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Rund 100 Schüler werden in Ulm für einen Tag zu EU-Abgeordneten

Ulm

100 Schüler werden für einen Tag zu EU-Abgeordneten

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    Im großen Sitzungssaal des Rathauses in Ulm stimmen Schülerinnen und Schüler über den Antrag zur „Europäischen Armee“ ab.
    Im großen Sitzungssaal des Rathauses in Ulm stimmen Schülerinnen und Schüler über den Antrag zur „Europäischen Armee“ ab. Foto: Esther Howell

    Sich in die Rolle eines EU-Parlamentariers hineindenken, verhandeln, Antragsänderungen einreichen, Reden halten: Das konnten rund 100 Schüler aus Ulm und Umgebung jetzt ausprobieren. Im Rahmen einer Simulation des Europäischen Parlaments nahmen sie am Gesetzgebungsprozess über die Einführung einer „Europäischen Armee“ teil.

    Sie trafen sich im Ulmer Rathaus und wurden gleich einer von fünf Fraktionen zugelost, die das politische Spektrum der Europäischen Union abbildeten. Dann besprachen sie sich in ihrer Fraktion, bevor es in drei Ausschüsse mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen weiterging. Anschließend wurde im großen Sitzungssaal über die verschiedenen Anträge diskutiert und verhandelt, bevor zum Schluss über den Antrag abgestimmt wurde.

    Insgesamt nahmen 109 Schüler teil: von der Kilian-von-Steiner-Schule in Laupheim, dem Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium und dem Kepler-Gymnasium in Ulm sowie ein Schüler des Hohenstaufen-Gymnasiums in Göppingen. Das Planspiel sei eine ideale Möglichkeit zu verstehen, wie die EU funktioniert, erklärt Svea Semerák, Mitglied im Landesvorstand der JEF Bayern.

    Die Veranstaltung wurde von den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) aus Bayern und Baden-Württemberg, dem Europe Direct Zentrum in Ulm sowie der Vertretung der Europäischen Kommission in München organisiert – dank 17 Ehrenamtlicher, die an der Aktion mitgewirkt haben.

    „Die Veranstaltung hat mir gezeigt, dass wir an Demokratie festhalten müssen“

    Die Simulation sei „schon echt interessant gewesen“, erzählt Sarah, Schülerin der 12. Jahrgangsstufe der Kilian-von-Steiner-Schule. Ihre Mitschülerin Jana erklärt, sie habe unterschätzt, wie viel Arbeit Abgeordnete machen müssen und gemerkt, wie wichtig es ist, sich einzubringen und selbst wählen zu gehen. „Die Veranstaltung hat mir gezeigt, dass wir an Demokratie festhalten müssen“, sagt die 17-Jährige.

    Ričards, ebenfalls von der Kilian-von-Steiner-Schule, fand es spannend, in den Ausschusssitzungen Kompromisse zu finden und sich im Plenum „halb-offiziell“ zu fühlen. Der 18-Jährige hat für seine Fraktion die Abschlussrede gehalten, die gut gelaufen sei. Allerdings ärgerte er sich, dass Fraktionen, von denen er dachte, dass sie mit seiner stimmen, dann anders abgestimmt hätten.

    Der Tag habe ihm gezeigt, wie wichtig es sei, Kompromisse einzugehen und dass die EU nicht „von null auf hundert“ Dinge ändern könne und solle, sondern es langsamer angehen lassen müsse. Er erinnerte sich an ein Zitat von Robert Schumann, der sagte, dass sich Europa „nicht in einem Schlage“ herstellen lasse.

    Die Simulation sei „auf jeden Fall besser als Unterricht“, erzählt Jannik, der die 10. Klasse am Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium besucht. Er könne sich zwar das EU-Parlament jetzt besser vorstellen, gelernt habe er allerdings nichts: „Das hatten wir alles schon mal in Gemeinschaftskunde.“

    Simulation des EU-Parlaments in Ulm war ein Auftakt für weitere Veranstaltungen

    Die Veranstalter sind mit dem Tag zufrieden. Die Schüler hätten sehr interessiert und aufgeweckt gewirkt und alle hätten die Simulation ernst genommen. Das spreche sehr für die Schülerinnen und Schüler.

    In Baden-Württemberg gibt es jedes Jahr ein bis zwei große Planspiele und einige kleinere, die von aktiven Kreisvorständen der JEF organisiert werden. In Bayern werden normalerweise drei, dieses Jahr fünf Simulationen organisiert. Die Veranstaltung in Ulm war der Auftakt, im Juli geht es in Coburg und Passau weiter. „Ich nehme den Enthusiasmus mit“, sagt Semerák.

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