasino kann sich vorstellen, dass viel über staatliche Fördermittel möglich wäre. "Wir würden das peu à peu richten, wie man es braucht", meinte Christina Richtmann. Wichtig wäre ihrer Sicht, dass Vereine und Einrichtungen das Gebäude bald einmal besichtigen können. Erst dann könnten Interessenten sehen: "Was kann ich hier auf die Beine stellen?", so Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Birk. "Man muss auch mal neue Wege gehen und sollte es zumindest versuchen." 

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