Nik West verwandelt das Ulmer Zelt in einen Hexenkessel
Ulm
Von Funk bis Rock: Nik West verwandelt das Ulmer Zelt in einen Hexenkessel
Bass-Grooves, Glitzer und Ekstase: Die US-amerikanische Künstlerin reißt das Publikum vom ersten Moment an mit – und sorgt am Ende für eine Überraschung.
Was Nik West auf der Bühne des Ulmer Zelts kreierte, ging unter die Haut.Foto: Reinhard Pfetsch
Draußen ist es kalt und nass an diesem Abend, aber drinnen, im Ulmer Zelt, kocht die Stimmung. Die US-amerikanische Sängerin und Bassistin Nik West sorgt für Ekstasen mit ihren Bass-Grooves.
Sie und ihre Band haben sich in glitzernde Kleidung geworfen – sie selbst steht in einem glitzernden Body und einem durchsichtigen Umhang auf der Bühne. Die männlichen Musiker haben durchweg Sonnenbrillen auf. Nicht nur deshalb wirkt alles trotz vieler ekstatischer Momente extrem lässig und cool, was an diesem Abend auf der Bühne geboten wird.
Mit ihrer lockigen Mähne tanzt Nik West über die Bühne im Ulmer Zelt
„Are you ready for some bass?“, fragt Nik West gleich zu Beginn der Show. Das Publikum ist sofort voll da und lässt sich mitreißen. Die Präsenz der US-Musikerin auf der Bühne ist aber auch erstaunlich: Wenn sie nicht gerade aus dem E-Bass alles herausholt, was geht, oder mit ihrer zugleich rauen und sanften Stimme berührt, tanzt sie mit ihrer auffälligen, lockigen Mähne kreuz und quer über die Bühne.
Auch durch ihre Mimik und Gestik strahlt die Künstlerin so verdammt viel Power und Selbstbewusstsein aus. Da werden die Augen nach oben gerollt, die Mundwinkel nach unten gezogen oder auch mal die Zunge herausgestreckt. „Who are you, to tell me what I can‘t do“, singt die Künstlerin.
In manchen Momenten erinnert der Auftritt an Sängerin Beyoncé
Was sie und ihre Band präsentieren, ist durchweg tanzbar. Besonders der Beginn des Konzerts mag den einen oder anderen an Sängerin Beyoncé erinnert haben. Im Ulmer Zelt, das auf der Stehfläche wie auf den Sitzplätzen rundherum gefüllt ist, hat sich so auch ein Publikum versammelt, das verschiedenste Altersgruppen vereint.
Funk und vor allem Rock dominieren den Abend musikalisch. Nik West lässt dabei auch ihren Bandmitgliedern viel Raum. Immer wieder sorgen sie für überraschende Soloeinlagen, einmal wird es dabei sogar klassisch.
„Everybody put your hands up“, wird das Publikum angeheizt. Nik West reicht sogar ihr Mikrofon ins Publikum, um es einzubinden. Der Bass geht direkt in Bauch und Brust der Zuhörer über. Das scheint süchtig zu machen. Denn das Publikum will die Bass-Göttin am Ende nicht ziehen lassen. Während ihrer Zugabe erscheint Nik West dann plötzlich am anderen Ende des Zelts und bewegt sich quer durch das Publikum wieder zurück auf die Bühne.
Gegen Ende des Konzerts tauchte die Künstlerin plötzlich am anderen Ende des Ulmer Zelts auf.Foto: Dominik Prandl
Erst als sie am Ende gar nicht mehr erscheint und die Mikrofone durch einen Mitarbeiter entfernt werden, ist den Besuchern klar: Das war es leider schon. Nach eineinhalb Stunden Ekstase sinkt der Geräuschpegel wieder.
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