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Neustart bei Eismanufaktur Bella Italia in Burlafingen: Eiskalt neu aufgestellt

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Eiskalt neu aufgestellt: Das steckt hinter dem Neustart der Burlafinger Eismanufaktur

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    Andreas Melzner gibt seinen tiefroten Himbeer-Saft in die Eismaschine.
    Andreas Melzner gibt seinen tiefroten Himbeer-Saft in die Eismaschine. Foto: Alexander Kaya

    Manchmal kann er es selbst kaum fassen: Dass er, der eigentlich aus dem IT-Bereich kommt, im Produktionsraum steht und Eis herstellt. Andreas Melzner ist der Inhaber der Eismanufaktur Bella Italia in Burlafingen – mit dem Anspruch, alles über Eis und die Rezepturen zu wissen.

    Eigentlich wollte er gar kein Eis machen. Als er im Frühjahr 2024 mit seinem damaligen Partner Mario Scavone die Eisproduktion in Burlafingen gegründet hat, war das Neuland für den 47-Jährigen, der vor allem die Rolle des Geldgebers innehatte. Melzner investierte einen hohen Betrag in das Start-up, um dann zu erkennen: „Es funktioniert nicht.“

    Mittlerweile ist Mario Scavone „enttäuscht“ aus dem Unternehmen ausgeschieden. „Die Entscheidung, dass wir nicht weiter zusammenarbeiten, haben wir einvernehmlich getroffen“, sagt die neue Geschäftsführerin Sandra Grioli, die die Cousine von Mario Scavone und die Frau von Andreas Melzner ist. Man habe einfach gemerkt: „Es passt nicht mehr zusammen.“ Aktuell seien noch Anwälte mit dem Ausscheiden beschäftigt – dabei gehe es darum, wie der Ausstieg gestaltet wurde. Mehr möchten die neuen Verantwortlichen zu dem Thema nicht sagen.

    Eine neue Eismaschine wurde angeschafft, die größere Mengen Eis produzieren kann

    Sie sind damit beschäftigt, das Unternehmen umzustrukturieren. Eine neue Eismaschine wurde angeschafft, die größere Mengen Eis produzieren kann, und sie haben neue Mitarbeiter eingestellt. Auch die Ausrichtung des Geschäfts hat sich gewandelt.

    Beliefert werden weiterhin Eiscafés und Bäckereien, außerdem wird Eis in Bechern für den Verkauf an Automaten hergestellt. Dieses „klassische Geschäft“ stehe noch im Vordergrund. Bisher wurden aus Burlafingen knapp 25 Eisdielen beliefert und dieses Geschäftsfeld sei stabil geblieben, so Melzner.

    Ausgebaut werden soll die Auftragsproduktion für Händler in großen Mengen ab 600 Kilo pro Charge. Das Ziel ist es, ein Eisproduzent zu werden, der jedes Eis, jeden Geschmack liefern kann, so der Eigentümer. Mit den Auftraggebern könnten sogar eigene Rezepte entwickelt werden, sagt Melzner.

    14 Eissorten im Becher werden in Burlafingen aktuell hergestellt, „eine bunte Mischung“, wie Grioli sagt. Darunter befinden sich Sorten wie Piña Colada, Matcha oder Vanille-Himbeer-Crumble. Die Kunden sind ganz verstreut in Deutschland zu finden: die meisten im Bereich Ulm und rund um Stuttgart, es gibt aber auch Kunden etwa in Bielefeld.

    Das Burlafinger Eis ist bisher in elf Rewe-Märkten in der Region zu kaufen, etwa in Nersingen, Illerkirchberg oder in der Glacis-Galerie. Außerdem wird es seit März im Schmid-Biomarkt in Senden angeboten.

    Die Burlafinger Eismanufaktur möchte noch stärker in Supermärkten vertreten sein

    Das Supermarkt-Geschäft möchten die beiden ausbauen und sind aktuell etwa im Gespräch mit Edeka. Die Supermärkte seien auch im Winter ein wichtiger Absatzmarkt, da die Konsumenten in der kalten Jahreszeit Eis vor allem zu Hause essen, betont Melzner, der zudem verrät, dass man sich bereits mit Großhändlern einig sei, die Restaurants beliefern. Durch die Zusammenarbeit mit einer Tiefkühlspedition könne man garantieren, dass das Eis nach spätestens zwei Tagen beim Kunden ankommt.

