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Spatzenwiese in Ulm 2026: Endspurt für die Nostalgie an der Donau

Ulm

Nostalgie an der Donau: Die Ulmer Spatzenwiese geht in den Endspurt

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    Auf der Spatzenwiese in Ulm an der Donau: Veno Böhm, Spross einer alten Artistenfamilie. Im Hintergrund, ein "Direktoren-Wagen" von 1876.
    Auf der Spatzenwiese in Ulm an der Donau: Veno Böhm, Spross einer alten Artistenfamilie. Im Hintergrund, ein "Direktoren-Wagen" von 1876. Foto: Oliver Helmstädter

    Es ist wie ein Signal für den Start des Sommers: Am 1. Mai eröffnet in Ulm wieder die Spatzenwiese mit Spielwiese, Rollenbahn, Imbiss, einem Theaterprogramm der Jungen Bühne sowie Reisen in die Historie der Zirkuswelt mit alten Karussells und historischen Wagen. Mit dem Sonntag, 7. Juni, endet das Kinderspektakel schon wieder.

    Veno Böhm ist eine Koryphäe seiner Zunft: Seine Familie ist seit Generationen eine Institution. Bis 1612 könne er nachweisen, dass die Familie Böhm in der Zirkuswelt unterwegs ist. Auf der Spatzenwiese steht etwa ein historischer Wagen eines Zirkusdirektors aus dem Jahr 1876. Im vorderen Bereich befindet sich eine Kochstelle mit Wohn- und Essraum, im hinteren Teil das „Schlafzimmer“ mit zwei Stockbetten. „Das war nur für den Direktor“, sagt Veno Böhm. Die meisten anderen mussten damals in den Ställen schlafen. Wer kein „Knecht“ war, durfte aber womöglich einen „Oberlichtwohnwagen“ nutzen. Ein solcher, der bis 1890 benutzt wurde, steht auch auf der Spatzenwiese. Mit zwei Stockbetten und Waschgelegenheit – damals noch von Pferden gezogen.

    Ulmer Spatzenwiese: Ein Foto-Rundgang durch den historischen Jahrmarkt an der Donau

    Von 1. Mai bis 7. Juni ist wieder Spatzenwiese: Das Kinder-Kultur-Spektakel in der Ulmer Friedrichsau. Neben dem Historischen Jahrmarkt gibt es auch dieses Jahr wieder ein breites Angebot für Kinder zum Mitmachen und Spaß haben. Die unten genannten Termine können einfach ohne Buchung besucht werden und sind kostenlos.
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    Von 1. Mai bis 7. Juni ist wieder Spatzenwiese: Das Kinder-Kultur-Spektakel in der Ulmer Friedrichsau. Neben dem historischen Jahrmarkt mit alten Zirkuswagen gibt es auch dieses Jahr wieder ein breites Angebot für Kinder zum Mitmachen und Spaß haben.

    Ein dritter Wagen ist der „Marmorwagen“, der um 1900 gebaut wurde. „Den gibt‘s nur einmal“, sagt Böhm. Der Küchen- und Badewagen ist im Inneren mit echtem Marmor ausgekleidet, die Wassertanks sind aus Kupfer. Auch zwei historische Karussells, eines von 1886, und eine Schiffschaukel sind wieder am Start. Handgeschnitzte Schafe, Elefanten oder auch Schwäne können von den Kleinen beritten werden. Wenn Veno Böhm seine Schätze nicht auf der Spatzenwiese, auf Jahrmärkten oder etwa bei Inhofer in Senden ausstellt, lagern sie in einer Halle in Vöhringen. „Der Pflegeaufwand ist sehr hoch“, sagt Böhm.

    Spatzenwiesen-Familie: Nachwuchs ist gesichert

    Um die Nachfolge muss er sich keine Sorgen machen: Auch seine 16-jährige Tochter Alexia hat schon Erfahrung im Zirkusbereich, obwohl sie mit einem Realschulabschluss und einer gerade laufenden Berufsausbildung im IT-Bereich auch andere Möglichkeiten hätte. „Die Jugend tickt anders“, sagt Böhm zwar. Aber auch nicht so anders: „Ich möchte das weiterführen und Artistin werden“, sagt Alexia Böhm. Luftring-Artistik, Drahtseilartistik und der Kugellauf sind bereits ihre Spezialitäten. Damit trat sie schon im „Weihnachtscircus“ auf. Und als Sechsjährige führte sie bereits ein Pony durch die Manege. „Natürlich macht mich das stolz“, sagt ihr Vater. Auch sein siebenjähriger Sohn ist fasziniert von den Fahrzeugen, die beim Aufbau von Zirkuszelten zum Einsatz kommen. Sogar der Opa, Mendes Böhm, ist immer noch dabei.

    Ein Hauch von Ulmer „Weihnachtscirus“

    Fahrzeuge sind – außer den historischen Wagen und Fahrgeschäften – keine mehr zu sehen, wenn am 1. Mai um 11 Uhr die Spatzenwiese eröffnet wird. Mit dabei ist auch wieder Matthias Bergstaedt, das Zirkusurgestein, bekannt als Conferencier des „Weihnachtscircus“. Er spricht von einer „tollen Location“ an der Donau. Neben der Spielwiese ist auch ein Großteil des Kulturprogramms kostenlos. 24 Veranstaltungen dieser Art gibt es bis zum Ende am 6. Juni: Von „Boom! Die Rhythmus-Show“ am 1. Mai um 16 Uhr über Tommy Reichle mit Musik, Magie und Ballons bis hin zu Karate-Workshops und den Rittern der „Legion of the Stag“ mit mittelalterlichem Freikampf. Zum „breiten Angebot für Kinder zum Mitmachen und Spaßhaben“ gehören auch Spielgeräte, die auf der Wiese verteilt sind. Die Fahrten in den historischen Karussells und dem Kettenkarussell kosten beim Kauf einer Zehnerkarte 1,50 Euro pro Fahrt. Eine Einzelfahrt kostet zwei Euro. „Man kann bei uns auch ein Picknick machen“, sagt Bergstaedt. Im Café-Wagen gibt es alkoholfreie Getränke sowie Waffeln und Crêpes.

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