    Bei den Mitarbeitern ist ihnen wichtig, dass sie über Erfahrung im Lebensmittelbereich verfügen. So hat zum 1. April ein Produktionsmeister mit ebendiesem Hintergrund gestartet. Insgesamt sind aktuell gut zehn Mitarbeiter beschäftigt, doch es sollen mehr werden.

    Im Produktionsraum führt Melzner vor, wie sehr es auf die Genauigkeit bei der Eisherstellung ankommt. Aufs Gramm genau wird etwa der Zucker abgewogen. Wert legt der 47-Jährige auf Eissorten ohne künstliche Zusatzstoffe. Bei Eisdielen spiele das zwar weniger eine Rolle, doch im Supermarkt „nehmen die Leute den Becher in die Hand und lesen“, betont er.

    „Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal hier stehe“, sagt er beim Eismachen. Doch nur auf diese Weise könne er auch die richtigen Entscheidungen für das Unternehmen treffen. Außerdem mache es ihm Spaß, etwa die Rezepte durchzurechnen. So lerne er immer besser, „an welchen Stellschrauben man den Geschmack beeinflussen kann“.

    Am Ende spuckt die Maschine das fertige Himbeer-Eis aus - Andreas Melzner füllt es in Wannen.
    Am Ende spuckt die Maschine das fertige Himbeer-Eis aus - Andreas Melzner füllt es in Wannen. Foto: Alexander Kaya

    Manche stellen Eis nach dem Bauchgefühl und der Tradition her. „So bin ich nicht. Ich will genau wissen: Welche Zutat hat welchen Effekt auf das Eis“, sagt der 47-Jährige. „Ich habe eine eigene Vorstellung davon, wie ich das Eis haben möchte.“ Daher habe er sich jede Menge Wissen angeeignet, um alles selbst entscheiden zu können.

    Seine Vorliebe und sein Ziel: Die Hauptzutaten müssen, so gut es geht, den Geschmack des Eises bestimmen. „Erdbeereis muss schmecken wie richtige Erdbeeren“, sagt Melzner, der leichtes Eis bevorzugt mit wenig Fettanteil.

    Das Himbeer-Sorbet-Eis, das er zubereitet, während er von seinem Unternehmen und seinen Vorlieben erzählt, hat einen 50-prozentigen Fruchtanteil. „3000 Kilo Eis am Tag können wir ausliefern“, sagt er – das sei bisher aber noch nicht vorgekommen.

    Milch im veganen Eis? Das lässt sich alles nachverfolgen

    Eine Zertifizierung bescheinigt dem Unternehmen, dass alle Prozesse dokumentiert und rückverfolgbar sind. Das ist auch wichtig für sie selbst. So sei es schon vorgekommen, dass bei einem Test in einer Eisdiele Milch in dem von ihnen hergestellten veganen Schokoladeneis gefunden wurde. „Wir konnten dann beweisen, dass es nicht an uns liegt“, so Grioli. Die IT-Kenntnisse helfen Melzner bei der Eisproduktion übrigens auch weiter: So hat er ein eigenes Programm für die riesige Eismaschine geschrieben.

    Neues Eiscafé in der Ulmer Frauenstraße macht demnächst auf

    Wer mag, kann bei der Eismanufaktur Bella Italia in Burlafingen auch direkt Eis kaufen – zu günstigeren Preisen als im Supermarkt. Den Zwei-Kugel-Eisbecher gibt es für 2,50 und eine Fünf-Liter-Wanne – zum Beispiel für eine Feier – für etwa 26 Euro, je nach Sorte. Zwischen 8 und 16 Uhr darf man einfach klingeln, wenn man Eis erwerben möchte. Für das Eiscafé in der Ulmer Frauenstraße, aus dem das „Eismädchen“ ausgezogen ist, sind schon Nachfolger gefunden worden, verrät Grioli: Ein Ehepaar wird die Räumlichkeiten übernehmen und ab Mitte April ganzjährig Eis aus der Burlafinger Produktion verkaufen.

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